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DFB-Pokal 2011/12, 1. Runde

KSV Hessen Kassel - Fortuna Düsseldorf

0:3 (0:1)

Sonntag, 31.07.2011 - 17:30 Uhr
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
Fortuna Düsseldorf
Michael Ratajczak
Christian Weber
Assani Lukimya
Jens Langeneke
Johannes van den Bergh
Oliver Fink
Adam Bodzek
Maximilian Beister (56. Robbie Kruse)
Andreas Lambertz
Thomas Bröker (77. Adriano Grimaldi)
Sascha Rösler (87. Sascha Dum)
Trainer: Norbert Meier
Spielstatistik
Tore: 0:1 Bröcker (25.), 0:2 Rösler (80.), 0:3 Fink (86.) - Gelbe Karten: Wolf, Mayer, Metin - Dum - Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Nürnberg) - Zuschauer: 14.850
Vorbericht
Spielbericht

Pokalspiel ohne Sensation: Löwen geben sich 0:3 geschlagen

Kassel. Es war ein stimmungsvoller Pokalabend – aber keiner für eine Sensation. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel stellte Fortuna Düsseldorf kein Bein. Der Zweitligist gewann in der ersten Hauptrunde verdient mit 3:0 (1:0).

Die komplett neuformierte Mannschaft der Gastgeber zeigte sich kampfstark, gestaltete die Partie aber nur in der ersten Halbzeit phasenweise offen. Vor allem in der Offensive fehlten den Löwen die Mittel, um für diesen Gegner eine echte Gefahr darzustellen. Trotzdem war alles bereitet für einen fantastischen Abend im Auestadion.

Offiziell 14850 Zuschauer – das Stadion wirkte deutlich voller – boten eine tolle Kulisse. Vor dem Anpiff war der langjährige KSV-Vorsitzende Jens Rose mit dem Dank für eine „geile Zeit“ verabschiedet worden. Auf der neuen Videowand flimmerten Bilder aus erfolgreichen KSV-Zeiten. Und die Fans empfingen die Mannschaft mit Anfeuerungsrufen und dem Plakat: „Chaos im Verein – wir schreien euch trotzdem nach vorn.“

Auf dem Platz mussten die Gastgeber aber vor allem den Rückwärtsgang einlegen. Der Zweitligist aus Düsseldorf machte sofort Druck. Er war – natürlich – athletischer, spielerisch sicherer. Deutlich war zu spüren, dass die Mannschaft von Norbert Meier die leichte Verunsicherung der Gastgeber in den Anfangsminuten schnell nutzen wollte. Löwen-Torhüter Erik Domaschke zeigte sich bei Chancen von Sascha Rösler (5.) und Maximilian Beister (9.) aber auf dem Posten.

Der KSV brauchte 15 Minuten, um besser ins Spiel zu finden. Ein Distanzschuss von Andreas Mayer war die erste Prüfung für Fortuna-Schlussmann Michael Ratajczak. Der Regionalligist wehrte sich nun tapfer, gewann mehr Zweikämpfe. Dumm nur, dass ausgerechnet in dieser Phase die von rund 4500 Fortunen-Fans bejubelte Führung der Gäste fiel. Außenverteidiger Viktor Riske ließ sich von Rösler vernaschen, dessen Flanke köpfte Sturmpartner Thomas Bröker zum 0:1 ein (25.). Diese Führung war natürlich verdient.

Aber: Es folgte zumindest die stärkste Phase der Gastgeber. Die beste Chance hatten zwar die Gäste, als Beisters Schuss über das Tor strich (40.), doch bei Schusschancen von Tobias Damm (41.) und Andreas Mayer (42.) wurde auch der Außenseiter erstmals gefährlich. Es blieb aber bei dieser kurzen annähernd gleichwertigen Phase. Nach dem Wechsel drückte der Zweitligist vehement auf die Entscheidung. Die Kasseler benötigten einiges Glück, dass sie nicht schneller höher zurücklagen.

Domaschke zeigte gegen den über die rechte Seite auf ihn zustürmenden Beister seine nächste große Tat (55.). Danach wäre aber auch er zweimal machtlos gewesen, doch Rösler verfehlte erst mit einem Schuss (58.) und dann mit einem Kopfball aus fünf Metern (59.) das Tor. KSV-Trainer Christian Hock reagierte, besetzte mit Sebastian Gundelach und Caner Metin für Viktor Riske und René Ochs die rechte Seite komplett neu – in der Offensive hatte er kaum Optionen. Trotzdem setzte die Fortuna weiter die Akzente. Den Löwen fehlten einfach die Ideen und eine ordnende Hand im Mittelfeld. Offensiv ging gar nichts.

Bei aller Kampfkraft war so die erhoffte Sensation einfach nicht drin. „Bis zum Strafraum war das okay, aber dann hat uns komplett die Durchschlagskraft gefehlt“, sagte Christian Hock. Die Folge: Im dritten Versuch machte Sascha Rösler mit dem 2:0 in der 80. Minute schließlich alles klar, Oliver Fink erzielte den Endstand. Der Rest waren Jubelgesänge des lautstarken Düsseldorfer Anhangs.

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 31.07.2011)

Ein guter Neuer im Tor

Einzelkritik: KSV-Außenverteidiger haben schweren Stand.

Die neu formierte Mannschaft des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen präsentierte sich beim Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf das erste Mal im Auestadion. Grund genug, die Leistung eines jeden Einzelnen zu betrachten.

Erik Domaschke: Der neue KSV-Torwart strahlte von Beginn an Sicherheit aus. Klasse waren seine Reaktion gegen Sascha Rösler in der 5. Minute und die Abwehr gegen Max Beister in der 55. Minute. An den Gegentoren machtlos.

Viktor Riske: Wirkte nervös – und zählte zu den Unsicherheitsfaktoren im KSV-Spiel. Der rechte Außenverteidiger ließ sich vor dem 0:1 von Sascha Rösler austanzen.

Tim Knipping: An dem 18-Jährigen wird der KSV noch viel Freude haben. Spielte gegen Düsseldorf über weite Strecken wie ein erfahrener Innenverteidiger – nur vor dem 0:1 war er kurz wieder 18, als er sich von Torschütze Bröker hat überspringen lassen.

Jens Grembowietz: Hatte die Defensivabteilung lange im Griff – so gut das eben geht gegen ein zwei Klassen höher eingestuftes Team. Gegen Ende ließ auch er nach.

Bernd Gerdes: Geriet auf der linken Abwehrseite nach solidem Beginn Mitte der zweiten Halbzeit immer mehr ins Schwimmen. War der Gewinner des Abpfiffs, weil er richtig kaputt zu sein schien.

Dennis Wehrendt: Der Neuzugang aus Lübeck war als defensiver Mittelfeldspieler bemüht, Struktur ins Spiel zu bekommen. Schoss in der 14. Minute fast ein Tor – ein Eigentor. Wurde stärker. Könnte später mit dem derzeit verletzten Kapitän Enrico Gaede eine gute Doppelsechs bilden.

Patrick Wolf: Im defensiven Mittelfeld eher unauffällig. Immerhin: kämpferisch über zeugend, aber kein adäquater Ersatz für Enrico Gaede.

Andreas Mayer: War diesmal dem Platzverweis näher als einem Torerfolg. Bot zumindest in der ersten Halbzeit den Alles-Mayer: schoss die Freistöße und nahm auch schon mal aus 25 Metern Maß – ohne Erfolg. War ganz nebenbei auch für viele (taktische) Fouls zuständig. Mit zehn Bobo Mayers hätte der KSV entweder gewonnen oder die Partie nur mit sechs Mann beendet. René Ochs: Kämpfte, rackerte, aber blieb insgesamt glücklos. Wird sich in Zukunft mit Caner Metin einen Zweikampf um einen Platz im Team liefern müssen.

Tobias Damm: Der Stürmer kam kaum zur Geltung. Und wenn er den Ball einmal hatte, versprang er ihm häufig. Torchancen? Mangelware.

Nazif Hajdarovic: Ist einer, der auch gegen einen Zweitligisten den Ball behaupten kann. Wird eine Verstärkung sein. Agil, aber gegen Düsseldorf noch glücklos und in der zweiten Halbzeit sehr unauffällig.

Caner Metin: Kam in der 60. Minute für René Ochs ins Spiel und sah in der 61. Minute Gelb. Dazwischen lag ein kurzes Solo. Viel mehr war nicht.

Sebastian Gundelach: Kam in der 60. Minute und setzte kaum mehr Akzente.

Patrick Herpe: Kam noch später als Gundelach und setzte noch weniger Akzente – was man ihm aber nicht zum Vorwurf machen kann. Es lief insgesamt nicht mehr beim KSV.

Die Videowand: Zeigte gute Szenen vor dem Spiel (viele KSV-Tore), trat nach Anpfiff aber kaum mehr in Erscheinung.

Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 31.07.2011)

Kommentar zum verlorenen Pokalabend - Vorlage nutzen

Kassel. Der Abend war schön, doch KSV-Fans kamen wohl kaum auf ihre Kosten: Der Fußball-Regionalligist gab sich am Wochenende mit 0:3 gegen Fortuna Düsseldorf geschlagen.

Mit der Sensation ist es also nichts geworden. Zwei Klassen Unterschied sind zwei Klassen Unterschied. Um die wettmachen zu können, muss alles passen. Das war beim KSV nicht der Fall.

Der zu kleine Kader, die Verletzung des Kapitäns, im Spiel ein recht frühes Gegentor – so konnten die Löwen bei aller Kampfkraft nicht überraschen. Es ist trotz ordentlicher Ansätze schnell deutlich geworden, woran es fehlt im neuen Jahrgang der Löwen. Vor allem als klar wurde, dass in der Offensive Durchschlagskraft fehlte, hatte Trainer Christian Hock kaum Möglichkeiten zu reagieren. Seine Bank ist einfach noch nicht gut genug besetzt.

Der Pokalabend im Auestadion brachte trotzdem auch positive Erkenntnisse. Die Region hat Bock auf Fußball. Und die KSV-Fans sind gewillt, ihrer neuen Mannschaft eine Chance zu geben. Dieses Signal ist angekommen bei den Spielern.

Der Klub ist nun aufgefordert, diese Vorlage zu nutzen und schnell bessere Voraussetzungen zu schaffen für Trainer Hock und sein Team. Am Samstag beginnt der Liga-Alltag. Dann wird sich zeigen, wo diese Löwen wirklich stehen.

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 31.07.2011)