Koreanisch-Kurs
inklusive
Kassel.
Wer wissen will, wie es den Regionalliga-Fußballern
des KSV Hessen Kassel im Trainingslager
erging, der sollte am besten Manuel Pforr
fragen. Der Stürmer hat sich in den
vergangenen Tagen als Teamsprecher empfohlen.
Von Montag bis zum gestrigen Freitag verfasste
er täglich einen Bericht, der auf
der Internetseite der Löwen veröffentlicht
wurde. Pforr schildert darin seine Eindrücke
aus der Sportschule Schöneck bei
Karlsruhe. Davon gab es mehr als genug:
Schließlich begannen die Tage früh,
sehr früh. Erste Laufeinheit: um
sieben Uhr!
„Das
waren dann richtige Wachmacher“,
erzählt der 23-Jährige gestern
am Telefon während der Rückfahrt
von Karlsruhe nach Kassel, auf der er
den letzten Eintrag für sein Tagebuch
schrieb. Das frühe Aufstehen hat
Pforr aber nicht als Belastung empfunden:
„Für mich war das kein Problem,
ich muss ja auch sonst oft so früh
raus, wenn ich zur Uni gehe“, sagt
der Angreifer, der an der Universität
Kassel Sport und Chemie auf Lehramt studiert.
Weitere
Trainingseinheiten und Teambesprechungen
schlossen sich dem Wachmacher an, Mittwoch
und Donnerstag standen darüber hinaus
Testspiele gegen die Oberligisten VfR
Mannheim (0:2) und Hauenstein (1:1) an.
„Insgesamt sind wir ganz schön
an unsere Grenzen gegangen“, findet
Pforr. „Aber der Trainer hat uns
immer wieder motiviert und war mit uns
zufrieden.“ Als Belohnung gab Coach
Uwe Wolf seinen Spielern bis kommenden
Dienstag frei. „So kommt auch kein
Lagerkoller auf“, sagt Pforr, der
sich in den vergangenen Tagen aber nicht
nur fußballerisch weiterbildete.
Er teilte
sich das Zimmer mit Neuzugang Tae-Jin
Kim, einem Südkoreaner, der bisher
weder Deutsch noch Englisch spricht. „Wir
haben uns mit Händen uns Füßen
verständigt“, berichtet Pforr,
der so auch ganz nebenbei ein bisschen
Koreanisch lernte. „Wie geht’s
– das kann ich jetzt schon auf Koreanisch
fragen.“ Wenn er damit bei Teamkollege
Bobo Mayer vorstellig wird, könnte
er sogar auf eine Antwort hoffen, denn:
Mayer war auf einem Zimmer mit Kassels
zweitem Südkoreaner Jin Woo Kwak.
Wie bei Pforr und Kim soll auch dort die
Zimmergemeinschaft prima funktioniert
haben.
Pforr
spricht so auch von einer insgesamt sehr
guten Stimmung. Aber nicht nur deswegen
ist er zuversichtlich für den Rest
der Rückrunde. Er, der fast die gesamte
Hinrunde wegen einer Schambeinentzündung
ausfiel, hat Hoffnung, dass er nun von
Verletzungen verschont bleibt. Gegen Hauenstein
am Donnerstag wirkte er eine Halbzeit
lang mit, dann wurde er ausgewechselt
– vorsichtshalber. Ein bisschen
bange ist ihm schon noch, dass er sich
wieder verletzen könnte. Ein großes
Ziel aber bleibt: sich zu empfehlen für
einen neuen Vertrag über die Saison
hinaus. Als Teamsprecher und Tagebuchautor
hat er sich bereits einen Namen gemacht.
Florian
Hagemann (HNA-Sportredaktion, 09.02.2012)