Hessenpokal:
KSV verliert 3:0 gegen Wehen Wiesbaden
Marburg.
Nach dem Ende aller Hoffnungen auf den Aufstieg
in die Dritte Liga musste der KSV Hessen Kassel
am Dienstagabend eine weitere Niederlage einstecken:
Er verlor im Finale des Hessenpokals gegen
den Drittligisten Wehen Wiesbaden 3:0.
Auch mit
dem Trostpreis wurde es nichts. Drei Tage
nachdem Fußball-Regionalligist KSV Hessen
Kassel nahezu alle Chancen im Titelkampf verspielt
hat, reichte es auch im Hessenpokal nicht
zum Titel. Der favorisierte Drittligist SV
Wehen Wiesbaden gewann vor 2500 Zuschauern
in Marburg mit 3:0 (1:0).
So deutlich,
wie es klingt, war das Finale allerdings nicht.
Nach einem frühen Rückstand spielte
der Regionalligist lange gut mit, wurde dann
aber ausgekontert. KSV-Trainer Christian Hock
hatte sein Team auf vier Positionen verändert.
Sven Hoffmeister kehrte ins Tor zurück.
Neben dem verletzten Jens Grembowietz mussten
Mario Pokar und Kai Koitka weichen.
Dafür
war viel Defensive angesagt - mit Mentor Latifi,
Michael Zepek und Andreas Mayer. Was aber
sollte auf keinen Fall passieren, wenn du
als Außenseiter betont defensiv in ein
Spiel gehst? Richtig, ein frühes Gegentor.
Und was passierte? Ein frühes Gegentor.
Nach nur 45 Sekunden versenkte Fabian Schönheim
einen Freistoß im KSV-Tor. Torhüter
Sven Hoffmeister sah dabei nicht gut aus.
Das 0:1 war
ein Schock für die von rund 800 Fans
begleiteten Löwen. Die brauchten 15 Minuten,
um in die Partie zu kommen. Und einiges Glück,
dass Ioannis Masmanidis nicht schnell das
0:2 nachlegte (5.). Dann aber kam Kassel ins
Spiel. Vor allem René Ochs sorgte für
viel Wirbel in der Hälfte des Drittligisten.
Ochs selbst, der nach einem Fehler von Torhüter
Michael Gurski den Ball auf den Fuß,
aber nicht ins Tor bekam (13.), Sebastian
Gundelach, der nach Benjamin Weigelts Flanke
freistehend das Leder nicht richtig traf (23.)
und vor allem Andreas Mayer, der nach einem
Zuspiel von Tobias Damm aus sechs Metern hoch
über das Tor schoss (33.), hatten gute
Chancen zum Ausgleich.
Und es gab
noch die Szene, als Gundelach auf Damm passte,
der aber freistehend von Schiedsrichter Marcus
Rolbetzki zurückgepfiffen wurde (32.).
Abseits? Selbst die auf der Tribüne sitzende
Polizei-Einsatzleitung war sich sicher: Nie
im Leben Abseits. Und wenn selbst die Polizei
das sagt ...
Wie auch
immer: Damm wurde die Chance zum Ausgleich
genommen. Die Löwen aber bestimmten die
Partie. Und natürlich stärkte Hock
nach dem Wechsel die Offensive, brachte für
Mentor Latifi nun Kai Koitka. Und der hatte
nach drei Minuten gleich eine Riesenchance,
schoss nach Damms Querpass aber über
das Tor.
Und was
tat der Drittligist? Lange nicht viel. Dann
aber Entscheidendes: Nach einem langen Ball
stürmte Marco Sailer auf das KSV-Tor
zu, umspielte Hoffmeister und schob zum 2:0
ein (55.). Danach ging es hin und her. Mit
einem wichtigen Unterschied. Während
der KSV seine Möglichkeiten weiter vergab
- Gaede traf die Latte, der eingewechselte
Thorsten Bauer scheiterte an Gurski - nutzte
Wehen die Löcher in Kassels Abwehr. Marcel
Ziemer erhöhte auf 3:0 (68.). Die Messe
war gelesen. Und die Löwen müssen
nun auf den Pokalsieger hoffen. Wenn Wehen
am Samstag die Saison als Dritter oder Vierter
abschließt, dann rückt auch Kassel
in die Pokalhauptrunde. Und zumindest das
könnte in richtig schöner Trostpreis
werden.
Von Frank
Ziemke (HNA-Sportredaktion, 10.05.2011) |