Der
Sepp wird 85
Einst
spielte er zusammen mit dem späteren
Weltmeister-Torhüter Toni Turek bei
Ulm 46, traf später mit dem FK Pirmasens
auf weitere Fußball-Größen
wie Fritz Walter, Ottmar Walter, Horst
Eckel, Werner Kohlmeyer und Werner Liebrich
(alle Kaiserslautern), ehe er 1953 zum
KSV Hessen wechselte: In Kassel absolvierte
Sepp Schmied bis 1959 mehr als 250 Spiele;
erst als wieselflinker Linksaußen,
später als stürmender Verteidiger.
Am Pfingstmontag wird der gebürtige
Kemptener 85 Jahre alt. Doch so richtig
feiern kann Schmied, dessen Frau vor fünf
Jahren starb, nicht. Nach einem schweren
Unfall kurz vor Weihnachten 2010 ist er
an den Rollstuhl gefesselt, und sein neues
Zuhause ist seitdem das Altenheim an der
Kasseler Ahrensbergstraße. Zum Geburtstag
hat sich sein Sohn aus Berlin angemeldet.
„Mein zweiter Filius macht gerade
Urlaub in den USA, wird aber später
ebenfalls nach Kassel kommen, bevor er
wieder in die Schweiz fährt",
freut sich Schmied auf die nächsten
Tage.
Sepp Schmied war in jungen Jahren ein
begnadeter Leichtathlet. 1943 - bei der
deutschen Jugendmeisterschaft in Breslau
- wurde er zusammen mit drei Österreichern
Dritter in der 4x400-m- Staffel. Mit 11,0
Sekunden über 100 m und 6,80 m im
Weitsprung gewann er im gleichen Jahr
die Titel bei der Allgäu-Meisterschaft.
„Doch praktisch über Nacht
habe ich die Liebe zum Fußball entdeckt
und mir in Sonthofen mit vielen Toren
einen Namen gemacht", blickt Schmied
stolz auf den Beginn seiner Fußball-Karriere
zurück. An sein interessantestes
Spiel im Trikot der Löwen erinnert
sich Schmied gut: „Gleich zu Beginn
der Heimpartie gegen Nürnberg in
der Saison 1953/54 habe ich einen Elfmeter
verschossen, diesen Fehlschuss aber später
mit dem Tor zum 2:2-Endstand wieder wettgemacht.
Übrigens war das der einzige von
vielen Strafstößen, den ich
im KSV-Dress vergeben habe."
gra (HNA-Sportredaktion, 11.06.2011)