Wer
bleibt ein Löwe – und wer nicht?
Kassel.
Sie müssen und werden wieder einen
Neuanfang planen. Nach dem nächsten
gescheiterten Anlauf zum Aufstieg steht
Fußball-Regionalligist KSV Hessen
Kassel vor einem Scherbenhaufen. Trainer
Christian Hock, dessen Zukunft in Kassel
noch nicht gesichert ist, hat für
den Fall seines Bleibens einen personellen
Umbruch gefordert.
Den hatte
auch Thorsten Schönewolf, im Vorstand
zuständig für die sportlichen
Belange, im Interview mit unserer Zeitung
angekündigt. Wie geht es personell
weiter beim KSV?
Spieler
mit Vertrag:
Acht
Spieler aus dem jetzigen Kader haben noch
einen Vertrag für die kommende Spielzeit.
Mit Kapitän Enrico Gaede (29) und
Andreas Mayer (30) sind das auch die beiden
Anführer im Mittelfeld. Ebenfalls
noch unter Vertrag sind die Stürmer
Thorsten Bauer (33) und Tobias Damm (27)
sowie die offensiven MittelfeldspielerRené
Ochs (27) und Kai Koitka (29). Dazu kommen
mitSebastian Gundelach (28) und Michael
Zepek (30) zwei Verteidiger.
Der
Fall Harez Habib hat in der vergangenen
Saison gezeigt, dass ein laufender Vertrag
keine Garantie ist. Der Mittelfeldspieler
wurde aussortiert, erfüllte seinen
Vertrag aber in der Reserve, wo er einer
der Leistungsträger ist. Derzeit
scheint möglich, dass es auch vor
der kommenden Saison Härtefälle
geben wird. Die Ankündigung, verstärkt
auf junge und schnelle Spieler setzen
zu wollen, deutet das an. Dazu gibt es
auch noch einen neunten Spieler, der noch
einen Vertrag bei den Löwen besitzt:
Sebastian Busch (28) ist derzeit an Vellmar
ausgeliehen. Besteht er auf eine Rückkehr,
könnte Busch der nächste Habib
werden.
Spieler
mit Perspektive:
Nachdem
die Saison in der Rückrunde in einem
Desaster geendet ist, verlangen natürlich
auch die Fans nach neuen Gesichtern. Das
macht es für den derzeitigen Kader
schwer. Einer, der die Zuschauer nach
Schwierigkeiten zum Auftakt mit seinen
Leistungen überzeugt hat, ist sicherTorhüter
Morten Jensen (22). In der Schlussphase
der Saison spielte sich auch Verteidiger
Jens Grembowietz (23) nach vorn und erhöhte
vielleicht seine Chance auf eine Vertragsverlängerung.
Der
Emporkömmling der letzten Wochen
aber war Nachwuchsspieler Tim Knipping
(18), den die Löwen unbedingt für
die erste Mannschaft halten wollen.
Wackelkandidaten:
Sie
haben nicht wirklich überzeugt, aber
an guten Tagen gezeigt, zu was sie fähig
sind. Deshalb haben die Wackelkandidaten
noch eine Chance, sie müssen sich
aber gehörig anstrengen. Das gilt
zum Beispiel für Mario Pokar (21),
der sich als Gestalter hinter den Spitzen
nur dann bewährt hat, wenn es ohnehin
schon lief beim KSV. Außenverteidiger
Benjamin Weigelt (28) muss noch konstanter
werden und darf sich keine Aussetzer mehr
wie jenes grobe, mit Rot geahndete Foul
in Darmstadt leisten. Mittelfeldspieler
Ken Asaeda (27) muss vor allem im konditionellen
Bereich zulegen und mehr Drang nach vorne
zeigen, um eine Alternative für die
Zukunft zu sein.
Eine
solche könnte auch Sven Hoffmeister
(40) bleiben, allerdings nur als Ersatztorwart.
Moritz Murawski (19) hat Talent, ihm ist
zu wünschen, dass er sich mal beweisen
kann.
Spieler
ohne Perspektive:
Florian
Heussner (23) und Mario Neunaber (29)
gehören zu den großen Enttäuschungen
dieser Saison. Außenverteidiger
Heussner entwickelt sich nicht weiter,
Innenverteidiger Neunaber spielt weit
unter seinen Möglichkeiten. Thomas
Brechler (25), Rückkehrer im Winter,
hat seine Chance nicht genutzt. Jarek
Matys (24) trat auch wegen eines Praktikums
zuletzt kaum in Erscheinung. Der lange
verletzte Dennis Joedecke (21) und Manuel
Pforr (22) sind (noch) nicht auf Viertliga-Niveau.
Bleibt Mentor Latifi (27) – ein
Härtefall, aber für ein Spitzenteam
in der Regionalliga fehlt ihm das letzte
Quäntchen.
HNA-Sportredaktion,
16.05.2011