KSV
qualifiziert sich doch für den DFB-Pokal
- 100.000 Euro Startprämie
Kassel.
Jetzt also doch: Der KSV Hessen Kassel
hat sich für die erste Runde des
DFB-Pokals qualifiziert. Und das, obwohl
die Mannschaft in der vergangenen Woche
das Finale des Hessenpokals gegen Wehen
Wiesbaden verloren hatte.
Dass
die Löwen dennoch beim DFB-Pokal
dabei sind, haben sie kurioserweise trotzdem
den Wiesbadenern zu verdanken. Sie profitieren
vom vierten Platz, den Wehen in der dritten
Liga belegt. Dadurch sind die Wiesbadener
automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert
und der KSV rückt als Hessenfinalist
nach.
In der
ersten Pokal-Runde könnte zwischen
29. Juli und 1. August nun ein größerer
Gegner ins Auestadion kommen. Mögliche
Gegner sind neben den 18 Teams aus der
1. Bundesliga, auch die 14 besten Mannschaften
der 2. Liga. Ausgelost wird die erste
Pokalrunde in der Sportschau der ARD am
11. Juni ab 18 Uhr.
Die
Wut der Fans ist derweil groß, jetzt,
da die Saison endgültig gelaufen
ist für den Fußball-Regionalligisten
KSV Hessen Kassel. „Ich kann das
verstehen. Die Wut ist korrekt“,
sagt Trainer Christian Hock nach der 0:2-Niederlage
bei 1860 München II, durch die der
KSV endgültig jede Hoffnung auf den
Aufstieg eingebüßt hat. „Die
Fans unterstützen die Mannschaft,
machen Auswärtsfahrten und werden
so enttäuscht“, sagt Hock.
Auch
Vorwürfe, die Löwen hätten
nicht aufsteigen wollen, wie sie auch
im Internet-Forum unserer Zeitung auf
HNA.de formuliert werden, kann er nachvollziehen.
„Ich verstehe, dass solche Unterstellungen
entstehen. Allerdings geht sicher kein
Spieler in ein Spiel und sagt sich: Ich
will nicht aufsteigen.“ Die Mannschaft
habe nach der nächsten Pleite in
München nicht nur Kritik erfahren,
sondern auch einigen Zuspruch. Motto:
Dann greifen wir nächste Saison wieder
an!
Zunächst
einmal aber bleibt: Eine Spielzeit, die
bis zu Winterpause so hoffnungsvoll verlief,
liegt in Scherben. Nur der Pokal tröstet
da ein wenig. „Wir müssen einen
Dankesgruß an Wehen Wiesbaden senden“,
sagt Hock, nachdem der Drittligist durch
den Sieg in Bremen Platz vier verteidigte.
So zieht auch der am Dienstag im Finale
des Hessenpokals unterlegene KSV in die
Hauptrunde ein. Was derzeit sicher nur
ein schwacher Trost ist, kann sich für
die kommende Saison aber als äußerst
wertvoll erweisen. Fakt ist: Die Kasseler
können in ihrem Etat schon einmal
mit mindestens 100.000 Euro mehr planen.
Diese
Summe wird in der ersten Runde vom DFB
als Startprämie ausgeschüttet.
Dazu kommen die Einnahmen, die mit dem
Gegner geteilt werden müssen. Und
der wird in jedem Fall ein Profiklub sein.
In der ersten Runde wird den Amateuren
ein Erst- oder Zweitligist zugelost. Ein
wenig träumen von Dortmund, Schalke
oder Bayern ist also erlaubt. Bei einem
Einzug in die zweite Runde stiege die
Prämie bereits auf 250.000 Euro.
„So
ein Spiel kann ein schönes Zubrot
sein“, sagt Hock. Auf seine Entscheidung,
ob er über die Saison hinaus Löwen-Trainer
bleiben möchte, habe das aber keinen
Einfluss. In der vergangenen Woche gab
es vor dem München-Spiel ein erstes
loses Gespräch. Das soll nach Wunsch
des Trainers nun zügig fortgesetzt
werden. Hock drängt auf eine schnelle
Entscheidung, um dann genügend Zeit
für einen klaren Umbruch in der Teamstruktur
haben zu können. Vor allem der Altersschnitt
der Löwen soll deutlich gesenkt werden.
Hock jedenfalls signalisiert vor den Gesprächen
Interesse, in Kassel zu bleiben: „Ein
Umfeld wie der KSV haben nur wenige Regionalligisten
zu bieten.“
Von Frank
Ziemke (HNA-Sportredaktion, 16.05.2011)