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Regionalliga Süd, Saison 2010/11
Presse

KSV qualifiziert sich doch für den DFB-Pokal - 100.000 Euro Startprämie

Kassel. Jetzt also doch: Der KSV Hessen Kassel hat sich für die erste Runde des DFB-Pokals qualifiziert. Und das, obwohl die Mannschaft in der vergangenen Woche das Finale des Hessenpokals gegen Wehen Wiesbaden verloren hatte.

Dass die Löwen dennoch beim DFB-Pokal dabei sind, haben sie kurioserweise trotzdem den Wiesbadenern zu verdanken. Sie profitieren vom vierten Platz, den Wehen in der dritten Liga belegt. Dadurch sind die Wiesbadener automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert und der KSV rückt als Hessenfinalist nach.

In der ersten Pokal-Runde könnte zwischen 29. Juli und 1. August nun ein größerer Gegner ins Auestadion kommen. Mögliche Gegner sind neben den 18 Teams aus der 1. Bundesliga, auch die 14 besten Mannschaften der 2. Liga. Ausgelost wird die erste Pokalrunde in der Sportschau der ARD am 11. Juni ab 18 Uhr.

Die Wut der Fans ist derweil groß, jetzt, da die Saison endgültig gelaufen ist für den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. „Ich kann das verstehen. Die Wut ist korrekt“, sagt Trainer Christian Hock nach der 0:2-Niederlage bei 1860 München II, durch die der KSV endgültig jede Hoffnung auf den Aufstieg eingebüßt hat. „Die Fans unterstützen die Mannschaft, machen Auswärtsfahrten und werden so enttäuscht“, sagt Hock.

Auch Vorwürfe, die Löwen hätten nicht aufsteigen wollen, wie sie auch im Internet-Forum unserer Zeitung auf HNA.de formuliert werden, kann er nachvollziehen. „Ich verstehe, dass solche Unterstellungen entstehen. Allerdings geht sicher kein Spieler in ein Spiel und sagt sich: Ich will nicht aufsteigen.“ Die Mannschaft habe nach der nächsten Pleite in München nicht nur Kritik erfahren, sondern auch einigen Zuspruch. Motto: Dann greifen wir nächste Saison wieder an!

Zunächst einmal aber bleibt: Eine Spielzeit, die bis zu Winterpause so hoffnungsvoll verlief, liegt in Scherben. Nur der Pokal tröstet da ein wenig. „Wir müssen einen Dankesgruß an Wehen Wiesbaden senden“, sagt Hock, nachdem der Drittligist durch den Sieg in Bremen Platz vier verteidigte. So zieht auch der am Dienstag im Finale des Hessenpokals unterlegene KSV in die Hauptrunde ein. Was derzeit sicher nur ein schwacher Trost ist, kann sich für die kommende Saison aber als äußerst wertvoll erweisen. Fakt ist: Die Kasseler können in ihrem Etat schon einmal mit mindestens 100.000 Euro mehr planen.

Diese Summe wird in der ersten Runde vom DFB als Startprämie ausgeschüttet. Dazu kommen die Einnahmen, die mit dem Gegner geteilt werden müssen. Und der wird in jedem Fall ein Profiklub sein. In der ersten Runde wird den Amateuren ein Erst- oder Zweitligist zugelost. Ein wenig träumen von Dortmund, Schalke oder Bayern ist also erlaubt. Bei einem Einzug in die zweite Runde stiege die Prämie bereits auf 250.000 Euro.

„So ein Spiel kann ein schönes Zubrot sein“, sagt Hock. Auf seine Entscheidung, ob er über die Saison hinaus Löwen-Trainer bleiben möchte, habe das aber keinen Einfluss. In der vergangenen Woche gab es vor dem München-Spiel ein erstes loses Gespräch. Das soll nach Wunsch des Trainers nun zügig fortgesetzt werden. Hock drängt auf eine schnelle Entscheidung, um dann genügend Zeit für einen klaren Umbruch in der Teamstruktur haben zu können. Vor allem der Altersschnitt der Löwen soll deutlich gesenkt werden. Hock jedenfalls signalisiert vor den Gesprächen Interesse, in Kassel zu bleiben: „Ein Umfeld wie der KSV haben nur wenige Regionalligisten zu bieten.“

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 16.05.2011)