Sieg
gegen Wiesbaden - Stadel trifft zum Abschied
Kassel. Es
war noch einmal ein Spiegelbild der gesamten
Saison. Der KSV stürmte. Der KSV hatte
Chancen in Hülle und Fülle. Der
KSV scheiterte. Immer und immer wieder.
Eines gab
es dann aber doch, das die Partie des KSV
Hessen Kassel gegen den SV Wehen Wiesbaden
unterschied von so vielen anderen in dieser
nicht eben glücklichen Saison in der
Fußball-Regionalliga: Ein Tor reichte
den Löwen zum Sieg. 1:0 (0:0) nach 90
Minuten mit Fußball, den man gemeinhin
Sommerfußball nennt.
1400 Zuschauer
nur noch im Auestadion. Zwei Teams, für
die es spürbar um nichts mehr ging. Überraschend
waren höchstens die letzten Minuten,
als Wehens Torhüter Nico Adami bei einer
Ecke den Weg nach vorn suchte, als wolle er
den 90 Minuten wenigstens etwas Dramatik verleihen.
"Es
hätte zu dieser Saison gepasst, dass
wir da noch ein Gegentor bekommen", sagt
KSV-Trainer Mirko Dickhaut später. Denn
Spiele wie diese haben die Löwen ja häufig
erlebt im zurückliegenden Jahr. Drückend
überlegen sein, Möglichkeiten für
ein halbes Dutzend Tore besitzen und am Ende
höchstens mit einem Punkt dastehen. "Wir
haben gelernt, dass Unentschieden niemanden
weiterbringen. Es ist ja fast schon paradox:
Wir haben seltener verloren als im vorigen
Jahr und stehen trotzdem schlechter da",
resümierte Dickhaut.
Wer noch
einmal bestätigt haben wollte, wo eines
der Hauptprobleme der Löwen lag, bekam
das im letzten Heimspiel anschaulich vorgeführt.
Allein Stefan Markolf hätte gegen Wehen-Wiesbaden
für einen klaren Sieg sorgen können.
Doch der Mittelfeldspieler brachte selbst
dann den Ball nicht über die Linie, als
er nach der Vorarbeit von Kevin Wölk
das freie Tor vor sich hatte (12.).
Markolf
war damit aber nicht allein. Ob Thorsten Bauer,
Enrico Gaede, Kevin Wölk, René
Ochs - es gab nahezu keinen Löwen, der
nicht irgendwann in diesen 90 Minuten vor
Wehens Tor scheiterte. Den Sieg sicherte schließlich
ein Abwehrspieler, der bald nicht mehr da
ist. Marcel Stadel traf in der 49. Minute
im Nachschuss und verabschiedete sich so Richtung
Offenbach. Wohl habe er sich in Kassel gefühlt,
und deshalb bedankte sich Stadel mit den Worten:
"Bleibt wie ihr seid." Die Fans
werden das gerne hören.
Dickhaut
und die KSV-Verantwortlichen dagegen wollen
einiges ändern. Der Umbau der Mannschaft
soll in dieser Woche energisch weitergeführt
werden. Zwei Pflichtaufgaben aber bleiben
noch zu erfüllen. Am Dienstag tritt der
KSV in der dritten Runde des Kreispokals beim
Spielverein Kassel an (18.30 Uhr), am Samstag
geht es zum herbeigesehnten Saisonabschluss
nach Weiden.
Von Frank
Ziemke (HNA-Sportredaktion, 22.05.2010)
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