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<<< 30. Spieltag
Regionalliga Süd 2009/10, 32. Spieltag

Stuttgarter Kickers - KSV Hessen Kassel

3:3 (2:1)

Samstag, 15.05.2010 - 14 Uhr
Gazi-Stadion auf der Waldau

Stuttgarter Kickers
KSV Hessen Kassel
Daniel Wagner
Marcel Rapp
Michele Rizzi (90. Royal-Dominique Fennell)
Alessandro Abruscia
Marcel Ivanusa
Patrick Auracher
Mahir Savranlioglu
Vincenzo Marchese
Jerome Gondorf
Dirk Prediger (63. Philip Türpitz)
Kaan Tosun (58. Gökhan Gümüssu)
Trainer: Dirk Schuster
Spielstatistik
Tore: 0:1 Wölk (5.), 1:1 Ivanusa (18.), 2:1 Rizzi (20.), 2:2 Wölk (48., Foulelfmeter), 3:2 Marchese (85., Foulefmeter), 3:3 Unger (88.) - Gelbe Karten: Prediger, Rizzi, Ivanusa - Wölk, Unger - Schiedsrichter: Ingo Müller (Ansbach) - Zuschauer: 2.075
Spielbericht

3:3 - Offensivspektakel endet Unentschieden

Anders als beim Pokalspiel in Fulda gegen Offenbach spielte der KSV Hessen in Stuttgart wieder mit Thorsten Bauer und Thomas Brechler als Doppelspitze. Die Löwen mussten im defensiven Mittelfeld auf den angeschlagenen Kapitän Enno Gaede verzichten, während Stefan Markolf zunächst einmal auf der Bank Platz nehmen musste. Das Mittelfeld wurde dafür zusätzlich durch Harez Habib unterstützt. Bei den Schwaben fehlte Tunjic, der die Torschützenliste der Regionalliga Süd anführt. Er sah beim letzten Spiel der Kickers in Reutlingen die Rote Karte.

Das Spiel im Stuttgarter Stadtteil Degerloch, direkt unter dem Fernsehturm, begann ganz nach dem Geschmack der rund 50 mitgereisten Löwen-Fans. Nach gerade einmal fünf Minuten gab es einen Freistoß für den KSV. Aus spitzen Winkel zog Kevin Wölk zur Überraschung von Kickers-Torwart Daniel Wagner direkt ab und es hieß schon früh 1:0 für die Löwen. Es lief gut, doch ein Doppelschlag innerhalb von nur 100 Sekunden drehte das Spiel. In der 18. Minute spielte Jerome Gondorf den Ball in den Rücken der Kasseler Abwehr zu Marcel Ivanusa, der ungehindert zum Ausgleich einschieben konnte. Doch das war es noch nicht. Wenige Augenblicke später war Dennis Lamczyk ein zweites Mal geschlagen, nachdem Rizzi eine Vorlage von Marchese nutzte. Trotz des Rückschlages blieben die Löwen in diesem munteren Spiel weiter engagiert und erspielten sich Möglichkeiten. So in der 35. Minute, als Kickers-Torwart Wagner einen tollen Kopfball von Thorsten Bauer nur mit Mühe entschärfen konnte.

Im zweiten Durchgang gab es gleich zu Beginn wieder einen Paukenschlag durch die Löwen. Nach einem weiten Einwurf von Gundelach wurde Thorsten Bauer von Verteidiger Rapp umgerissen - Schiedsrichter Müller zeigte sofort auf den Punkt. Kevin Wölk verwandelte sicher rechts unten ins Eck.

Auch in der Folgezeit gab es für die Löwen weiter gute Möglichkeiten. So hatte Kevin Wölk in der 68. Minute Pech, als sein schöner Volley-Schuss nur knapp über die Latte pfiff. Nur fünf Minuten später köpfte Mentor Latifi nach einem Eckball nur knapp über das Tor. Aber auch die Kickers hatten weiter gute Gelegenheiten. In der 81. Minute sorgte ein Kopfball vom eingewechselten Türpitz für Gefahr, aber der Ball ging knapp über die Querlatte.

Das Spiel war ohnehin schon turbulent, doch in den letzten Minuten überstürzten sich die Ereignisse. Zunächst sorgte das Elfmetertor von Marchese für Entsetzen unter den Löwenfans. Nur vier Tage nach dem bitteren Pokal-K.o. in Fulda gegen Offenbach die nächste last minute Niederlage? Nein! Die Mannschaft von Trainer Mirko Dickhaut zeigte eine tolle Moral und kämpfte sich zurück. Nach einem Eckball von Kevin Wölk köpfte Markus Unger in der 88. Minute den Ausgleich für die Löwen. Doch auch das war es noch nicht. In der dritten Minute der Nachspielzeit hatten die Kickers durch den gefährlichen Türpitz noch eine weitere dicke Chance, aber Lamczyk konnte diese Möglichkeit mit einer tollen Parade entschärfen.

Oliver Zehe / Presseteam, 15.05.2010

Überragender Kevin Wölk

Stuttgart. Es war unter der Woche viel vom Schock und der großen Enttäuschung beim KSV Hessen Kassel die Rede gewesen. Und der Befürchtung, dass die unglückliche Niederlage im Finale des Hessenpokals gegen Offenbach Spuren beim Team von Trainer Mirko Dickhaut hinterlassen könnte. Würde die Mannschaft das in der Fußball-Regionalliga Süd bei den heimstarken Stuttgarter Kickers aus den Köpfen bekommen oder würde es die nächste Pleite setzen?

Nun, so schlimm ist es nicht gekommen. Zwar gab es für den KSV mit dem 3:3 (1:2) im Duell der Remis-Könige wie fast zu erwarten das 14. Unentschieden der Saison – doch von einem Schock war nichts zu spüren. Stattdessen sahen 2075 Zuschauer eine sehenswerte Partie. „Dafür, dass es für beide Teams um nicht mehr viel geht, war es hart umkämpft“, sagte der überzeugend spielende Thorsten Bauer.

Gaede mit Kniebeschwerden

Der 32-Jährige musste Enrico Gaede als Kapitän vertreten, weil der Mittelfeldspieler wegen Kniebeschwerden ausfiel. „Nichts Schlimmes“, gab Dickhaut gestern Entwarnung. Seine Auswechselung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Schon am kommenden Samstag werde Gaede wieder auflaufen können. Doch auch ohne Gaede dominierte Kassel zunächst die temporeiche Begegnung. Und wurde früh belohnt: Mit einem Freistoß fast von der Grundlinie, den Kickers-Keeper Daniel Wagner noch mit ins Tor lenkte, brachte der starke Kevin Wölk die Gäste in der 5. Minute in Führung. „Aber dann hat meine Mannschaft die Handbremse angezogen statt weiterzuspielen“, kritisierte Dickhaut.

Die Folge: Die nun bissigeren Kickers gewannen zwischenzeitlich die Oberhand und drehten die Partie mit einem Doppelschlag innerhalb von drei Minuten durch unhaltbare Schüsse von Marcel Ivanusa (18.) und Michele Rizzi (20.). „Da haben wir ein paar Minuten komplett verschlafen“, ärgerte sich Bauer.

Dabei mussten die Stuttgarter den Ausfall ihres gesperrten Toptorjägers Mijo Tunjic (19 Treffer) verkraften. Doch was dem Angriff der Schwaben an Qualität fehlte, machte ihr Mittelfeld um Regisseur Enzo Marchese wett.

Nach der Pause schlug der individuell besser besetzte KSV allerdings zurück: Einen vom Stuttgarter Kapitän Marcel Rapp an Bauer verschuldeten Foulelfmeter verwandelte Wölk sicher zum 2:2 (49.) und leitete mit seinem elften Saisontor eine dominante halbe Stunde der Gäste ein. In der Schlussphase wurde es dann turbulent: Erst wurde Marchese von Markus Unger gefoult und verwandelte den Strafstoß zum 3:2 für die Gastgeber (85.). Eine Minute später köpfte ausgerechnet Unger einen Eckball von Wölk zum verdienten 3:3 ein.

14. Unentschieden

Versöhnlich stimmen konnte das Thorsten Bauer nach dem 14. Unentschieden der Saison und den Rückschlägen der vergangenen Monate nicht mehr. Denn auch der zweite Tabellenplatz dürfte nun weg sein. Dennoch fordert er noch zwei Siege gegen den SV Wehen Wiesbaden II und bei der SpVgg Weiden. „Das wäre ein gutes Ende einer grauenhaften Saison“, erklärte Bauer.

Von Matthias Jung (HNA-Sportredaktion, 16.05.2010)