Löwen
drehen das Spiel
Kassel. Der
KSV Hessen Kassel ist auf dem besten Weg,
die Saison in der Fußball-Regionalliga
zumindest zu einem versöhnlichen Ende
zu bringen. Im Spitzenspiel ohne großen
sportlichen Wert - Aalen steht als Aufsteiger
praktisch fest - bezwangen die Löwen
den Tabellenzweiten 1. FC Nürnberg II
deutlich mit 4:1 (1:1).
Die Gastgeber
lagen früh zurück, drehten die Partie
aber durch Tore von Kevin Wölk (Foulelfmeter),
Enrico Gaede sowie einen Doppelschlag von
Thorsten Bauer. Nach vier Spielen ohne Niederlage
hat der KSV so Platz zwei noch im Visier.
Dabei ging
es gar nicht gut los. Nach 14 Minuten führte
die erste gefährliche Situation zur Führung
der Gäste. Bei einem Eckstoß kam
Torhüter Dennis Lamczyk nicht energisch
genug heraus, Nürnbergs Verteidiger Jonatan
Kotzke dafür zum Kopfball, und es stand
0:1. Der personell am Krückstock gehende
KSV, der am Samstag in Aalen auch noch auf
Kevin Wölk und Thomas Brechler verzichten
muss (10./5. Gelbe Karte), brauchte danach
einige Zeit, um sich zu fangen. Nürnberg
hatte die Partie unter Kontrolle.
Es dauerte
über 25 Minuten, ehe der KSV langsam
die Initiative ergriff. Mentor Latifi versuchte
sich mit einem Schuss aus 30 Metern, der aber
noch keine Gefahr darstellte (26.). Die gab
es auch nicht, als Stürmer Thomas Brechler,
von zwei Verteidigern bedrängt, im Strafraum
zu Boden ging. Kein Elfmeter. Noch nicht.
Der folgte aber drei Minuten später:
Nach einem Freistoß von Wölk wurde
Brechler zu Boden gerissen. Diesmal hatte
Schiedsrichter Florian Steuer keine Zweifel,
entschied sofort auf Strafstoß. Wer
würde antreten? Schließlich hatte
nach Thorsten Bauer und Harez Habib zuletzt
auch Enrico Gaede vergeben. Es war dann Wölk,
der sich den Ball schnappte - und sicher verwandelte.
Nach 31 Minuten stand es 1:1.
Anders als
zu Beginn gehörte die erste Chance im
zweiten Durchgang den Kasselern. Nach einer
Wölk-Ecke köpfte Latifi über
das Tor (48.). Es fing also gut an - doch
dann passierte erst einmal wenig. So entschied
sich Trainer Mirko Dickhaut, zu reagieren.
Für Verteidiger Latifi kam Flügelspieler
Danijal Gataric.
Das Signal
zu mehr Offensive war gegeben - und es brachte
schnell Erfolg. Sebastian Gundelach schlug
eine Flanke von der rechten Seite, die lang
und länger wurde, Enrico Gaede stürmte
heran und drückte das Leder am hinteren
Pfosten über die Linie. Ein richtig schöner
Treffer zum 2:1 (68.), der eine furiose Schlussphase
der Löwen einleitete. Thorsten Bauer
sorgte mit den Treffern zum 3:1 und 4:1 für
Freude bei den Fans, die mit dem Gedanken
dann schon bei einem anderen Spiel waren.
Holt den Pokal für uns“, forderten
sie mit Blick auf das Finale gegen Kickers
Offenbach am kommenden Dienstag. Dann hätte
die Saison endgültig ein versöhnliches
Ende.
Von Frank
Ziemke (HNA-Sportredaktion, 05.05.2010) |