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2:1
- Löwen können doch noch gewinnen
Kassel. Fußball-Regionalligist
KSV Hessen Kassel kann doch noch gewinnen.
Nach fünf Spielen ohne Sieg bezwangen
die Löwen am Samstagnachmittag vor 1500
Zuschauern im Auestadion den SSV Reutlingen
mit 2:1.
In einer
unterhaltsamen Partie schossen Thomas Brechler
und der eingewechselte Mentor Latifi die Tore
für die Gastgeber.
Brechler
traf dabei kurz vor der Halbzeit zum 1:0 –
nach einer mustergültigen Flanke von
Harez Habib, der diesmal im offensiven Mittelfeld
agierte. Kevin Wölk rückte dafür
neben Enrico Gaede ins defensive Mittelfeld.
Brechler krönte mit dem Treffer seine
gute Leistung.
Zuvor schon
hatte er nach einer klasse Aktion allerdings
nur die Latte getroffen. 1:0 zur Pause, doch
kurz nach dem Seitenwechsel der Schock: 1:1
durch Daniel Bogdanovic, der nach einer Ecke
für Reutlingen zur Stelle war.
Die Löwen
aber resignierten jetzt nicht. Trainer Mirko
Dickhaut sprach nachher davon, dass seine
Mannschaft gewillt war, auf Sieg zu spielen.
Thorsten Bauer hatte zunächst Pech, als
er am Pfosten scheiterte.
Nach einem
langen Einwurf von Sebastian Gundelach in
der 79. Minute war es dann allerdings soweit:
Mentor Latifi köpfte zum verdienten 2:1
ein. Alles gut bei den Löwen? Nicht ganz:
In der ersten Halbzeit verletzte sich Torhüter
Tobias Wolf am Finger. Er musste ausgewechselt
werden.
Da Keeper
Dennis Lamczyk gesperrt ist und nur auf der
Tribüne saß, musste Torwart-Trainer
Pascal Formann ran. Er machte seine Sache
sehr ordentlich.
Von Florian
Hagemann (HNA-Sportredaktion, 24.04.2010)
Ein
Sieg gegen den Frust
Kassel. Wäre
Mentor Latifi in der 79. Minute nicht noch
der Siegtreffer zum 2:1 gegen den SSV Reutlingen
gelungen, hätten sie beim Fußball-Regionalligisten
KSV Hessen Kassel am Samstag allen Grund gehabt
zum Jammern – und das nicht nur wegen
der Minuskulisse von 1500 Zuschauern.
Nein, sie
hätten das Verletzungspech beklagen können,
das sich noch einmal vergrößerte:
Torhüter Tobias Wolf musste schon Mitte
der ersten Halbzeit durch Pascal Formann,
im Hauptberuf Torwarttrainer, ersetzt werden,
weil sich Wolf bei einem Luftkampf den kleinen
Finger gebrochen hatte.
Und sie
hätten lamentieren können, dass
sie das Glück wirklich nicht auf ihrer
Seite haben, was sich an Thorsten Bauers Chance
Mitte der zweiten Halbzeit am besten verdeutlichen
lässt: Der Stürmer zog aus 18 Metern
ab, der Ball klatschte an Pfosten und Latte
und sprang zurück ins Feld. Der Torschützenkönig
der vergangenen Saison kann in der Liga wohl
machen, was er will – ein Tor schießt
er im Moment nicht. Womöglich findet
sich selbst dann noch ein Maulwurf, der einen
Treffer verhindert, wenn Bauer mal den Torhüter
ausgespielt hat und den Ball in Richtung leeres
Tor schiebt.
So aber
stand der Sieg bei diesem Sommerkick im Vordergrund
und Wörter wie Selbstvertrauen und Erleichterung,
die sowohl der Schütze zum 2:1 als auch
Trainer Mirko Dickhaut wählten. Der Hintergrund
ist klar: Fünfmal zuvor blieb der KSV
in der Punkterunde ohne Erfolg, was Dickhaut
zu Veränderungen veranlasste. Wie schon
beim Pokalerfolg in Flieden setzte er auf
eine Dreier-Abwehrkette und ein massives Mittelfeld,
in dem diesmal Kevin Wölk defensiv und
Harez Habib offensiv agierten – was
sich auszahlte: In der 39. Minute flankte
Habib den Ball so genau auf den Kopf von Thomas
Brechler, dass der gar nicht anders konnte,
als das 1:0 zu machen. Er krönte damit
seine Leistung: Zuvor schon hatte er nach
einer schönen Aktion getroffen –
aber nur die Latte.
Es gehört
zu den Pointen dieses Spiels, dass nach dem
zwischenzeitlichen 1:1 durch Daniel Bogdanovic
der eingewechselte Mentor Latifi die Entscheidung
herbeiführte – und damit einer,
der sich nach schlechteren Leistungen Sorgen
machen muss um seine KSV-Zukunft.
Formanns
Parade
Sein Treffer
aber wäre nicht so wertvoll gewesen,
hätte zuvor Reutlingens Anton Makarenko
einen verunglückten Rückpass Enrico
Gaedes besser genutzt. Makarenko lief allein
auf Tormann Formann zu, er hatte so viel Zeit,
dass er sogar Lionel Messi hätte anrufen
und um Rat fragen können, wie er die
Situation lösen sollte. Er entschied
sich aber für einen Heber der Marke Makarenko
und nicht der Marke Messi. Formann krallte
sich den Ball.
Es blieb
für den Ersatz des verletzten Tobias
Wolf und den gesperrten Dennis Lamczyk bei
nur einem Gegentor und der Frage, wie der
Torwarttrainer Formann die Leistung des Torwartes
Formann (27) beurteilt: „Man hat gesehen,
dass ich noch fit genug bin, um in dieser
Liga zu spielen.“
Von Florian
Hagemann (HNA-Sportredaktion, 25.04.2010) |