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<<< 27. Spieltag
Regionalliga Süd 2009/10, 28. Spieltag

KSV Hessen Kassel - SSV Reutlingen 05

2:1 (1:0)

Samstag, 24.04.2010 - 14 Uhr
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
SSV Reutlingen 05
Tobias Linse
Fabian Fecker
Daniel Bogdanovic
Jens Härter
Thomas Mayer
Marc Hämmerle (60. Giuseppe di Leone)
Andreas Rill
Manuel Waidmann (86. Tomislav Gruic)
Dominik Bentele
Marco Tucci (46. Philip Kühnert)
Anton Makarenko
Trainer: Peter Kaschuba
Spielstatistik
Tore: 1:0 Brechler (39.), 1:1 Bogdanovic (50.), 2:1 Latifi (79.) - Gelbe Karte: Mayer - Schiedsrichter: Jan-Eike Ehlers (Weyhe) - Zuschauer: 1.500
Spielbericht

2:1 - Löwen können doch noch gewinnen

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel kann doch noch gewinnen. Nach fünf Spielen ohne Sieg bezwangen die Löwen am Samstagnachmittag vor 1500 Zuschauern im Auestadion den SSV Reutlingen mit 2:1.

In einer unterhaltsamen Partie schossen Thomas Brechler und der eingewechselte Mentor Latifi die Tore für die Gastgeber.

Brechler traf dabei kurz vor der Halbzeit zum 1:0 – nach einer mustergültigen Flanke von Harez Habib, der diesmal im offensiven Mittelfeld agierte. Kevin Wölk rückte dafür neben Enrico Gaede ins defensive Mittelfeld. Brechler krönte mit dem Treffer seine gute Leistung.

Zuvor schon hatte er nach einer klasse Aktion allerdings nur die Latte getroffen. 1:0 zur Pause, doch kurz nach dem Seitenwechsel der Schock: 1:1 durch Daniel Bogdanovic, der nach einer Ecke für Reutlingen zur Stelle war.

Die Löwen aber resignierten jetzt nicht. Trainer Mirko Dickhaut sprach nachher davon, dass seine Mannschaft gewillt war, auf Sieg zu spielen. Thorsten Bauer hatte zunächst Pech, als er am Pfosten scheiterte.

Nach einem langen Einwurf von Sebastian Gundelach in der 79. Minute war es dann allerdings soweit: Mentor Latifi köpfte zum verdienten 2:1 ein. Alles gut bei den Löwen? Nicht ganz: In der ersten Halbzeit verletzte sich Torhüter Tobias Wolf am Finger. Er musste ausgewechselt werden.

Da Keeper Dennis Lamczyk gesperrt ist und nur auf der Tribüne saß, musste Torwart-Trainer Pascal Formann ran. Er machte seine Sache sehr ordentlich.

Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 24.04.2010)

Ein Sieg gegen den Frust

Kassel. Wäre Mentor Latifi in der 79. Minute nicht noch der Siegtreffer zum 2:1 gegen den SSV Reutlingen gelungen, hätten sie beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel am Samstag allen Grund gehabt zum Jammern – und das nicht nur wegen der Minuskulisse von 1500 Zuschauern.

Nein, sie hätten das Verletzungspech beklagen können, das sich noch einmal vergrößerte: Torhüter Tobias Wolf musste schon Mitte der ersten Halbzeit durch Pascal Formann, im Hauptberuf Torwarttrainer, ersetzt werden, weil sich Wolf bei einem Luftkampf den kleinen Finger gebrochen hatte.

Und sie hätten lamentieren können, dass sie das Glück wirklich nicht auf ihrer Seite haben, was sich an Thorsten Bauers Chance Mitte der zweiten Halbzeit am besten verdeutlichen lässt: Der Stürmer zog aus 18 Metern ab, der Ball klatschte an Pfosten und Latte und sprang zurück ins Feld. Der Torschützenkönig der vergangenen Saison kann in der Liga wohl machen, was er will – ein Tor schießt er im Moment nicht. Womöglich findet sich selbst dann noch ein Maulwurf, der einen Treffer verhindert, wenn Bauer mal den Torhüter ausgespielt hat und den Ball in Richtung leeres Tor schiebt.

So aber stand der Sieg bei diesem Sommerkick im Vordergrund und Wörter wie Selbstvertrauen und Erleichterung, die sowohl der Schütze zum 2:1 als auch Trainer Mirko Dickhaut wählten. Der Hintergrund ist klar: Fünfmal zuvor blieb der KSV in der Punkterunde ohne Erfolg, was Dickhaut zu Veränderungen veranlasste. Wie schon beim Pokalerfolg in Flieden setzte er auf eine Dreier-Abwehrkette und ein massives Mittelfeld, in dem diesmal Kevin Wölk defensiv und Harez Habib offensiv agierten – was sich auszahlte: In der 39. Minute flankte Habib den Ball so genau auf den Kopf von Thomas Brechler, dass der gar nicht anders konnte, als das 1:0 zu machen. Er krönte damit seine Leistung: Zuvor schon hatte er nach einer schönen Aktion getroffen – aber nur die Latte.

Es gehört zu den Pointen dieses Spiels, dass nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Daniel Bogdanovic der eingewechselte Mentor Latifi die Entscheidung herbeiführte – und damit einer, der sich nach schlechteren Leistungen Sorgen machen muss um seine KSV-Zukunft.

Formanns Parade

Sein Treffer aber wäre nicht so wertvoll gewesen, hätte zuvor Reutlingens Anton Makarenko einen verunglückten Rückpass Enrico Gaedes besser genutzt. Makarenko lief allein auf Tormann Formann zu, er hatte so viel Zeit, dass er sogar Lionel Messi hätte anrufen und um Rat fragen können, wie er die Situation lösen sollte. Er entschied sich aber für einen Heber der Marke Makarenko und nicht der Marke Messi. Formann krallte sich den Ball.

Es blieb für den Ersatz des verletzten Tobias Wolf und den gesperrten Dennis Lamczyk bei nur einem Gegentor und der Frage, wie der Torwarttrainer Formann die Leistung des Torwartes Formann (27) beurteilt: „Man hat gesehen, dass ich noch fit genug bin, um in dieser Liga zu spielen.“

Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 25.04.2010)