Wieder
nur Unentschieden
Frankfurt.
Zweimal geführt und am Ende doch wieder
nur einen Punkt auf dem Konto verbucht: Fußball-Regionalligist
KSV Hessen Kassel hat gestern bei der Reserve
von Eintracht Frankfurt erneut zwei wichtige
Zähler im Kampf um den Aufstieg liegen
gelassen.
2:2 (1:1) trennten sich beide
Teams am Bornheimer Hang vor 1300 Zuschauern.
Zu wenig für die Löwen, die als
Dritter weiter zwölf Punkte Rückstand
auf Spitzenreiter VfR Aalen haben.
Bereits vor Beginn des Spiels
gab es für Trainer Mirko Dickhaut eine
schlechte Nachricht. Sebastian Gundelach verletzte
sich beim Aufwärmen. Für ihn rückte
Mittelfeldspieler Danijel Gataric auf die
Position des rechten Außenverteidigers.
Eine Umstellung, von der zunächst jedoch
nichts zu bemerken war.
Die Löwen kamen schwungvoll
aus der Kabine. Und verwandelten das zügig
in Zählbares. Ihre erste Chance nutzten
sie zur Führung. Kevin Wölk zog
einen Freistoß auf Angreifer Thorsten
Bauer. Der wiederum sah den mitaufgerückten
Markus Unger und legte für ihn an der
Strafraumgrenze auf. Mit einem satten Schuss
versenkte Unger aus 18 Metern die Kugel präzise
im langen Eck. 1:0 nach fünf Minuten.
Ein Auftakt nach Maß.
So hätte es ruhig weitergehen
dürfen. Doch das tat es nicht. Die Löwen
zogen sich zurück, die Gastgeber kamen
dafür besser ins Spiel und nach 13 Minuten
auch zu ihrer ersten Chance. Angreifer Marcel
Heller, am Samstag noch in der Bundesliga
beim Sieg der ersten Eintracht-Auswahl gegen
Leverkusen in der Schlussphase eingewechselt,
zirkelte den Ball nicht nur am herausgeeilten
Torhüter Wolf, sondern auch am leeren
Kasten vorbei.
Die beste Szene. Bis zur
39. Minute. Da lenkte der sichere KSV-Schlussmann
Tobias Wolf zunächst noch einen Kopfball
von Stefan Haben an den Innenpfosten, drei
Minuten später aber musste auch er hinter
sich greifen. Heller nutzte Abstimmungsprobleme
zwischen Gataric und Marcel Stadel und machte
das 1:1 (42.). Nach dem Seitenwechsel wurde
die Partie deutlich intensiver - doch sie
verlief ähnlich wie die erste. Kassel
nutzte die erste wirklich gute Gelegenheit
zur erneuten Führung.
Der Ball schien nach einer
Ecke von Kevin Wölk bereits aus der Gefahrenzone
zu sein, doch über Latifi und Stadel
fand er den Weg zurück an Frankfurter
Strafraum. Kapitän Enrico Gaede stand
goldrichtig und staubte zum 2:1 (67.) ab.
Wäre Bauer nur zwei Minuten später
nicht am Eintracht-Schlussmann Ralf Fährmann
gescheitert, gut möglich, dass die Partie
einen anderen Verlauf genommen hätte.
So aber kam es wie in Halbzeit
eins. Die Gastgeber kamen erneut zurück.
Dank Heller. Ein zweites Mal ließ er
die Kasseler Abwehr alt aussehen und markierte
das unterm Strich verdiente 2:2 (82.).
Von Stefan
Fritschi (HNA-Sportredaktion, 06.04.2010)
Ein
schmerzhaftes Remis
Frankfurt. Mit gemischten
Gefühlen verließ Mirko Dickhaut
das Frankfurter Stadion am Bornheimer Hang.
Wie schon gegen 1860 München II musste
sein Team in der Endphase einen Gegentreffer
zum Ausgleich hinnehmen.
Doch beim 2:2 gegen die zweite
Mannschaft der Eintracht zeigte der KSV Hessen
tolle Moral und versuchte in den Schlussminuten
zum dritten Mal in dieser intensiven Fußball-Regionalligapartie
in Führung zu gehen. „Unter dem
Strich war es ein leistungsgerechtes Unentschieden“,
stufte der Kasseler Coach die Kräfteverhältnisse
im Duell zwischen den Adlern und Löwen
richtig ein.
Nur, das zehnte Remis im
23. Spiel hilft nicht wirklich weiter. Die
Lücke zum Klassenprimus VfR Aalen konnte
nicht spürbar reduziert werden. So bleibt
lediglich die Hoffnung, dass die Schwaben
wie zuletzt beim Karlsruher SC II (0:0) noch
ein paar Mal straucheln. Allerdings muss der
KSV auch seine Hausaufgaben machen, um weiterhin
in Richtung Dritte Liga zu schielen. Am Samstag
(14 Uhr) wäre alles andere als ein Heimsieg
gegen Abstiegskandidat Eintracht Bamberg indiskutabel.
Die Personallage ist jedoch
nicht verheißungsvoll. „Wir sind
personell am Limit“, konstatierte Dickhaut.
In Frankfurt sahen Markus Unger, Schütze
des 1:0 (5.), und Dennis Tornieporth jeweils
die fünfte Gelbe Karte, sie fallen gegen
die Franken aus. Und der Einsatz von Sebastian
Gundelach ist fraglich. Der Verteidiger zog
sich beim Aufwärmen eine Fingerverletzung
zu und musste ins Krankenhaus.
Für den 27-Jährigen
rückte kurzfristig Danijel Gataric in
die Startelf. „Er zeigte eine solide
Leistung“, sprach Dickhaut dem Neuzugang
vom West-Regionalligaverein Wormatia Worms
Mut zu. Zwar rettete der 23-Jährige vor
dem einschussbereiten Martin Hess (50.). Doch
beim 1:1 durch Marcel Heller (42.) leistete
er sich mit Marcel Stadel ein Missverständnis.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die Eintracht längst
„schleichend Oberwasser bekommen“,
wie es Dickhaut formulierte. Kurz zuvor hatte
Tobias Wolf den Ausgleich verhindert, als
er einen Kopfball von Stefan Haben an den
Innenpfosten lenkte (39.). Nach der Pause
fing sich der KSV wieder und ging auch nach
einem Patzer in der Frankfurter Innenverteidigung
durch Enrico Gaede abermals in Führung
(67.).
Doch der überragende
Mann auf dem Feld, Heller, markierte noch
den verdienten Ausgleich (82.). „Gegen
eine erfahrene Mannschaft haben wir zweimal
einen Rückstand wettgemacht. Ich kann
meinen Spielern nur ein Kompliment machen“,
sagte Eintracht-Coach Oscar Corrochano und
konnte sich mehr mit dem Unentschieden anfreunden
als Dickhaut.
Von Stefan Fritschi (HNA-Sportredaktion,
07.04.2010)
|