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<<< 22. Spieltag
Regionalliga Süd 2009/10, 23. Spieltag

SC Pfullendorf - KSV Hessen Kassel

2:1 (1:0)

Samstag, 20.03.2010 - 14 Uhr
Geberit-Arena Pfullendorf

SC Pfullendorf
KSV Hessen Kassel
Ralf Hermanutz
Michael Falkenmayer
Sandrino Braun
Matthias Kiefer
Dominik Müller
Marco Konrad
Piero Saccone (86. Tobias Kunter)
Patrick Hagg
Spejtim Muzliukaj (71. Fabio Dell‘Era)
Halldur Orri Björnsson (80. Marco Daub)
Georges Ekounda
Trainer: Walter Schneck
Spielstatistik
Tore: 1:0 Ekounda (21.), 1:1 Gaede (60., Foulelfmeter), 2:1 Ekounda (90.) - Gelbe Karten: Kiefer, Braun - Wölk, Gundelach, Brechler - Schiedsrichter: Christine Beck (Magstadt) - Zuschauer: 660
Spielbericht

K.o. in der Nachspielzeit

Pfullendorf. „Löwen“-Trainer Mirko Dickhaut wirkte nach dem Schlusspfiff reichlich zerknirscht: „Ihr habt zwar eine idyllische Stadt, aber ich kann sie nicht mehr sehen!“

Zwei Tage lang hatten sich Dickhaut und die Regionalliga-Kicker des KSV Hessen in der Nähe des Bodensees einquartiert. Doch wie im Vorjahr kassierten die Kasseler den K.o.-Schlag in letzter Minute. Im Mai 2009 erzielte Adem Sari den Pfullendorfer Siegtreffer zum 1:0 in der Nachspielzeit. Nun traf der Kameruner Georges Ekounda mit einem spektakulären Fallrückzieher zum 2:1 unmittelbar vor dem Abpfiff. Es war das einzige offensive Lebenszeichen des Sportclubs in der zweiten Hälfte. Dickhaut: „Das ist schon grausam. Meine Jungs sind maßlos deprimiert!“

Bitterkeit, die nachvollziehbar ist. Denn bei dieser tragischen 1:2 (0:1)-Niederlage, die die Löwen in ihrer Aufholjagd auf Spitzenreiter Aalen (nur 1:1 in Fürth) jäh stoppt, war der Unterschied in dieser zweiten Halbzeit wirklich krass. Da ging es im Einbahnverkehr auf das Pfullendorfer Tor, waren die Nordhessen offensiv am Drücker, formierten ihre Abwehr wie im Handball am Mittelkreis. Doch Kapital vermochten sie aus ihrer Umklammerung des Gegners nur einmal zu schlagen: In der 61. Minute, als Angriffsspitze Thorsten Bauer vom Pfullendorfer Schlussmann Ralf Hermanutz von den Beinen geholt wurde. Enrico Gaede bewies sich als sicherer Vollstrecker vom Elfmeterpunkt aus zum allemal verdienten 1:1.

In einem munteren Spiel waren die „Löwen“ schon gut in Tritt gekommen. Sie ersetzten auf der linken Abwehrseite den verletzten Stefan Markolf durch Florian Heussner, Danijel Gataric gab sein Ligadebüt auf der rechten Flanke. Pfullendorfs Tormann musste früh gegen Markus Unger (2.) und bei einer Ecke von René Ochs (3.) auf der Hut sein. Später flitzte Ungers Hereingabe wie ein Kugelblitz die Querlatte entlang (24.).

Pfullendorf benötigte eine Viertelstunde, kam dann aber mit der Umstellung von zwei Spitzen auf ein 4-1-4-1 gegen das 4-2-3-1-System des KSV besser zurande. Und nach 21 Minuten klingelte es auf kuriose Weise im Kasseler Kasten: Eine lange Flanke von Saccone nahm Ekounda im Wettlauf mit seinem Bewacher Mentor Latifi per Knie ab, der Ball flog als Bogenlampe zum 1:0 ins Netz. Danach hielt der SCP das Geschehen defensiv unter Kontrolle. Ekoundas nächste Chance vereitelte KSV-Torwart Tobias Wolf (40.).

Kurz vor der Pause prüfte Marcel Stadel die Reflexe des guten Torhüters Hermanutz. Der griff nach einer Stunde gegen Bauer zur Notbremse und lenkte später Ochs’ Kopfball in höchster Not über die Latte (76.) Gleich darauf hatte SCP-verteidiger Michael Falkenmayer mächtiges Glück, dass bei seinem Bodycheck gegen Bauer der zweite Elfmeterpfiff der Schiedsrichterin Christine Beck ausblieb (77.).
„Mirko, ich fühle heute mit Dir.“

Die Löwen drängten Pfullendorf derart in die Defensive, dass die Gastgeber jegliche Eigeninitiative einstellten und die Bälle nur noch planlos aus der Gefahrenzone schlugen. Es lief schon die Nachspielzeit, als Dominik Müller mit einem weiten Einwurf den just eingewechselten Tobias Kunter bediente, der per Hinterkopf zum lauernden Ekounda weiterleitete – mit dem K.o- der Löwen als Folge.
„Mirko, ich fühle heute mit Dir“, gestand Pfullendorfs Trainer Walter Schneck seinem Kasseler Kollegen in der Freude über „einen sehr glücklichen Sieg“. Ein Trost aber war das für die Kasseler nicht.

Von Jürgen Witt (HNA-Sportredaktion, 21.03.2010)