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5:1
- Löwen-Party gegen Greuther Fürth
Kassel. Sie
mussten lange warten auf das erste Spiel im
neuen Jahr - doch dann sind die Regionalliga-Fußballer
des KSV gleich richtig durchgestartet. Vor
2100 Zuschauern im Auestadion feierten die
Löwen am Samstag einen hochverdienten
5:1 (2:1)-Erfolg gegen die zweite Mannschaft
der SpVgg Greuther Fürth.
Sie haben lange warten müssen
auf diesen Tag. Drei Spielabsagen. Kaum geregeltes
Training. „Wir wussten, dass wir laufen
können“, sagt Stürmer Thorsten
Bauer später, „was wir nicht wussten,
war, ob wir auch noch Fußball spielen
können.“
Sie können! Im ersten
Spiel des neuen Jahres kam Regionalligist
KSV Hessen Kassel zu einem restlos überzeugenden
Sieg. 5:1 (2:1) hieß es gegen die Reserve
der SpVgg Greuther Fürth vor 2100 Zuschauer.
Die fröstelten zwar bei eisigem Wind
im Auestadion, durften sich aber am schwungvollen
Auftritt der Löwen erwärmen. Kein
Wunder, denn wie sagte Trainer Mirko Dickhaut?
„Wir waren richtig heiß!“
Diese Hitze führte
zu einem Blitzstart, der den Löwen nach
Wochen der Verunsicherung angesichts der erschwerten
Vorbereitung ruckzuck Selbstvertrauen einflößte.
Gerade einmal 32 Sekunden waren gespielt,
da zappelte der Ball im Netz.
Kurze Ecke René Ochs,
Flanke Kevin Wölk, Flugkopfball Enrico
Gaede - schon stand es 1:0. „Das hat
uns richtig gutgetan. Nach so einer Pause
weißt du ja nicht, wie kommst du rein
ins Spiel.“ Jetzt aber waren sie richtig
gut drin. Bereits in der 19. Minute erhöhte
Wölk, wieder einmal mit einem großartigen
Freistoß direkt in den Winkel, auf 2:0.
Die Gäste verkürzten
zwar durch einen ebenfalls sehenswerten Freistoß
von Gasemi-Nobakht auf 2:1 (28.), doch auch
dieser Treffer konnte die Gastgeber nicht
von ihrem Weg abbringen. Dickhauts Mannschaft
wirkte lauf- und zweikampfstark. Im zentralen
Mittelfeld wirkte vor allem das Wechselspiel
von Enrico Gaede und Markus Unger richtig
gut.
Die beiden Sechser räumten
in der Defensive ab und stießen wechselweise
immer wieder nach vorn. Mit durchschlagendem
Erfolg. Nach Gaede nämlich traf auch
Unger zu Beginn des zweiten Durchgangs ganz
schnell. Ein richtig schönes Tor war
das zudem. Bauer drang über rechts in
den Strafraum, spielte das Leder zurück,
René Ochs ließ es durchlaufen
für Unger, der überlegt einschoss.
Nach 49 Minuten war der KSV damit nicht mehr
zu stoppen. Der Lohn für das unermüdliche
Anrennen: zwei weitere Treffer.
Bei Ungers Kopfball zum
4:1 (60.) kam die Vorarbeit per Flanke von
Sebastian Gundelach, der mit Ochs zusammen
eine starke rechte Seite bildete und in der
ersten Hälfte Pech mit einem Lattenkracher
hatte. Und beim 5:1 belohnte sich Thorsten
Bauer für eine starke Leistung mit dem
sechsten Saisontor. Fürth hatte dagegen
kaum noch Torchancen, weil auch die KSV-Defensive
mit dem starken Mentor Latifi in der Innenverteidigung
eine überzeugende Leistung bot. Der Start
ins Jahr war so rundum geglückt. Fand
auch Torschütze Markus Unger: „Wir
wollten ein Zeichen setzen. Und das ist uns
gelungen.“
Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion,
13.03.2010)
Bauer: „Das
Glück ist zurück“
Kassel. Da waren sie wieder,
die Rufe nach dem Fußball-Gott. Als
Thorsten Bauer in der 71. Minute den Rasen
des Auestadions verließ, um für
Thomas Brechler Platz zu machen, da begleiteten
ihn die Gesänge der Fans so laut wie
lange nicht mehr. Kein Wunder: Eine Minute
zuvor hatte der Stürmer seine Flaute
mit dem Treffer zum 5:1 beendet.
Endlich. Nach zwölf
Spielen ohne Bauer-Tor. Letztmals hatte der
Torjäger, in der vergangenen Saison mit
32 Treffern Torschützenkönig der
Liga, am 6. September beim 5:2 gegen Pfullendorf
getroffen - zum 1:0 und 3:1. „Es freut
mich total für ihn. Er hat sich nie hängen
lassen, tolle Moral gezeigt“, sagt sein
Trainer Mirko Dickhaut. Und: „Wie es
in ihm aussah, das kann ich aber nur erahnen.
Er wird schon gegrübelt haben.“
Wie sah es also in ihm aus?
„Natürlich habe ich mir Gedanken
gemacht“, sagt Bauer, „ich war
vorher in der glücklichen Situation,
über Jahre einen Lauf zu haben. Man weiß
als Stürmer, dass dieses Phase irgendwann
kommt, in der der Ball nicht rein will. Ich
habe aber auch immer daran geglaubt, dass
sie vorbeigeht.“
Sie ging dann so vorbei:
Danijel Gataric war an Torhüter Fejzic
gescheitert, der Abpraller landete genau auf
dem Kopf von Bauer, der danach sagt: „Das
sind meine Tore - einfach da stehen, wo der
Ball hinfliegt. Ich weiß jetzt, dass
das Glück zu mir zurückgekehrt ist.“
Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion,
14.03.2010)
Zwei Debütanten,
drei Rekorde
Kassel. Debütant 1:
Auswärts durfte er schon einmal ran.
Jetzt gab es die Heimpremiere: Tobias Wolf
hütete für den verletzten Dennis
Lamczyk das Tor der Löwen - und hatte
seine schwerste Aufgabe nach Spiel bei der
Humba vor den Fans.
„Eine komische Situation“,
sagt Tobias Wolf, „der Markus Unger
hat ja schon da gestanden.“ Die Fans
in der Nordkurve forderten aber den Debütanten
statt des zweifachen Torschützen. „Es
hat dann auch richtig Spaß gemacht“,
sagte Wolf, der die Anhänger per Megafon
auch auf das Pokalduell in Darmstadt am Mittwoch
einstimmte.
Das Spiel war für den
Schlussmann eher ruhig verlaufen. Beim Gegentor
war er machtlos, bei allen anderen Situationen
wirkte Wolf souverän. „Nach dem
ersten Ball war die Nervosität auch weg“,
sagte er später.
Debütant 2: Zu einem
ersten Kurzeinsatz kam Winter-Neuzugang Danjiel
Gataric, der in der 66. Minute für Dennis
Tornieporth eingewechselt wurde. Am Tor zum
5:1 war der Flügelspieler dann auch gleich
beteiligt, als er allein auf Torhüter
Fejzic zulief, zwar scheiterte, aber der Ball
danach bei Thorsten Bauer landete. Ein ordentliches
Debüt.
Rekord 1: Es war das schnellste
Tor seiner Karriere: Nach 32 Sekunden erzielte
Enrico Gaede per Flugkopfball das 1:0. „So
schnell habe ich definitiv noch nie getroffen“,
erklärte der Kapitän später,
„es passte alles. Sonst lauere ich eher
am hinteren Pfosten. Dass ich jetzt am vorderen
zum Flugkopfball komme, das passiert auch
nicht oft.“ Für den KSV war der
Treffer zudem der schnellste der Saison. Zuvor
hatte Kevin Wölk beim 3:0 gegen Großaspach
in der 3. Minute ins Tor getroffen.
Rekord 2: Das 5:1 war nicht
nur ein erstklassiger Start ins neue Fußballjahr
und ein Signal an die Konkurrenz, sondern
auch der höchste Löwen-Sieg in der
bisherigen Saison. Bisher stand da das 5:2
gegen Pfullendorf.
MINUSREKORD: Es gab auch
eine Zahl, die nicht so erfreulich war an
diesem ziemlich kalten Samstagnachmittag im
Kasseler Aue-stadion: 2100 Zuschauer bedeuten
KSV-Minusrekord in dieser Saison.
Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion,
14.03.2010)
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