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<<< 19. Spieltag
Regionalliga Süd 2009/10, 22. Spieltag

KSV Hessen Kassel - SpVgg Greuther Fürth II

5:1 (2:1)

Samstag, 13.03.2010 - 14 Uhr
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
SpVgg Greuther Fürth II
Jasmin Fejzic
Ronny Philp
Florian Bauer
Stefan Wiechers
Fabian Baumgärtel (46. Florian Pickel)
Sebastian Ghasemi-Nobakht
Christoph Herl
Marius Strangl (73. Michael Mayr)
Yannick Kakoko
Jim-Patrick Müller (60. Martin Sautner)
Dani Schahin
Trainer: Frank Kramer
Spielstatistik
Tore: 1:0 Gaede (1.), 2:0 Wölk (19.), 2:1 Ghasemi-Nobakht (28.), 3:1 Unger (49.), 4:1 Unger (60.), 5:1 Bauer (70.) - Gelbe Karten: Tornieporth - Kakoko - Schiedsrichter: Jörg Jablonski (Bremen) - Zuschauer: 2.100
Spielbericht

5:1 - Löwen-Party gegen Greuther Fürth

Kassel. Sie mussten lange warten auf das erste Spiel im neuen Jahr - doch dann sind die Regionalliga-Fußballer des KSV gleich richtig durchgestartet. Vor 2100 Zuschauern im Auestadion feierten die Löwen am Samstag einen hochverdienten 5:1 (2:1)-Erfolg gegen die zweite Mannschaft der SpVgg Greuther Fürth.

Sie haben lange warten müssen auf diesen Tag. Drei Spielabsagen. Kaum geregeltes Training. „Wir wussten, dass wir laufen können“, sagt Stürmer Thorsten Bauer später, „was wir nicht wussten, war, ob wir auch noch Fußball spielen können.“

Sie können! Im ersten Spiel des neuen Jahres kam Regionalligist KSV Hessen Kassel zu einem restlos überzeugenden Sieg. 5:1 (2:1) hieß es gegen die Reserve der SpVgg Greuther Fürth vor 2100 Zuschauer. Die fröstelten zwar bei eisigem Wind im Auestadion, durften sich aber am schwungvollen Auftritt der Löwen erwärmen. Kein Wunder, denn wie sagte Trainer Mirko Dickhaut? „Wir waren richtig heiß!“

Diese Hitze führte zu einem Blitzstart, der den Löwen nach Wochen der Verunsicherung angesichts der erschwerten Vorbereitung ruckzuck Selbstvertrauen einflößte. Gerade einmal 32 Sekunden waren gespielt, da zappelte der Ball im Netz.

Kurze Ecke René Ochs, Flanke Kevin Wölk, Flugkopfball Enrico Gaede - schon stand es 1:0. „Das hat uns richtig gutgetan. Nach so einer Pause weißt du ja nicht, wie kommst du rein ins Spiel.“ Jetzt aber waren sie richtig gut drin. Bereits in der 19. Minute erhöhte Wölk, wieder einmal mit einem großartigen Freistoß direkt in den Winkel, auf 2:0.

Die Gäste verkürzten zwar durch einen ebenfalls sehenswerten Freistoß von Gasemi-Nobakht auf 2:1 (28.), doch auch dieser Treffer konnte die Gastgeber nicht von ihrem Weg abbringen. Dickhauts Mannschaft wirkte lauf- und zweikampfstark. Im zentralen Mittelfeld wirkte vor allem das Wechselspiel von Enrico Gaede und Markus Unger richtig gut.

Die beiden Sechser räumten in der Defensive ab und stießen wechselweise immer wieder nach vorn. Mit durchschlagendem Erfolg. Nach Gaede nämlich traf auch Unger zu Beginn des zweiten Durchgangs ganz schnell. Ein richtig schönes Tor war das zudem. Bauer drang über rechts in den Strafraum, spielte das Leder zurück, René Ochs ließ es durchlaufen für Unger, der überlegt einschoss. Nach 49 Minuten war der KSV damit nicht mehr zu stoppen. Der Lohn für das unermüdliche Anrennen: zwei weitere Treffer.

Bei Ungers Kopfball zum 4:1 (60.) kam die Vorarbeit per Flanke von Sebastian Gundelach, der mit Ochs zusammen eine starke rechte Seite bildete und in der ersten Hälfte Pech mit einem Lattenkracher hatte. Und beim 5:1 belohnte sich Thorsten Bauer für eine starke Leistung mit dem sechsten Saisontor. Fürth hatte dagegen kaum noch Torchancen, weil auch die KSV-Defensive mit dem starken Mentor Latifi in der Innenverteidigung eine überzeugende Leistung bot. Der Start ins Jahr war so rundum geglückt. Fand auch Torschütze Markus Unger: „Wir wollten ein Zeichen setzen. Und das ist uns gelungen.“

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 13.03.2010)

Bauer: „Das Glück ist zurück“

Kassel. Da waren sie wieder, die Rufe nach dem Fußball-Gott. Als Thorsten Bauer in der 71. Minute den Rasen des Auestadions verließ, um für Thomas Brechler Platz zu machen, da begleiteten ihn die Gesänge der Fans so laut wie lange nicht mehr. Kein Wunder: Eine Minute zuvor hatte der Stürmer seine Flaute mit dem Treffer zum 5:1 beendet.

Endlich. Nach zwölf Spielen ohne Bauer-Tor. Letztmals hatte der Torjäger, in der vergangenen Saison mit 32 Treffern Torschützenkönig der Liga, am 6. September beim 5:2 gegen Pfullendorf getroffen - zum 1:0 und 3:1. „Es freut mich total für ihn. Er hat sich nie hängen lassen, tolle Moral gezeigt“, sagt sein Trainer Mirko Dickhaut. Und: „Wie es in ihm aussah, das kann ich aber nur erahnen. Er wird schon gegrübelt haben.“

Wie sah es also in ihm aus? „Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht“, sagt Bauer, „ich war vorher in der glücklichen Situation, über Jahre einen Lauf zu haben. Man weiß als Stürmer, dass dieses Phase irgendwann kommt, in der der Ball nicht rein will. Ich habe aber auch immer daran geglaubt, dass sie vorbeigeht.“

Sie ging dann so vorbei: Danijel Gataric war an Torhüter Fejzic gescheitert, der Abpraller landete genau auf dem Kopf von Bauer, der danach sagt: „Das sind meine Tore - einfach da stehen, wo der Ball hinfliegt. Ich weiß jetzt, dass das Glück zu mir zurückgekehrt ist.“

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 14.03.2010)

Zwei Debütanten, drei Rekorde

Kassel. Debütant 1: Auswärts durfte er schon einmal ran. Jetzt gab es die Heimpremiere: Tobias Wolf hütete für den verletzten Dennis Lamczyk das Tor der Löwen - und hatte seine schwerste Aufgabe nach Spiel bei der Humba vor den Fans.

„Eine komische Situation“, sagt Tobias Wolf, „der Markus Unger hat ja schon da gestanden.“ Die Fans in der Nordkurve forderten aber den Debütanten statt des zweifachen Torschützen. „Es hat dann auch richtig Spaß gemacht“, sagte Wolf, der die Anhänger per Megafon auch auf das Pokalduell in Darmstadt am Mittwoch einstimmte.

Das Spiel war für den Schlussmann eher ruhig verlaufen. Beim Gegentor war er machtlos, bei allen anderen Situationen wirkte Wolf souverän. „Nach dem ersten Ball war die Nervosität auch weg“, sagte er später.

Debütant 2: Zu einem ersten Kurzeinsatz kam Winter-Neuzugang Danjiel Gataric, der in der 66. Minute für Dennis Tornieporth eingewechselt wurde. Am Tor zum 5:1 war der Flügelspieler dann auch gleich beteiligt, als er allein auf Torhüter Fejzic zulief, zwar scheiterte, aber der Ball danach bei Thorsten Bauer landete. Ein ordentliches Debüt.

Rekord 1: Es war das schnellste Tor seiner Karriere: Nach 32 Sekunden erzielte Enrico Gaede per Flugkopfball das 1:0. „So schnell habe ich definitiv noch nie getroffen“, erklärte der Kapitän später, „es passte alles. Sonst lauere ich eher am hinteren Pfosten. Dass ich jetzt am vorderen zum Flugkopfball komme, das passiert auch nicht oft.“ Für den KSV war der Treffer zudem der schnellste der Saison. Zuvor hatte Kevin Wölk beim 3:0 gegen Großaspach in der 3. Minute ins Tor getroffen.

Rekord 2: Das 5:1 war nicht nur ein erstklassiger Start ins neue Fußballjahr und ein Signal an die Konkurrenz, sondern auch der höchste Löwen-Sieg in der bisherigen Saison. Bisher stand da das 5:2 gegen Pfullendorf.

MINUSREKORD: Es gab auch eine Zahl, die nicht so erfreulich war an diesem ziemlich kalten Samstagnachmittag im Kasseler Aue-stadion: 2100 Zuschauer bedeuten KSV-Minusrekord in dieser Saison.

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 14.03.2010)