Schock
in der Nachspielzeit - 1:1 macht KSV-Erfolg
zunichte
Kassel. Der
Schock kam in der Nachspielzeit, als sich
3500 Zuschauer schon über einen 1:0-Erfolg
des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen
Kassel gegen die Reserve des TSV 1860 München
zu freuen begannen.
Da plötzlich kam der
eingewechselte Gästespieler Nikola Trkulja
zum Kopfball. Der KSV ließ bis dahin
nicht viel zu, München hatte kaum eine
Chance. Doch nun flog dieser Ball schnörkellos
ins Tor der Kasseler. 1:1 statt 1:0.
Die ohnehin schon nur kleine
Hoffnung auf den Aufstieg in die dritte Liga
ist somit noch einmal kleiner geworden. Zwölf
Punkte hat Kassel nun Rückstand auf Spitzenreiter
Aalen. So durften sich die heimischen Löwen
doppelt ärgern: Denn auch das Unentschieden
war völlig unnötig.
Der KSV dominierte die Begegnung,
hatte viel mehr Chancen, doch was zählt
das am Ende? Und was zählt am Ende, dass
der KSV nur fünf Minuten brauchte, um
zu seinem gewohnten Spiel zu finden. Von da
an lief der Ball, die Kombinationen funktionierten.
Es gab nur ein Manko: Wenn es darum ging,
auch mal zum Abschluss zu gelangen, kam irgendwas
dazwischen.
In der elften Minute zum
Beispiel waren es zwei Münchner Abwehrspieler,
die Thorsten Bauer gerade noch am Torschuss
aus aussichtsreicher Position hindern konnten.
Gegen Ende der ersten Halbzeit zeigte der
Rasen im Auestadion bei einem Konter, dass
er noch immer unberechenbar ist. Eine Unebenheit
stoppte Kevin Wölk beim Versuch, den
finalen Pass zu spielen. Und wenn die Kasseler
Löwen tatsächlich mal den Ball in
Richtung Tor schossen oder köpften, taten
sie das mit zu wenig Präzision oder Härte.
Auch hier sei ein Versuch
Thorsten Bauers stellvertretend für all
die Bemühungen genannt: In der 20. Minute
spitzelte Harez Habib den Ball aus dem Getümmel
heraus auf den Stürmer, der den gesperrten
Enrico Gaede als Kapitän vertrat. Doch
aus naher Distanz scheiterte der Torjäger
abermals. Ein bisschen mehr Schmackes in der
Aktion - und es hätte 1:0 gestanden.
Hätte, Wenn und Aber sind jedoch die
Feinde des Erfolges.
Das musste auch Markus Unger
erfahren, der nach Bauers sehenswertem Zuspiel
Mitte der ersten Halbzeit mit seinem Schuss
das Tor knapp verfehlte. Erst in der zweiten
Halbzeit löste sich der Konjunktiv auf
- kurioserweise in einer Phase, in der die
Löwen die Kontrolle über das Spiel
zu verlieren drohten. Da trug die Mannschaft
von Trainer Mirko Dickhaut einen der vielen
Konter vor und vergaß erstmals nicht,
das i-Tüpfelchen zu setzen: René
Ochs auf Sebastian Gundelach, Flanke, Bauer
verfehlt, nicht aber Thomas Brechler. Vier
Minuten nach seiner Einwechslung stand der
Angreifer in der 60. Minute da, wo ein Stürmer
zu stehen hat.
Die Führung hatte sich
der KSV gegen destruktiv agierende Münchner
wahrlich verdient. Deren Torwart Vitus Eichner
hatte schon in der ersten Halbzeit versucht,
Zeit zu schinden. Jetzt waren sie gezwungen,
mehr zu tun. Die dickste Gelegenheit zum Ausgleich
bot sich Roland Sternisko in der 71. Minute,
als Kevin Wölk den Ball im Strafraum
noch abblockte. Die größeren Chancen
aber hatte auch in der Folgezeit der KSV.
Es fiel auch noch ein Tor. Aber eben auf der
falschen Seite.
HNA-Sportredaktion,
30.03.2010
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