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<<< 13. Spieltag
Regionalliga Süd 2009/10, 14. Spieltag

1. FC Nürnberg II - KSV Hessen Kassel

1:1 (0:0)

Samstag, 07.11.2009 - 14 Uhr
Easy-Credit-Stadion Nürnberg

1. FC Nürnberg II
KSV Hessen Kassel
Daniel Batz
Hans-Alex Thies (54. Markus Fuchs)
Philipp Wollscheid
Michael Kammermeyer
Marco Jordan
Matthias Heckenberger
Manuel Stiefler
Tomasz Welnicki
Yasar Kaya
Ahmet Kulabas
Enrico Valentini
Trainer: René Müller
Spielstatistik
Tore: 0:1 Unger (46.), 1:1 Wollscheid (81.) - Gelbe Karten: Fuchs - Wölk - Schiedsrichter: Alexander Schlutius (Germersheim) - Zuschauer: 353
Spielbericht

Ungers 1:0 reicht nicht

Frostig war die Stimmung in Kassel nach dem enttäuschenden 0:1 im Regionalliga-Duell gegen VfR Aalen. Frostig waren auch die Temperaturen im Nürnberger Frankenstadion beim Gastspiel des KSV Hessen bei der zweiten Mannschaft des Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Doch diesmal erwärmte zumindest die Spielweise der Löwen das Herz von Trainer Mirko Dickhaut, auch wenn das Ergebnis von 1:1 (0:0) wieder ein wenig enttäuschte. "Kompakt stehen und Konstanz in die defensiven Aktionen bringen", so umriss Dickhaut seine Ansage an die Seinen vor dem Spiel beim Tabellendritten. Entsprechend veränderte der Trainer seine Elf auf zwei Positionen. Thorsten Bauer gab die einzige Spitze, immer wieder unterstützt von dem gerade in der ersten Halbzeit sehr eifrigen Kevin Wölk. Markus Unger und Sebastian Gundelach spielten von Beginn an, sollten im Mittelfeld für Überzahl sorgen.

Abwehrreihen dominieren

Eine Umstellung, die sich, soweit es das primäre Ziel, defensiv sicher zu stehen, betraf, bezahlt machte. Allerdings auf Kosten der Offensive. Denn beide Teams kontrollierten die Angriffsbemühungen des Gegners. Klare Torchancen waren rar, das Geschehen spielte sich hauptsächlich im Mittelfeld ab. Spätestens am gegnerischen Strafraum endeten die durchaus ansehnlichen Kombinationen beider Teams regelmäßig. So behalf sich die zweite Mannschaft der Franken als Erste mit harmlosen Fernschüssen.

Auf der Gegenseite besann sich Kevin Wölk als Erster auf das gleiche Mittel. Sein Fernschuss war nach 23 Minuten der erste Kasseler Ball aufs gegnerische Tor, fand jedoch ebenfalls nur den Weg in die Handschuhe des Torwarts. Drei Minuten später war es erneut Wölk, der aus einer Drehung heraus nicht mehr genug Druck auf den Ball bekam, um ihn aus fünf Metern über die Linie zu bringen. Symptomatisch für das Spiel insgesamt: Mit der Konzentration auf eine sichere Defensive fehlte den Offensivaktionen der nötige Druck.

Umso überraschender kam unmittelbar nach der Pause die beste Offensivaktion des KSV. Der für Florian Heussner eingewechselte Stefan Markolf drang nach schönem Doppelpass mit René Ochs bis zur Grundlinie durch, bog scharf in den Strafraum ab und passte auf den frei stehenden Markus Unger - 1:0 für die Löwen.

Ausgleich nach Eckball

Aus der folgenden längeren Auszeit beider Teams erwachte zuerst Nürnberg und startete ab der 60. Minute neue Angriffsbemühungen. Es dauerte jedoch bis zur 75. Minute, ehe Nürnbergs Fuchs die größte Chance vergab und aus sechs Metern in Lamczyks Arme schoss. Sechs Minuten später war aber auch der ausgezeichnete KSV-Torhüter geschlagen. Wollscheid nutzte die Club-Dominanz bei Standards und stocherte den Ball nach einer Ecke über die Linie.

Jetzt wachte auch der KSV auf und entdeckte doch noch das gegnerische Tor. Zu spät. Und so trennten sich die Unentschieden-Könige der Liga formgerecht remis.

Von Wolfgang Endlein (HNA-Sportredaktion, 08.11.2009)

Ein Unentschieden, was sonst?

Es war ein Gipfeltreffen der besonderen Art. Es trafen sich die Unentschieden-Könige der Fußball-Regionalliga Süd. Und wie kaum anders zu erwarten war, teilten sich der 1. FC Nürnberg II und der KSV Hessen Kassel die Punkte. "Schon wieder ein Unentschieden", stöhnte René Müller, Trainer der Club-Reserve, nach dem fünften Remis des Clubs ins Mikrofon und hörte prompt sein eigenes Echo. "Schon wieder ein Unentschieden", beklagte auch Mirko Dickhaut nach dem 1:1 wortgleich die bereits siebte Punkteteilung in dieser Saison für seinen KSV Hessen Kassel. Aber immerhin ein Punktgewinn - und so wirkte Dickhaut nicht vollends unzufrieden über das Ergebnis, das beide Trainer unisono als leistungsgerecht bezeichneten.

Zwar fand es der KSV-Trainer "total ärgerlich", in der 81. Minute die Führung noch hergegeben zu haben, schränkte aber ein: "Richtig böse kann ich mit der Mannschaft nicht sein." Schließlich setzte das Team alles um, was unter der Woche besprochen worden sei. Kompakt wollten die Löwen hinten spielen, um "wieder Konstanz in die defensiven Aktionen reinzubringen" (Dickhaut). Trotz des Ausgleichstreffers - mit der Umsetzung war Dickhaut "zu 100 Prozent zufrieden".

Das 1:1 im Gastspiel beim Tabellendritten war demnach für Dickhaut einer von noch vielen weiteren kleinen Schritten, um aus dem sportlichen Tal wieder herauszusteigen. Das Unentschieden im Spitzenspiel zwischen Aalen und Freiburg macht es zudem möglich, dass trotz der Punkteteilung in Nürnberg der Rückstand der Hessen zur Tabellenspitze nicht weiter gewachsen ist.

Defensiv hat der KSV sich also stabilisieren können. Darauf muss nun allerdings die Offensive in den nächsten Spielen aufbauen, will Kassel nicht den Kontakt zu den Topteams völlig verlieren. Denn, wie Nürnbergs Trainer Müller richtig ausführte, die Luft ist dünn in den Spitzenregionen der Regionalliga-Tabelle. Mit weiteren Punktverlusten wird den Saisonzielen des KSV sehr schnell die Luft ausgehen.

Von Wolfgang Endlein (HNA-Sportredaktion, 08.11.2009)