Ungers
1:0 reicht nicht
Frostig war
die Stimmung in Kassel nach dem enttäuschenden
0:1 im Regionalliga-Duell gegen VfR Aalen.
Frostig waren auch die Temperaturen im Nürnberger
Frankenstadion beim Gastspiel des KSV Hessen
bei der zweiten Mannschaft des Bundesligisten
1. FC Nürnberg. Doch diesmal erwärmte
zumindest die Spielweise der Löwen das
Herz von Trainer Mirko Dickhaut, auch wenn
das Ergebnis von 1:1 (0:0) wieder ein wenig
enttäuschte. "Kompakt stehen und
Konstanz in die defensiven Aktionen bringen",
so umriss Dickhaut seine Ansage an die Seinen
vor dem Spiel beim Tabellendritten. Entsprechend
veränderte der Trainer seine Elf auf
zwei Positionen. Thorsten Bauer gab die einzige
Spitze, immer wieder unterstützt von
dem gerade in der ersten Halbzeit sehr eifrigen
Kevin Wölk. Markus Unger und Sebastian
Gundelach spielten von Beginn an, sollten
im Mittelfeld für Überzahl sorgen.
Abwehrreihen dominieren
Eine Umstellung, die sich,
soweit es das primäre Ziel, defensiv
sicher zu stehen, betraf, bezahlt machte.
Allerdings auf Kosten der Offensive. Denn
beide Teams kontrollierten die Angriffsbemühungen
des Gegners. Klare Torchancen waren rar, das
Geschehen spielte sich hauptsächlich
im Mittelfeld ab. Spätestens am gegnerischen
Strafraum endeten die durchaus ansehnlichen
Kombinationen beider Teams regelmäßig.
So behalf sich die zweite Mannschaft der Franken
als Erste mit harmlosen Fernschüssen.
Auf der Gegenseite besann
sich Kevin Wölk als Erster auf das gleiche
Mittel. Sein Fernschuss war nach 23 Minuten
der erste Kasseler Ball aufs gegnerische Tor,
fand jedoch ebenfalls nur den Weg in die Handschuhe
des Torwarts. Drei Minuten später war
es erneut Wölk, der aus einer Drehung
heraus nicht mehr genug Druck auf den Ball
bekam, um ihn aus fünf Metern über
die Linie zu bringen. Symptomatisch für
das Spiel insgesamt: Mit der Konzentration
auf eine sichere Defensive fehlte den Offensivaktionen
der nötige Druck.
Umso überraschender
kam unmittelbar nach der Pause die beste Offensivaktion
des KSV. Der für Florian Heussner eingewechselte
Stefan Markolf drang nach schönem Doppelpass
mit René Ochs bis zur Grundlinie durch,
bog scharf in den Strafraum ab und passte
auf den frei stehenden Markus Unger - 1:0
für die Löwen.
Ausgleich nach Eckball
Aus der folgenden längeren
Auszeit beider Teams erwachte zuerst Nürnberg
und startete ab der 60. Minute neue Angriffsbemühungen.
Es dauerte jedoch bis zur 75. Minute, ehe
Nürnbergs Fuchs die größte
Chance vergab und aus sechs Metern in Lamczyks
Arme schoss. Sechs Minuten später war
aber auch der ausgezeichnete KSV-Torhüter
geschlagen. Wollscheid nutzte die Club-Dominanz
bei Standards und stocherte den Ball nach
einer Ecke über die Linie.
Jetzt wachte auch der KSV
auf und entdeckte doch noch das gegnerische
Tor. Zu spät. Und so trennten sich die
Unentschieden-Könige der Liga formgerecht
remis.
Von Wolfgang Endlein (HNA-Sportredaktion,
08.11.2009)
Ein
Unentschieden, was sonst?
Es war ein
Gipfeltreffen der besonderen Art. Es trafen
sich die Unentschieden-Könige der Fußball-Regionalliga
Süd. Und wie kaum anders zu erwarten
war, teilten sich der 1. FC Nürnberg
II und der KSV Hessen Kassel die Punkte. "Schon
wieder ein Unentschieden", stöhnte
René Müller, Trainer der Club-Reserve,
nach dem fünften Remis des Clubs ins
Mikrofon und hörte prompt sein eigenes
Echo. "Schon wieder ein Unentschieden",
beklagte auch Mirko Dickhaut nach dem 1:1
wortgleich die bereits siebte Punkteteilung
in dieser Saison für seinen KSV Hessen
Kassel. Aber immerhin ein Punktgewinn - und
so wirkte Dickhaut nicht vollends unzufrieden
über das Ergebnis, das beide Trainer
unisono als leistungsgerecht bezeichneten.
Zwar fand es der KSV-Trainer
"total ärgerlich", in der 81.
Minute die Führung noch hergegeben zu
haben, schränkte aber ein: "Richtig
böse kann ich mit der Mannschaft nicht
sein." Schließlich setzte das Team
alles um, was unter der Woche besprochen worden
sei. Kompakt wollten die Löwen hinten
spielen, um "wieder Konstanz in die defensiven
Aktionen reinzubringen" (Dickhaut). Trotz
des Ausgleichstreffers - mit der Umsetzung
war Dickhaut "zu 100 Prozent zufrieden".
Das 1:1 im Gastspiel beim
Tabellendritten war demnach für Dickhaut
einer von noch vielen weiteren kleinen Schritten,
um aus dem sportlichen Tal wieder herauszusteigen.
Das Unentschieden im Spitzenspiel zwischen
Aalen und Freiburg macht es zudem möglich,
dass trotz der Punkteteilung in Nürnberg
der Rückstand der Hessen zur Tabellenspitze
nicht weiter gewachsen ist.
Defensiv hat der KSV sich
also stabilisieren können. Darauf muss
nun allerdings die Offensive in den nächsten
Spielen aufbauen, will Kassel nicht den Kontakt
zu den Topteams völlig verlieren. Denn,
wie Nürnbergs Trainer Müller richtig
ausführte, die Luft ist dünn in
den Spitzenregionen der Regionalliga-Tabelle.
Mit weiteren Punktverlusten wird den Saisonzielen
des KSV sehr schnell die Luft ausgehen.
Von Wolfgang Endlein (HNA-Sportredaktion,
08.11.2009) |