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<<< 12. Spieltag
Regionalliga Süd 2009/10, 13. Spieltag

KSV Hessen Kassel - VfR Aalen

0:1 (0:1)

Freitag, 30.10.2009 - 19 Uhr
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
VfR Aalen
Daniel Bernhardt
Thomas Scheuring
Aytac Sulu
Marcel Klefenz
Tim Bauer
Benjamin Barg
Ralf Kettemann
Andreas Schön (77. Fabian Liesenfeld)
Marko Hohn (73. Michael Schiele)
Marcel Brandstetter (82. Januzi)
Alexander Zimmermann
Trainer: Rainer Scharinger
Spielstatistik
Tore: 0:1 Zimmermann (36.) - Gelbe Karten: Heussner, Tornieporth, Keim, Unger, Brechler, Ochs - Schön, Scheuring - Schiedsrichter: Christian Schößling (Leipzig) - Zuschauer: 7.000
Spielbericht

KSV enttäuscht restlos

War's das schon? Muss Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel seine hochgesteckten Ziele bereits begraben? Seit gestern Abend jedenfalls ist die Tabellenspitze für die Löwen erst einmal in unerreichbare Ferne gerückt.

Nach einer restlos enttäuschenden Leistung verlor der KSV vor 7000 Zuschauern im Auestadion gegen den VfR Aalen mit 0:1 (0:1). Der Abstand auf den Spitzenreiter beträgt damit bereits neun Punkte.

Die meist diskutierte Frage vor der Partie hatte Trainer Mirko Dickhaut mit einer ganz mutigen Variante beantwortet. Bauer und Brechler zusammen im Angriff. Und nicht nur das. Tornieporth, Wölk und Ochs bildeten das Trio hinter diesem Duo. Richtig viel Offensivkraft also für die Löwen. Doch hieß das auch Offensivgeist von Beginn an? Wurde die lautstarke Forderung der Fans - "schießt sie aus der Stadt" - sofort in die Tat umgesetzt?

Nichts dergleichen. Die Abteilung Angriffslust des KSV tat sich ungeheuer schwer, spielte unglaublich statisch und kam nur mühsam in die Aalener Hälfte. Dafür hatte die Defensive der Gastgeber deutlich mehr zu tun.

Auch hier gab es eine Umstellung. Für den kranken Sebastian Gundelach rückte überraschend Christoph Keim in die Startaufstellung. Der Spitzenreiter jedenfalls ließ sich von der offensiven Aufstellung der Gastgeber nicht beeindrucken, erspielte sich im Mittelfeld schnell ein Übergewicht.

Das hatte Folgen: Durch Schüsse von Klefenz (5.), Zimmermann (8.) und Brandstetter (13.) sorgte Aalen bereits für Gefahr für das Tor von Dennis Lamczyk.

Die Führung der Gäste kam so nicht überraschend: In der 36. Minute war Zimmermann nach einer Kopfballverlängerung zur Stelle und drückte das Leder über die Linie.

Und der KSV? Ein Schuss von Enrico Gaede, der knapp am Tor vorbeiging (8.), Keims Doppelchance und kurz darauf verfrühter Torjubel, als Michael Zepek traf, der Linienrichter aber Abseits winkte (21.) - das war's vor der Pause.

Und daran änderte sich auch wenig, als Dickhaut nach dem Wechsel Markus Unger für den erneut enttäuschenden Dennis Tornieporth brachte. Die Löwen wirkten wie gelähmt unter dem Druck, dieses Spiel gewinnen zu müssen. Kaum ein Pass, der den Mitspieler erreichte, kaum gewonnene Offensiv-Zweikämpfe, dazu sechs Gelbe Karten, die den Frust über die eigene Leistung ausdrücken. Es ging einfach kein Ruck durch die Mannschaft. Die Doppelspitze Bauer/Brechler war beinahe überflüssig - was nutzen zwei Stürmer, wenn sie fast keinen Ball bekommen?

So dauerte es auch bis zur 71. Minute, eher Kevin Wölk mit einem Distanzschuss überhaupt einmal für Gefahr sorgte - Torhüter Bernhardt lenkte den Ball aber über die Latte. Doch auch das verhalf den Gastgebern gegen kompakt und konzentriert verteidigende Aalener nicht zu einer stürmischen Schlussoffensive. Nur Bauer hatte ganz am Ende noch eine Chance, scheiterte aber ebenfalls. So blieb's dabei: Kein Tor. Keine Punkte. Und riesiger Frust im Auestadion.

Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 30.10.2009)

Hilflos nicht nur auf dem Platz

Ein Wort beschreibt das Handeln der Akteure beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel derzeit wie kein zweites. Mittelfeldspieler Kevin Wölk gebrauchte es nach dem Spiel, und es heißt: hilflos.

Hilflos auf dem Platz, hilflos bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, warum das Team an diesem Abend so schwach gespielt hat. An diesem Abend, an dem die Löwen wieder näher an die Tabellenspitze hätten rücken sollen - und an dem sie sich nach dem 0:1 gegen Spitzenreiter Aalen noch weiter von eben dieser Tabellenspitze entfernten.

Wölk gehörte zwar auch zu den Akteuren, die weit unter Form spielten, er war aber zumindest einer derjenigen beim KSV, die das schlechte Auftreten des Teams nicht schönredeten. "In der ersten Halbzeit haben wir deutlich zu wenig gemacht", sagte der 24-Jährige. Das stimmte: Statt Hurra-Fußball, der seit der vergangenen Saison im Auestadion häufig zu sehen war, präsentierten die Löwen Kampf, aber vor allem sehr viel Krampf. Trainer Mirko Dickhaut sprach nachher von fehlender Leichtigkeit. Leichtigkeit, die den Gegner aus Aalen derzeit auszeichnet. Rainer Scharinger, der Coach des VfR, meinte nachher, dass seine Mannschaft eine ganz reife Leistung geboten habe. Zu sehen gewesen seien eine klare Ordnung und ein klarer Plan. Beides ließ der KSV vermissen. Mirko Dickhaut musste feststellen, dass sein Mut zur Offensive nicht belohnt wurde.

Nun ist der KSV schon neun Punkte hinter Aalen zurück. Kapitän Enrico Gaede nannte dies eine Hausnummer, das Saisonziel Drittligaaufstieg wollte er aber nach der Niederlage nicht abschreiben. Sicher sei die Lage derzeit frustrierend und der Ausgang des Spiels enttäuschend. "Aber ich verstehe die nicht, die jetzt Weltuntergangsstimmung verbreiten." An einem solchen Abend gelte es, auch einfach mal die Leistung des Gegners anzuerkennen und nicht gleich in den eigenen Reihen nach Gründen für das 0:1 zu suchen.

Kevin Wölk dagegen bevorzugt die Variante: an die eigene Nase packen und die Schlüsse aus der Schlappe ziehen. Viel Zeit bleibt nicht: Schon kommenden Samstag muss der KSV wieder gegen ein Spitzenteam ran: Dann geht es in Nürnberg gegen die zweite Mannschaft des Clubs.

Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 30.10.2009)