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<<< 10. Spieltag
Regionalliga Süd 2009/10, 11. Spieltag

SSV Reutlingen 05 - KSV Hessen Kassel

1:1 (0:1)

Samstag, 17.10.2009 - 14 Uhr
Stadion an der Kreuzeiche

SSV Reutlingen 05
KSV Hessen Kassel
Tobias Linse
Fabian Fecker
Jens Härter
Daniel Bogdanovic
Marc Golinski (89. Fabian Kurth)
Andreas Rill
Thomas Mayer
Alban Meha (76. Ümit Oytun)
Sascha Boller
Marco Tucci
Alexander Blessin
Trainer: Roland Seitz
Spielstatistik
Tore: 0:1 Stadel (36.), 1:1 Golinski (78.) - Gelbe Karten: Tucci, Fecker - Gundelach, Gaede - Schiedsrichter: Günter Perl (München) - Zuschauer: 1.500
Spielbericht

Löwen spielen 1:1 in Reutlingen

Wieder kein Auswärtssieg – der Motor des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel läuft derzeit in der Fremde einfach nicht rund. "Unter dem Strich war dieser Punkt für uns zu wenig", stellte Trainer Mirko Dickhaut nach dem 1:1 (1:0)-Unentschieden beim SSV Reutlingen zerknirscht fest.

In der zurückliegenden Trainings-Woche habe er sein Team "vor den überragenden Freistößen von Alban Meha gewarnt", erzählte Dickhaut. Meha traf dann aber gar nicht. In der 76. Minute musste der Kosovo-Albaner wegen einer Knöchelverletzung raus. Zwei Zeigerumdrehungen später markierte Reutlingen trotdem per Freistoß den Treffer zum 1:1-Endstand.

Der 20-jährige Marc Golinski sprang für Meha in die Bresche und war mit einem leicht abgefälschten Schuss aus 35 Metern nahe der Seitenauslinie erfolgreich. Ein ganz dummes Tor war das für die Gäste, weil der eigentlich als Flanke gedachte Ball am hinteren Pfosten über die Linie sprang, ohne dass irgendein Spieler noch dran gewesen wäre.

So unglücklich er war - der Ausgleich hatte sich angedeutet, weil die Gäste mehr und mehr die Linie verloren. In der ersten Halbzeit sah das noch ganz anders aus. Die Systemumstellung mit den zwei Spitzen Thorsten Bauer und Thomas Brechler schien da aufzugehen - auch wenn das Führungstor von einem Abwehrspieler erzielt wurde. Marcel Stadel (36. Minute) übersprang nach einem Freistoß von Kevin Wölk Reutlingens Abwehrspieler Thomas Mayer und war per Kopf erfolgreich. Für den Innenverteidiger war es das dritte Saisontor.

Verdient war das, denn in der Anfangsphase agierte Kassel vor 1500 Zuschauern im Kreuzeiche-Stadion schwungvoll und zeigte, dass es dem Gastgeber-Team spielerisch überlegen ist. Zunächst wurde eine scharfe Hereingabe von Bauer (4.) von Brechler nicht genutzt, ehe im nächsten Angriffszug erneut Brechler eine klare Gelegenheit versemmelte. Reutlinger Team trat erstmals in der 17. Minute in Erscheinung: Sascha Boller setzte Marco Tucci in Szene, der vor Saisonbeginn von den Stuttgarter Kickers gekommene Stürmer vergab jedoch überhastet.

In der 26. Minute boxte KSV-Keeper Dennis Lamczyk bei einem 14-Meter-Volleyknaller von Boller den Ball mit einem grandiosen Reflex zur Ecke boxen.

Ärgerlich aus der Sicht der Löwen: Kurz nach dem Führungstor tauchte Wölk völlig freistehend im Strafraum der Hausherren auf, doch Linse stürzte heraus und wehrte seinen Schuss zur Ecke ab. Das Auslassen der Chancen sollte sich rächen.

Im zweiten Durchgang nämlich erkämpfte sich der SSV ein Übergewicht. Nicht zuletzt deshalb, weil die Dickhaut-Schützlinge das Ergebnis zu sehr verwalten wollten. Nachdem Andreas Rill (50.) einen Kopfball aus Nahdistanz am Gehäuse vorbeisetzte und Meha (61.) mit einem Freistoß an Lamczyk scheiterte, fiel schließlich der Ausgleich durch Golinski. Ein Punkt also wieder nur in der Fremde - zu wenig für die Löwen, die nun in den beiden Heimspielen gegen die Spitzenteams aus Freiburg und Aalen unter Zugzwang stehen.

HNA-Sportredaktion (18.10.2009)

Enttäuschter Unger - nur unentschieden

"In der zweiten Halbzeit haben wir zu wenig gemacht." Markus Unger ging mit sich und seinen Team-Kollegen nach dem 1:1 in Reutlingen hart ins Gericht.

Der 27-Jährige, der von Juli 2006 bis Dezember 2007 für die Schwaben in der Fußball-Regionalliga, der damals dritthöchsten Spielklasse, 46 Spiele absolvierte, stand zum ersten Mal in der Startformation. "Unger hat noch Steigerungspotenzial", glaubt Kassels Trainer Mirko Dickhaut, sagt aber: "Wenn Markus hundert Prozent fit ist, dann ist er eine Bereicherung für uns."

Unger selbst ist von den Qualitäten seiner neuen Truppe trotz des Punktverlustes weiter überzeugt: "Mit dieser Mannschaft könnten wir auch in der dritten Liga mithalten." Und wie beurteilte er seine Rückkehr nach Reutlingen? Von den SSV-Akteuren kannte er nur Alban Meha und Andreas Rill sowie Alexander Blessin, mit dem er einst in Siegen zusammenspielte. Dafür traf er viele Bekannte im Umfeld des Vereins. Enttäuscht war Unger über die Reaktion einiger Zuschauer: "Da gab es einige unschöne Bemerkungen."

Mirko Dickhaut ließ seine Truppe im Kreuzeiche-Stadion zum ersten Mal in einer 4-4-2-Grundformation auflaufen. Dieses System testete er vor einer Woche beim Blitzturnier gegen den FC St. Pauli. Die Gründe für diese neue taktische Ausrichtung? Zum einen sei Dennis Tornieporth grippegeschwächt gewesen und nahm deshalb bis zur 85. Minute auf der Auswechselbank Platz und zum zweiten habe es Thomas Brechler "verdient gehabt, mal von Anfang an zu spielen", so der Trainer. Brechler hatte als Joker bisher freimal getroffen.

In der Startelf wirkte der 23-Jährige überaus beweglich und hatte vor allem in der Anfangsphase gute Chancen. Zu einem Treffer aber reichte es diesmal wie auch bei Bauer nicht.

HNA-Sportredaktion (18.10.2009)

Löwen verpassen Sieg in Reutlingen

Bis zur 78. Minute konnte der KSV Hessen am Samstagnachmittag von drei Punkten in Reutlingen träumen. Durch ein Tor von Innenverteidiger Marcel Stadel (36.) führten die Löwen verdient mit 1:0. Erst zwölf Minuten vor Spielende fiel der Ausgleich für die Gastgeber. Marc Golinski traf mit einem leicht abgefälschten Freistoß aus knapp 35 Metern Entfernung.

“Das war heute zu wenig für uns”, brummelte Löwen Trainer Mirko Dickhaut nach dem Spiel. Trotz einer über weite Strecken guten Vorstellung fuhren die Löwen am Ende nur mit einem Punkt nach Hause. Im sechsten Auswärtsspiel das vierte Unentschieden für den KSV. “Normalerweise ist es in Ordnung, wenn man auswärts Remis spielt und zu Hause gewinnt”, analysierte der Coach. “Doch hier hätten wir schon früh den Sack zumachen müssen”.

Zu Beginn wartete Dickhaut mit einer Überraschung für seinen Reutlinger Kollegen Roland Seitz auf. Er stellte seine Mannschaft nicht im gewohnten 4-2-3-1 auf, sondern im 4-4-2-System. Im Sturm kam Thomas Brechler neben Thorsten Bauer zum Einsatz, im Mittelfeld spielte der Ex-Reutlinger Markus Unger von Beginn an. Draußen blieben Harez Habib und der zuletzt Erkältungsgeschwächte Dennis Tornieporth. Den gesperrten Stefan Markolf vertrat erwartungsgemäß der erneut mit Gesichtsmaske spielende Flo Heussner.

Der Kunstgriff des Trainers ging zunächst auf. Dominant und selbstbewusst starteten die Löwen ins Spiel. Bereits nach vier Minuten hatten die rund 100 mitgereisten Fans zum ersten Mal den Torschrei auf den Lippen. Thomas Brechler stand völlig frei vor Schlussmann Tobias Linse, brachte aber die Lederkugel nicht im Gehäuse der Gastgeber unter.

Nach ungefähr fünfzehn Minuten kam Reutlingen besser ins Spiel. “Wir brauchten einige Zeit, um uns auf die ungewohnte taktische Ausrichtung der Kasseler einzustellen”, räumte SSV-Coach Roland Seitz nach dem Spiel ein. So kam der SSV zu ersten Möglichkeiten.

Zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff dann Jubel bei den Löwen. Einen Freistoß von Kevin Wölk köpfte Innenverteidiger Marcel Stadel zur verdienten Führung ein. Nur wenige Sekunden später hätte der KSV den Sack schon früh zu machen können. Nach einem schnellen Angriff tauchte Kevin Wölk frei vor Linse auf, scheiterte aber am SSV-Schlussmann .

Im zweiten Durchgang wurde die Partie dann zunehmend hektischer und härter. Dickhaut wollte nun die drei Punkte sichern und tauschte Thorsten Bauer gegen den kopfballstarken Defensivmann Christoph Keim aus. Dennoch erlebte das Spiel noch eine unvermutete Wendung. Reutlingens gefährlicher Mittelfeldmann Alban Meha verletzte sich am Sprunggelenk und musste eine Viertelstunde vor Schluss gehen. Damit fehlte dem SSV der vermeintlich gefährlichste Freistoß-Schütze. Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet ein Freistoß den etwas glücklichen Ausgleich für die Gastgeber brachte. Aus knapp 35 Metern - fast von der linken Außenlinie - schlenzte Marc Golinski den Ball in den Strafraum. Dort fälschte wohl noch ein Kasseler Verteidiger leicht ab - und schon lag der Ball im Netz.

“Ich hatte eigentlich nicht mehr gedacht, dass unser Sieg noch in Gefahr gerät“, verriet Dickhaut nach der Partie. “Da hat man das Spiel im Griff und dann passiert so was”. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch Möglichkeiten, den Siegtreffer zu erzielen. Es blieb jedoch beim Remis. Die Gelegenheit es besser zu machen, haben die Löwen bereits am kommenden Samstag. Dann kommt um 14 Uhr mit dem SC Freiburg II ein in der Tabelle vor den Löwen platziertes Team ins Auestadion.

Oliver Zehe (17.10.2009)