Löwen
spielen 1:1 in Reutlingen
Wieder kein
Auswärtssieg – der Motor des Fußball-Regionalligisten
KSV Hessen Kassel läuft derzeit in der
Fremde einfach nicht rund. "Unter dem
Strich war dieser Punkt für uns zu wenig",
stellte Trainer Mirko Dickhaut nach dem 1:1
(1:0)-Unentschieden beim SSV Reutlingen zerknirscht
fest.
In der zurückliegenden
Trainings-Woche habe er sein Team "vor
den überragenden Freistößen
von Alban Meha gewarnt", erzählte
Dickhaut. Meha traf dann aber gar nicht. In
der 76. Minute musste der Kosovo-Albaner wegen
einer Knöchelverletzung raus. Zwei Zeigerumdrehungen
später markierte Reutlingen trotdem per
Freistoß den Treffer zum 1:1-Endstand.
Der 20-jährige Marc
Golinski sprang für Meha in die Bresche
und war mit einem leicht abgefälschten
Schuss aus 35 Metern nahe der Seitenauslinie
erfolgreich. Ein ganz dummes Tor war das für
die Gäste, weil der eigentlich als Flanke
gedachte Ball am hinteren Pfosten über
die Linie sprang, ohne dass irgendein Spieler
noch dran gewesen wäre.
So unglücklich er war
- der Ausgleich hatte sich angedeutet, weil
die Gäste mehr und mehr die Linie verloren.
In der ersten Halbzeit sah das noch ganz anders
aus. Die Systemumstellung mit den zwei Spitzen
Thorsten Bauer und Thomas Brechler schien
da aufzugehen - auch wenn das Führungstor
von einem Abwehrspieler erzielt wurde. Marcel
Stadel (36. Minute) übersprang nach einem
Freistoß von Kevin Wölk Reutlingens
Abwehrspieler Thomas Mayer und war per Kopf
erfolgreich. Für den Innenverteidiger
war es das dritte Saisontor.
Verdient war das, denn in
der Anfangsphase agierte Kassel vor 1500 Zuschauern
im Kreuzeiche-Stadion schwungvoll und zeigte,
dass es dem Gastgeber-Team spielerisch überlegen
ist. Zunächst wurde eine scharfe Hereingabe
von Bauer (4.) von Brechler nicht genutzt,
ehe im nächsten Angriffszug erneut Brechler
eine klare Gelegenheit versemmelte. Reutlinger
Team trat erstmals in der 17. Minute in Erscheinung:
Sascha Boller setzte Marco Tucci in Szene,
der vor Saisonbeginn von den Stuttgarter Kickers
gekommene Stürmer vergab jedoch überhastet.
In der 26. Minute boxte KSV-Keeper
Dennis Lamczyk bei einem 14-Meter-Volleyknaller
von Boller den Ball mit einem grandiosen Reflex
zur Ecke boxen.
Ärgerlich aus der Sicht
der Löwen: Kurz nach dem Führungstor
tauchte Wölk völlig freistehend
im Strafraum der Hausherren auf, doch Linse
stürzte heraus und wehrte seinen Schuss
zur Ecke ab. Das Auslassen der Chancen sollte
sich rächen.
Im zweiten Durchgang nämlich
erkämpfte sich der SSV ein Übergewicht.
Nicht zuletzt deshalb, weil die Dickhaut-Schützlinge
das Ergebnis zu sehr verwalten wollten. Nachdem
Andreas Rill (50.) einen Kopfball aus Nahdistanz
am Gehäuse vorbeisetzte und Meha (61.)
mit einem Freistoß an Lamczyk scheiterte,
fiel schließlich der Ausgleich durch
Golinski. Ein Punkt also wieder nur in der
Fremde - zu wenig für die Löwen,
die nun in den beiden Heimspielen gegen die
Spitzenteams aus Freiburg und Aalen unter
Zugzwang stehen.
HNA-Sportredaktion (18.10.2009)
Enttäuschter
Unger - nur unentschieden
"In der zweiten Halbzeit
haben wir zu wenig gemacht." Markus Unger
ging mit sich und seinen Team-Kollegen nach
dem 1:1 in Reutlingen hart ins Gericht.
Der 27-Jährige, der
von Juli 2006 bis Dezember 2007 für die
Schwaben in der Fußball-Regionalliga,
der damals dritthöchsten Spielklasse,
46 Spiele absolvierte, stand zum ersten Mal
in der Startformation. "Unger hat noch
Steigerungspotenzial", glaubt Kassels
Trainer Mirko Dickhaut, sagt aber: "Wenn
Markus hundert Prozent fit ist, dann ist er
eine Bereicherung für uns."
Unger selbst ist von den
Qualitäten seiner neuen Truppe trotz
des Punktverlustes weiter überzeugt:
"Mit dieser Mannschaft könnten wir
auch in der dritten Liga mithalten."
Und wie beurteilte er seine Rückkehr
nach Reutlingen? Von den SSV-Akteuren kannte
er nur Alban Meha und Andreas Rill sowie Alexander
Blessin, mit dem er einst in Siegen zusammenspielte.
Dafür traf er viele Bekannte im Umfeld
des Vereins. Enttäuscht war Unger über
die Reaktion einiger Zuschauer: "Da gab
es einige unschöne Bemerkungen."
Mirko Dickhaut ließ
seine Truppe im Kreuzeiche-Stadion zum ersten
Mal in einer 4-4-2-Grundformation auflaufen.
Dieses System testete er vor einer Woche beim
Blitzturnier gegen den FC St. Pauli. Die Gründe
für diese neue taktische Ausrichtung?
Zum einen sei Dennis Tornieporth grippegeschwächt
gewesen und nahm deshalb bis zur 85. Minute
auf der Auswechselbank Platz und zum zweiten
habe es Thomas Brechler "verdient gehabt,
mal von Anfang an zu spielen", so der
Trainer. Brechler hatte als Joker bisher freimal
getroffen.
In der Startelf wirkte der
23-Jährige überaus beweglich und
hatte vor allem in der Anfangsphase gute Chancen.
Zu einem Treffer aber reichte es diesmal wie
auch bei Bauer nicht.
HNA-Sportredaktion (18.10.2009)
Löwen
verpassen Sieg in Reutlingen
Bis zur 78.
Minute konnte der KSV Hessen am Samstagnachmittag
von drei Punkten in Reutlingen träumen.
Durch ein Tor von Innenverteidiger Marcel
Stadel (36.) führten die Löwen verdient
mit 1:0. Erst zwölf Minuten vor Spielende
fiel der Ausgleich für die Gastgeber.
Marc Golinski traf mit einem leicht abgefälschten
Freistoß aus knapp 35 Metern Entfernung.
“Das war heute zu wenig
für uns”, brummelte Löwen
Trainer Mirko Dickhaut nach dem Spiel. Trotz
einer über weite Strecken guten Vorstellung
fuhren die Löwen am Ende nur mit einem
Punkt nach Hause. Im sechsten Auswärtsspiel
das vierte Unentschieden für den KSV.
“Normalerweise ist es in Ordnung, wenn
man auswärts Remis spielt und zu Hause
gewinnt”, analysierte der Coach. “Doch
hier hätten wir schon früh den Sack
zumachen müssen”.
Zu Beginn wartete Dickhaut
mit einer Überraschung für seinen
Reutlinger Kollegen Roland Seitz auf. Er stellte
seine Mannschaft nicht im gewohnten 4-2-3-1
auf, sondern im 4-4-2-System. Im Sturm kam
Thomas Brechler neben Thorsten Bauer zum Einsatz,
im Mittelfeld spielte der Ex-Reutlinger Markus
Unger von Beginn an. Draußen blieben
Harez Habib und der zuletzt Erkältungsgeschwächte
Dennis Tornieporth. Den gesperrten Stefan
Markolf vertrat erwartungsgemäß
der erneut mit Gesichtsmaske spielende Flo
Heussner.
Der Kunstgriff des Trainers
ging zunächst auf. Dominant und selbstbewusst
starteten die Löwen ins Spiel. Bereits
nach vier Minuten hatten die rund 100 mitgereisten
Fans zum ersten Mal den Torschrei auf den
Lippen. Thomas Brechler stand völlig
frei vor Schlussmann Tobias Linse, brachte
aber die Lederkugel nicht im Gehäuse
der Gastgeber unter.
Nach ungefähr fünfzehn
Minuten kam Reutlingen besser ins Spiel. “Wir
brauchten einige Zeit, um uns auf die ungewohnte
taktische Ausrichtung der Kasseler einzustellen”,
räumte SSV-Coach Roland Seitz nach dem
Spiel ein. So kam der SSV zu ersten Möglichkeiten.
Zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff
dann Jubel bei den Löwen. Einen Freistoß
von Kevin Wölk köpfte Innenverteidiger
Marcel Stadel zur verdienten Führung
ein. Nur wenige Sekunden später hätte
der KSV den Sack schon früh zu machen
können. Nach einem schnellen Angriff
tauchte Kevin Wölk frei vor Linse auf,
scheiterte aber am SSV-Schlussmann .
Im zweiten Durchgang wurde
die Partie dann zunehmend hektischer und härter.
Dickhaut wollte nun die drei Punkte sichern
und tauschte Thorsten Bauer gegen den kopfballstarken
Defensivmann Christoph Keim aus. Dennoch erlebte
das Spiel noch eine unvermutete Wendung. Reutlingens
gefährlicher Mittelfeldmann Alban Meha
verletzte sich am Sprunggelenk und musste
eine Viertelstunde vor Schluss gehen. Damit
fehlte dem SSV der vermeintlich gefährlichste
Freistoß-Schütze. Ironie des Schicksals,
dass ausgerechnet ein Freistoß den etwas
glücklichen Ausgleich für die Gastgeber
brachte. Aus knapp 35 Metern - fast von der
linken Außenlinie - schlenzte Marc Golinski
den Ball in den Strafraum. Dort fälschte
wohl noch ein Kasseler Verteidiger leicht
ab - und schon lag der Ball im Netz.
“Ich hatte eigentlich
nicht mehr gedacht, dass unser Sieg noch in
Gefahr gerät“, verriet Dickhaut
nach der Partie. “Da hat man das Spiel
im Griff und dann passiert so was”.
In der Schlussphase hatten beide Mannschaften
noch Möglichkeiten, den Siegtreffer zu
erzielen. Es blieb jedoch beim Remis. Die
Gelegenheit es besser zu machen, haben die
Löwen bereits am kommenden Samstag. Dann
kommt um 14 Uhr mit dem SC Freiburg II ein
in der Tabelle vor den Löwen platziertes
Team ins Auestadion.
Oliver Zehe (17.10.2009) |