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<<< 7. Spieltag
Regionalliga Süd 2009/10, 8. Spieltag

KSV Hessen Kassel - SG Eintracht Frankfurt II

1:0 (0:0)

Sonntag, 20.09.2009 - 14:30 Uhr
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
SG Eintracht Frankfurt II
Markus Kolke
Sebastian Jung
Stefan Haben
Sebastian Fiedler (78. Abdessamad Fachat)
Thomas Gentner
Jürgen Mössmer
Marcel Titsch-Rivero
Yannick Stark (65. Timothy Chandler)
Faton Toski
Martin Hess
Marcel Heller (78. Juvhel Tsoumou)
Trainer: Frank Leicht
Spielstatistik
Tore: 1:0 Brechler (73.) - Gelbe Karten: Ochs - Titsch-Rivero, Hess, Toski - Bes. Vork.: Kolke hält Foulelfmeter von Bauer (87.) - Schiedsrichter: Robert Kempter (Sauldorf) - Zuschauer: 4.500
Spielbericht

Ein Tor des Thotho-Sturms

Thomas Brechler ließ auf sich warten - wie sich das für einen Mann des Tages gehört: Der Stürmer sollte die Jubelfeier von Fans und Mannschaft anstimmen, aber er musste erst noch Autogramme schreiben. Als er dann in Richtung Nordkurve sprintete, gab es für ihn noch einmal einen Extra-Applaus.

Extra-Applaus für den einzigen Torschützen des Spiels zwischen seinem KSV Hessen Kassel und der zweiten Mannschaft von Eintracht Frankfurt. Extra-Applaus für den Mann, der die Löwen in der Spitzengruppe der Fußball-Regionalliga gehalten hat.

Das 1:0 des KSV gestern Nachmittag war dabei ein Sieg der Geduld und der neuen Qualität auf der Ersatzbank: Anders als in den beiden vergangenen Heimspielen gegen Großaspach und Pfullendorf belohnten sich die von Beginn an schwungvollen Löwen diesmal nicht mit einem frühen Treffer: Sie erspielten sich zwar eine deutliche Feldüberlegenheit; sie erarbeiteten sich eine Vielzahl an Gelegenheiten der Kategorie "ganz gut". Aber zur Halbzeit stand es noch 0:0, und Trainer Mirko Dickhaut musste feststellen: "Für unseren Riesenaufwand war der Ertrag nicht gerecht."

Dickhaut erinnerte seine Jungs in der Kabine an eine alte Grundregel aus der Welt des Fußballs: "Wenn ihr weiter Druck macht, dann fällt noch das Tor, dann gewinnen wir hier 1:0." Er tippte auf eine Standardsituation, und es gehört zu den eher paradoxen Dingen dieser Partie, dass seine Mannschaft am Ende tatsächlich noch dieses eine entscheidende Tor erzielt hatte, aber dieses Tor weder nach einer Standardsituation gefallen war noch in einer Phase, in der die Löwen so druckvoll gewesen waren wie noch zu Beginn.

Dieser Treffer fiel in der 73. Minuten - zwei Minuten nachdem Mirko Dickhaut Thomas Brechler eingewechselt hatte und als sich das Spiel auf ein 0:0 einpendelte. Kurz vor seiner zweiten Ballberührung stand der 23-Jährige frei vor des Gegners Tor. Eiskalt schloss er ab und war "glücklich über einen wichtigen Dreier". Er vergaß nicht, auf das hinzuweisen, was dem Treffer vorangegangen war: ein Zuckerpässchen von Thorsten Bauer, der seinen Gegenspieler genarrt und im richtigen Moment seinen Sturmkollegen bedient hatte.

Bauer spielte seinen eigenen Anteil an diesem Sieg anschließend herunter und sagte: "Das Einzige, was heute entscheidend ist, sind die drei Punkte." Aber ein Extra-Lob hat auch er sich verdient - schon allein deshalb, weil es unfair wäre, ihn immer nur dann zu loben, wenn er auch trifft. Eine Erkenntnis lautet nämlich: Bauer ist auch dann wichtig, wenn er nicht trifft.

Zumal Mirko Dickhaut mit Thomas Brechler nun einen Mann in der Hinterhand hat, der ebenfalls Torjägerqualität besitzt, wie es auch Frankfurts Trainer Frank Leicht bekannte. Genau daran mangelte es dem KSV in der vergangenen Saison. Jetzt wächst dagegen ein neuer Traumsturm namens Thotho heran: THOrsten Bauer und THOmas Brechler.

Dass Bauer kurz vor Schluss noch einen Elfmeter verschossen hat, weil er im Moment vielleicht zu viel nachdenkt, wie er sagt - geschenkt. Nach dem Abpfiff war eh nur Jubel angesagt - vor allem, als Thomas Brechler endlich in der Nordkurve angekommen war.

Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 20.09.2009)

Heussner: Schon wieder die Nase

Was für ein Pech für Florian Heussner. Der Verteidiger musste schon nach 32 Minuten verletzt vom Feld. Dabei hatte es ihn innerhalb kürzester Zeit gleich zweimal erwischt.

Erst war der Linksfuß nach einem feinen Solo im Strafraum der Gäste gestoppt worden, blieb liegen und musste am Knöchel behandelt werden. Als es wieder weiterging, kam es noch schlimmer: Bei seiner ersten Aktion stieg Heussner zum Kopfball hoch, rasselte mit einem Gegenspieler zusammen. Ergebnis: ein gebrochenes Nasenbein. Und zudem auch noch der Verdacht, der Kiefer könne etwas abbekommen haben. Stark blutend verließ der Verteidiger den Platz, wurde noch während des Spiels ins Krankenhaus gebracht. Bereits im letzten Jahr hatte Heussner sich das Nasenbein gebrochen und danach mit einer Spzialmaske gespielt.

DER SONNTAG KOMMT GUT AN

4500 Zuschauer gegen Frankfurt, 4000 zuvor gegen Pfullendorf - der Sonntag als Spieltag kommt bei den KSV-Fans offenbar besser an als erwartet. "Wir hatten mit Einbußen gerechnet", sagt KSV-Chef Jens Rose, der nun richtig gespannt ist, "wie sich die Zuschauerzahlen entwickeln, wenn wir wieder samstags spielen". Gewünscht hatten sich die Löwen die Verlegung auf Sonntag nicht - auch aus Rücksicht auf die vielen Amateurspiele zu diesem Zeitpunkt. Sicherheitsfragen und Rücksicht auf die Partie der Melsunger Handballer waren die Gründe.

DICKHAUTS RESPEKT VOR LATIFIS EHRLICHKEIT

Eigentlich wäre Mentor Latifi Kandidat Nummer eins für den Posten des zweiten Innenverteidigers gewesen - nach dem verletzungsbedingten Ausfall Michael Zepeks. Doch auf einmal spielte Alleskönner Christoph Keim auf dieser Position. Die Begründung lieferte Trainer Mirko Dickhaut nach dem Spiel gegen die zweite Mannschaft von Eintracht Frankfurt: Latifi sei nach dem Pokalspiel gegen Schwalmstadt am Mittwoch zu ihm gekommen und habe ihm gesagt, er fühle sich derzeit so schlapp. Dickhaut nötigte diese Ehrlichkeit Respekt ab und entschied: Keim spielt.

EIN KOPFBALL, DER FAST EIN TREFFER WAR

Es sollte dann doch irgendwo Erwähnung finden auf dieser Seite: dass nämlich der 1,70 Meter kleine René Ochs kurz nach der Halbzeit zu einem großartigen Kopfball ansetzte. Nachdem Kevin Wölk geflankt hatte, hechtete Ochs entgegen. Der Ball strich knapp am Tor vorbei.

frz/hag (HNA-Sportredaktion, 20.09.2009)