2:2
in Karlsruhe - KSV freut sich zweimal nur
kurz
Eigentlich
wäre mehr drin gewesen für den KSV
Hessen Kassel gestern in der Regionalliga-Partie
bei der zweiten Mannschaft des Karlsruher
SC. Am Ende trennten sich beide Teams mit
2:2 – und das, obwohl die Nordhessen
die Begegnung deutlich diktierten und zweimal
in Führung gingen.
Zwar hielt sich die Enttäuschung
ob des verschenkten Dreiers in Grenzen, dennoch
trauerte auch KSV-Coach Mirko Dickhaut dem
verschenkten Sieg nach. "Was soll man
machen? So ist Fußball. Der Gegner hat
zweieinhalb Chancen und macht zwei Tore, und
wir bestimmen über 90 Minuten die Partie
und haben die besseren Torgelegenheiten. Das
ist natürlich schon schade." Aber:
"Letztlich nehmen wir einen Punkt aus
Karlsruhe mit und fertig."
Vor 445 Zuschauern im Wildpark
zeigten die Kasseler die deutlich bessere
Spielanlage. Bereits nach zehn Spielminuten
hatte Kevin Wölk eine Riesenchance nach
einem Patzer in der KSC-Defensive. Völlig
frei verzog er jedoch innerhalb des Strafraums.
Seine Qualitäten zeigte auch Torjäger
Thorsten Bauer, der sich nach einer Flanke
in die Höhe schraubte (15.) – KSC-Keeper
Markus Miller, der von den Profis zu den Amateuren
degradiert wurde, konnte in letzter Sekunde
seine Finger an den Ball bringen.
Eine Minute später war es dann soweit:
Nach einem feinen Querpass von Bauer im Strafraum
ließ sich Enrico Gaede die Chance nicht
nehmen und wuchtete das Leder aus rund zehn
Metern unhaltbar ins Netz des Gastgebers.
Von den Badenern war auch
nach dem Rückstand so gut wie nichts
zu sehen. Nicht einmal ansatzweise schaffte
es die U23 der Karlsruher, in Strafraumnähe
torgefährlich zu sein. Ohne Mühe
blockte die Kasseler Defensiv die Angriffe
der Gastgeber schon im Mittelfeld ab. Umso
überraschender dann auch der Ausgleich
des KSC II. Kurz entschlossen ließ Patrick
Dulleck nach einer Einzelleistung die gesamte
Abwehr der Gäste stehen. Er ließ
auch Keeper Dennis Lamczyk beim 1:1 (29.)
keine Chance.
Aus dem Treffer zog die Elf
von Trainer Markus Kauczinski Selbstvertrauen
und kam zur einen oder anderen Halbchance.
So war Keeper Lamczyk nach einem Lupfer von
KSC-Angreifer Simon Zoller auf dem Posten.
In Hälfte zwei verlor
die Partie deutlich an Niveau, die erste Chance
hatten die Gäste auf dem Fuß. Einen
Volleyschuss von René Ochs konnte Miller
gerade noch entschärfen. Aber bei dem
Traumtor des eingewechselten Thomas Brechler
kam auch er zu spät. Der Kasseler wuchtete
das Leder in "Tor des Monats"-Manier
zum 2:1 aus kurzer Distanz (71.) an die Unterkante
der Latte und dann in die Maschen.
Der Jubel der gut 50 mitgereisten
Kasseler Fans währte aber gerade mal
eine Minute. Karlsruhes Angreifer Simon Zoller
traf nämlich postwendend per Kopf zum
2:2-Ausgleich. Kurz vor Ende der Partie gaben
die Nordhessen noch einmal Gas. Und beinahe
wäre sogar das 3:2 geglückt. Aber
Schiedsrichterin Christine Beck sah Thorsten
Bauer bei seinem Treffer im Abseits –
sodass es am Ende beim Unentschieden blieb.
Von Volker Knopf (HNA-Sportredaktion,
11.09.2009) |