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<<< 2. Spieltag
Regionalliga Süd 2009/10, 3. Spieltag

SSV Ulm 1846 - KSV Hessen Kassel

0:0

Samstag, 22.08.2009 - 14 Uhr
Donaustadion Ulm

SSV Ulm 1846
KSV Hessen Kassel
Holger Betz
Patrick Leschinski
Daniel Reith
Heiko Gerber
Davor Kraljevic
Mario Schmidt
Andreas Mayer (76. Manuel Müller)
Benjamin Barth
Dinko Radojevic
Michael Schürg
Marco Grüttner
Trainer: Manfred Paula
Spielstatistik
Tore: keine - Gelbe Karten: Mayer, Leschinski, Schürg - Markolf, Habib, Wölk - Rote Karte: Heussner (79., Tätlichkeit) - Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Nürnberg) - Zuschauer: 2.023
Spielbericht

Zehn Löwen holen Punkt in Ulm

Am dritten Spieltag der Regionalliga gab es am Samstagnachmittag das dritte Unentschieden für den KSV Hessen. Vor knapp 2.000 Zuschauern spielten die Löwen in einem harten und hektischen Spiel 0:0 beim SSV Ulm 1846. Pech hatten Thorsten Bauer (38.) und Kevin Wölk (89.), die jeweils nur die Latte trafen.

Ein Punkt gewonnen? Zwei Punkte verloren? Nach 93 spannenden, aber nicht hochklassigen Fußballminuten gab es das nächste Unentschieden für den KSV Hessen.

Zwei Punkte verloren, weil der KSV Hessen die besseren Tormöglichkeiten hatte. Thorsten Bauer traf nach 38 Minuten mit einem schönen Schlenzer aus 16 Metern genauso das Gebälk, wie kurz vor Schluß Kevin Wölk mit einem Freistoß.

Ein Punkt gewonnen, weil die Löwen in der hektischen Schlußphase mit neun Feldspielern auskommen mussten. Nach einem Foul an Rene Ochs schubste Florian Heussner den Ulmer Michael Schürg zu Boden. Dumm für den jungen Löwen, dass das Spiel zu diesem Zeitpunkt von Schiedsrichter Cortus bereits unterbrochen war und er den energischen Einsatz als Tätlichkeit wertete.

Die Löwen spielten gegenüber der Startformation gegen Darmstadt mit zwei Veränderungen. Für Innenverteidiger Mentor Latifi kam Neuzugang Michael Zepek zum ersten Einsatz von Anfang an. Auf der rechten Abwehrseite rückte der spätere Pechvogel Flo Heussner anstelle von Sebastian Gundelach in die Mannschaft. In den Anfangsminuten machten die Ulmer Spatzen viel Druck und versuchten das frühe 1:0 zu erzwingen. Der KSV wurde in die Defensive gedrängt und kam zu wenig Entlastungsangriffen. Schon in der 13. Minute hatten die knapp 1.850 Ulmer Zuschauer den Torschrei auf den Lippen - doch nach einer Linksflanke von Heiko Gerber ging der Kopfball von Dinko Radejovic aus fünf Metern knapp am Löwen-Gehäuse vorbei. Nur vier Minuten später die nächste dicke Tormöglichkeit. Benjamin Barth kam völlig frei vor Dennis Lamczyk an den Ball, scheiterte aber am reaktionsschnellen Löwen-Keeper, der mit den Füssen abwehren konnte. Nach ungefähr einer halben Stunde fand der KSV dann besser ins Spiel. Neben dem Lattenschuß von Bauer sorgte eine weitere Szene kurz vor der Pause für Aufregung unter den 150 KSV-Fans. Nach einem langen Ball von Harez Habib wurde Thorsten Bauer im Strafraum umgestoßen, doch der Schiedsrichter ließ die Partie weiter laufen.

Im zweiten Durchgang wurde das Spiel hektischer und härter. Nach zwei guten Möglichkeiten für Bauer, direkt nach dem Wiederanpfiff, blieben Torchancen Mangelware. Das Geschehen fand vorwiegend im Mittelfeld statt, beide Teams neutralisierten sich zusehends. Nach fünf Gegentoren aus den ersten beiden Begegnungen funktionierte der gesamte Deckungsverband deutlich verbessert. Allerdings wurde auch die Ulmer Abwehr selten in Verlegenheit gebracht. In der sechzigsten Minute freuten sich die Ulmer Zuschauer über das vermeintliche Führungstor der Spatzen. Doch der Linienrichter hob beim Treffer von Michael Schürg die Fahne. Zuvor hatte Dennis Lamczyk einen Freistoß von Dinko Radojevic aus 25 Metern abwehren können. Ansonsten gab jeweils drei Gelbe Karten auf beiden Seiten und den schon erwähnten Platzverweis gegen Florian Heussner. Mirko Dickhaut reagierte und brachte zur Stabilisierung der Abwehr Sebastian Gundelach für Dennis Tornieporth ins Spiel. Trotz numerischer Unterlegenheit kam der KSV noch zu guten Kontermöglichkeiten. Kevin Wölks feiner Freistoß hätte in der 89. Minute fast noch für das Happy-End gesorgt.

Am kommenden Wochenende hoffen die Löwen auf mehr Fortune. Gegen den Neuling SG Sonnenhof Großaspach (Samstag, 29. August, 14 Uhr, Auestadion) soll es endlich den ersten Dreier in dieser Saison geben.

Oliver Zehe

Drittes Remis - KSV spielt 0:0 in Ulm

Drittes Spiel, drittes Unentschieden. Im Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga erkämpfte der KSV Hessen Kassel ein 0:0 beim SSV Ulm. In einer kampfbetonten Partie mussten die Löwen die Schlussphase mit zehn Mann überstehen, weil Florian Heussner in der 77. Minute nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah.

Am Ende hätte es trotzdem mit etwas Glück sogar einen Sieg geben können, doch ein Freistoß von Kevin Wölk in der 89. Minute landete an der Latte.

Trainer Mirko Dickhaut hatte auf die schwache Leistung gegen Darmstadt reagiert und die Hintermannschaft wie erwartet umgebaut. Neuzugang Michael Zepek ersetzte Mentor Latifi in der Innenverteidigung und machte seinen Job richtig gut. Florian Heussner spielte für Sebastian Gundelach auf rechts.

Zunächst allerdings hatten die Löwen große Anlaufschwierigkeiten und gerieten früh unter Druck. Und sie hatten Glück, dass sie nicht schnell ein Gegentor kassierten: Nach elf Minuten flankte Ex-Profi Heiko Gerber von links, Dinko Radojevic stieg frei zum Kopfball hoch, doch das Leder flog knapp am Tor vorbei. Dennis Lamczyk wäre da machtlos gewesen. Dafür rettete der KSV-Schlussmann fünf Minuten später grandios. Benjamin Barth stürmte nach einem Doppelpass mit Marco Grüttner frei auf ihn zu, doch Lamczyk war per Fußabwehr zur Stelle.

Mitte der ersten Halbzeit wurde das Dickhaut-Team stabiler. Und hatte dann sogar die beste Möglichkeit durch eine Einzelaktion von Thorsten Bauer. Der Torjäger traf mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze die Latte (37.). Kurz vor der Pause war Bauer noch einmal per Kopfball zur Stelle, traf den Ball nach Kevin Wölks Freistoß aber nicht richtig.

Die Löwen zeigten also die erhoffte Reaktion auf die schwache zweite Halbzeit gegen Darmstadt. "Wir haben gekämpft, nie aufgegeben", stellte Michael Zepek fest. Das war auch nötig. Denn natürlich wollte Ulm unbedingt den Sieg. Dem KSV gelang es aber über weite Phasen, die Gastgeber in Schach zu halten. Zwei Schrecksekunden gab es trotzdem. Zunächst in der 53. Minute, als Lamczyk einen Freistoß von Radojevic parierte, Michael Schürg den Abpraller aber im Tor unterbrachte. Glück für die Löwen, denn der Linienrichter zeigte Abseits an.

In der 77. Minute aber kannte Schiedsrichter Cortus keine Gnade mit den Gästen. Schürg hatte Rene Ochs mit Ansage von den Beinen geholt, Heussner kam dazu und riss den Ulmer um. Während Schürg nur Gelb bekam, musste Heussner vom Platz. Das war sehr hart. Dafür hatte Kevin Wölk fünf Minuten später Glück, als er Müller bei einem Konter umriss und nur Gelb bekam.

Weil die Schlussphase überstanden wurde und Wölks Schuss wie erwähnt an der Latte landete, blieb es beim 0:0. Und Mirko Dickhaut war zufrieden: "Mit etwas Glück gehen wir am Ende sogar als Sieger vom Platz. Unter dem Strich ist dieses Unentschieden aber gerecht. Und ich freue mich, dass die Mannschaft die richtige Reaktion auf das Darmstadt-Spiel gezeigt hat."

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 22.08.2009)

Debatte um Rot

Florian Heussner war ein reuiger Sünder. "Das tat mir leid für die Mannschaft. Ich hätte da mit den Händen wegbleiben müssen." So kommentierte der Verteidiger des KSV Hessen die Szene, die in der 77. Minute zum Platzverweis führte. Heussner hatte Ulms Stürmer Michael Schürg umgerissen. Eine Tätlichkeit, die natürlich mit Rot geahndet werden kann.

Und trotzdem waren die Gäste mit der Entscheidung so nicht einverstanden. "Die Regel-Auslegung ärgert mich. Florian muss da die Hände weglassen, und er kann dafür auch Rot bekommen. Dann aber müssen beide Spieler Rot bekommen", erklärte Trainer Mirko Dickhaut.

In der Tat verwunderte in der Szene die Verhältnismäßigkeit. Auslöser nämlich war Schürg. Der hatte den Ball an Rene' Ochs verloren, verfolgte den flinken KSV-Stürmer, und die Absicht war bis in den letzten Winkel der Tribüne deutlich zu sehen. Der Ulmer wollte Foul spielen, und er tat es auch. Von hinten in die Beine, eine Verletzung des Gegners billigend in Kauf nehmend. Heussner eilte dann erbost hinzu und riss den Ulmer in seinem Ärger um. Das war unnötig, aber eben nicht so brutal wie das vorangegangene Foul. Wenn Heussner gehen musste, dann hätte Schürg in jedem Fall mitgehen müssen.

Allerdings: Etwas später hatte der KSV Glück. Als Kevin Wölk einen Konter der Gastgeber stoppte, indem er Manuel Müller wild umriss, hätte auch der Mittelfeldspieler Rot sehen können. Ausgleichende Gerechtigkeit, die für Heussner allerdings kein Trost war: "Ich hoffe nur, dass es nicht mehr als zwei, drei Spiele Sperre werden."

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 23.08.2009)