Hessenpokal-Viertelfinale:
Löwen gegen Darmstadt 98
Kassel. Es
war ein Spiel, an das die Fußballfans
in der Region noch lange zurückdenken
werden. 2:0 führten die Darmstädter
Lilien zur Pause und alles sah nach einem
Sieg der Südhessen aus. Dann aber kam
der KSV doch noch zurück.
Enrico Gaede
(49.) per Foulelfmeter und Thomas Brechler
mit einem Schuss aus 30 Metern ins leere Tor
(66.) glichen zunächst aus, ehe dem eingewechselten
Christoph Keim mit seinem ersten Ballkontakt
nach 83 Minuten sogar noch der von den Nordhessen
umjubelte 3:2-Siegtreffer gelang. Darmstadt
trauerte, Kassel lachte. Das sorgte für
Emotionen nach der Begegnung. Die Lilien-Fans
stürmten das Spielfeld, es gab 14 Verletzte.
Und KSV-Abwehrmann Michael Zepek legte sich
mit einem Kameramann an.
Heute, ein
gutes Vierteljahr später, sehen sich
beide Fußball-Regionalligisten erneut.
Im Hessenpokal treffen die Teams am Darmstädter
Böllenfalltor ab 19 Uhr im Viertelfinale
aufeinander. Die Löwen, die am Samstag
zum Start in die Restserie beim 5:1-Sieg gegen
Fürth II überzeugten, freuen sich.
KSV-Trainer Mirko Dickhaut: „Spiele
gegen Darmstadt sind immer was Besonderes.“
Es gehe nicht nur ums Weiterkommen im Pokal
sondern auch um viel Prestige. „Ich
hoffe auf ein glückliches Ende für
uns.“
Ähnlich
wie die Löwen haben auch die Lilien ihre
Nöte mit dem strengen Winter gehabt.
Erst einmal waren sie im neuen Jahr in einem
Punktspiel aktiv. Und das verlief für
sie eher enttäuschend. Darmstadt, in
der Liga nur auf dem 16. Rang, verlor beim
Tabellenführer Aalen sang- und klanglos
mit 0:3. Am vergangenen Samstag dann folgte
in einer Testbegegnung gegen den Drittligisten
Sandhausen ein beachtliches 1:1. Dickhaut
geht denn auch von einem engen Spiel aus.
Seine Mannschaft
wird sich wohl im Vergleich zur Begegnung
gegen Fürth II kaum verändern. Erst
heute will er entscheiden. Allerdings ist
sein Spielraum begrenzt, denn die Langzeitverletzten
Michael Zepek, Dennis Lamczyk, Sebastian Busch
und Christoph Keim stehen nach wie vor nicht
zur Verfügung.
Das Spiel
ist übrigens nicht gefährdet. Das
Wetter in Darmstadt soll heute trocken sein,
das Feld dort mache einen guten Eindruck,
hieß es gestern von den Offiziellen
des SV Darmstadt 98. Der Klub rechnet mit
etwa 1500 Zuschauern. Das Derby im Dezember
wollten noch knapp 5000 Fans sehen.
Von Uli
Brehme (HNA-Sportredaktion, 17.03.2010) |