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KSV Hessen locker ins Halbfinale
Die Null sollte recht lange
stehen. Das hofften die Fußballer des
SV Nordshausen im Kreispokal-Viertelfinale
gegen den KSV Hessen. Doch gerade einmal drei
Minuten benötigte der haushohe Favorit,
um den ersten wesentlichen Schritt in Richtung
Halbfinale zu gehen. Eine scharfe Hereingabe
von Dennis Gundelach nahm René Ochs
direkt und setzte sie ins Tor der Gastgeber.
Fünf weitere Treffer ließen die
Löwen folgen, siegten mit 6:0 (2:0) und
kämpfen am Freitag beim TSV Rothwesten
um die Endspielteilnahme gegen den OSC Vellmar.
Der Gruppenligist von der
Dönche erarbeitete sich während
der gesamten Spieldauer keine ernsthafte Möglichkeit.
Lediglich Mario Berger kam einmal von der
Strafraumgrenze zum Schuss, verzog jedoch
freistehend. Auch der aus Zierenberg gekommene
"Mucki" Kosovac trat nicht nachhaltig
in Erscheinung. Dennoch wehrte sich die Mannschaft
von Trainer Gerhard Iksal bis zum Abpfiff
nach Leibeskräften und hielt das Ergebnis
im erträglichen Rahmen.
"Wir haben es zwar nicht
geschafft, unser Tor lange Zeit sauber zu
halten. Aber es ist uns gelungen, beim ersten
Einsatz in neuer Aufstellung taktisch diszipliniert
und gut abgestimmt zu spielen", befand
Gerhard Iksal. Was ihn allerdings störte,
waren "die individuellen Fehler, die
gegen einen solchen Gegner natürlich
zu Toren führen."
Einige unnötige Treffer
kassierte seine Mannschaft in der Tat, kam
jedoch andererseits in vielen zwingenden Situationen
ungeschoren davon. Dennis Gundelach, nach
einer schnellen Kombination freigespielt,
traf zum 2:0 (34.), Neuzugang Michael Zepek
stand nach dem einzigen Fehler des starken
Nordshäuser Schlussmannes Lars Kosicke
goldrichtig und staubte zum 3:0 ab (49.).
Und weil Thorsten Bauer aus dem Feld glücklos
war, mussten zwei Foulelfmeter (61., 75.)
herhalten, um den Torjäger nicht leer
ausgehen zu lassen. Den Schlusspunkt zum 6:0
(83.) setzte mit Stefan Markolf ein weiterer
Neuer im Löwen-Dress.
Einen "Pflichtsieg mit
schweren Beinen nach harter Trainingsarbeit"
bescheinigte Mirko Dickhaut seinen Jungs und
quittierte das Weiterkommen mit Genugtuung.
Von heute bis Samstag geht der Regionalligist
ins Trainingslager nach Hofgeismar und wird,
so der KSV-Trainer, "an den Abläufen
und der Abstimmung arbeiten".
Angetan war Mirko Dickhaut
davon, mit welcher "Freude an der Bewegung
und Spaß am Sport" seine Elf auftrumpfte.
Missfallen hatte ihm lediglich die aus einem
Pressschlag herrührende, aber harmlose
Verletzung von Harez Habib.
Was dem Trainer auch nicht
behagt haben dürfte, war die Verwarnung
für Kevin Wölk. Gerade 14 Minuten
auf dem Platz, verspielte der Techniker den
Ball, packte gegen Dursun Tufan ohne Not die
Sense aus und sah Gelb (72.).
Von Wolfgang Bauscher (HNA-Sportredaktion,
12.07.2009)
Frühes
Ochs Tor nimmt Spannung aus Pokalfight
Eigentlich
war alles angerichtet für einen spannenden
Pokalspielnachmittag. Es gab einen hoch motivierten,
vermeintlichen "Underdog" und einen
klassenhöheren Gast, dem man nur allzu
gern ein Bein gestellt hätte. Doch die
Spannung war schon weg bevor sie sich richtig
aufbauen konnte.
Unsere Mannschaft legte los
wie die Feuerwehr. Lediglich knapp 3 Minuten
waren gespielt, da schaltete der quirlige
Ochs auf links den Turbo ein, enteilte allen
Widersachern und schloß halbhoch zum
0:1 ab. Duplizität der Ereignisse: Nur
wenige Minuten später scheiterte er von
der gleichen Position nur knapp weil sich
ein Nordshäuser Abwehrspieler fast schon
todesmutig in allerletzter Sekunde in seinen
scharf geschossenen Ball warf.
In der gleichen Minute erhält
Bauer den Ball im Strafraum, dreht sich und
zieht seitlich halbhoch ab. Mit Mühe
kann der gute Nordshäuser Torwart diesen
Ball entschärfen. Der Zerberus der Heimmannschaft
sollte an diesem Tag noch etliche Male Gelegenheit
haben sich auszuzeichnen. Chancen gab es für
den KSV im Minutentakt. So bekam Keim in der
12. Minute den Ball zentral vor der Strafraumgrenze,
doch sein harter Flachschuß strich knapp
am gegnerischen Gehäuse vorbei. An fast
gleicher, aussichtsreicher Position bekam
Habib nur drei Minuten später einen Freistoß
zugesprochen, welchen er etwas zu schwach
geschossen, links am Tor vorbeihüpfen
ließ. In der 20. Minute kommt wieder
Bauer im Strafraum an den Ball und zwingt
mit seinem Kopfball den Nordshäuser Keeper
zu einer Glanzparade. Nur zwei Minuten später
gelang es Busch den Ball aus etwa 5 Metern,
nach einer Habib Ecke, hoch über das
Tor zu dreschen. Es kann halt nicht alles
gelingen, Kopf hoch, "Buschi" !
Der nun einsetzende, leichte
Nieselregen sorgte für ein schmieriges
Geläuf. Das störte aber Gundelach
in der 36. Minute überhaupt nicht. Der
Abwehrspieler, der sich als Tornieporth-Vertretung
auch im Mittelfeld sichtlich wohl fühlt,
verlud an der Strafraumgrenze zwei gegnerische
Abwehrspieler und vollendete flach, clever
und überlegt, gegen die Laufrichtung
der herauseilenden Torwarts. 0:2, der torgefährliche
Blondschopf wird von seinen Kameraden begeistert
gefeiert. Kurz vor dem Pausenpfiff wird dann
schließlich noch eine weitere KSV-Großchance
von einem Nordshäuser mit letztem Einsatz
von der Linie gekratzt.
Nach der Pause war vor der
Pause. Will heißen, daß weiter
Angriff um Angriff dem Tor des tapferen Nordshäuser
Torwarts entgegenbrandete. Bereits in der
47. Minute gelingt Michael Zepek das 0:3 nach
einer der zahlreichen Ecken. Kurze Zeit später
landet ein Bauer-Kopfball nach einer von Gundelach
geschossenen Ecke auf der Querlatte. In der
55. Minute muß der verletzte Harez Habib
das Feld räumen. Harez hatte die ganze
Zeit vorher bereits "kräftig auf
die Socken" bekommen. Er wurde zwar kurz
hinter der Seitenlinie behandelt, konnte aber
auf eigenen Füßen und ungestützt
zur Bank zurückkehren.
Für Habib kam Wölk.
Kurze Zeit später kann der pfeilschnelle
Florian Heussner im Strafraum nur durch ein
Foul aufgehalten werden. Den fälligen
Elfmeter verwandelt Bauer cool, sicher und
flach zum 0:4. In der Folge wieder beste Chancen
für Wölk und Bauer, dessen kräftigem
Linksschuß einmal mehr der reaktionsschnelle
Torwart der Nordshäuser im Wege stand.
Die 66. Minute sah einen weiteren Wechsel
bei unserer Mannschaft. Keim übergab
die Kapitänsbinde an Enrico Gaede und
verließ den Platz. Unser Stamm-Sechser
fügte sich nach auskurierter Verletzung
gleich prächtig ein vergab knapp aus
etwa elf Metern Entfernung.
Zwar wollte dem umtriebigen
Bauer heute aus dem Spiel heraus kein Treffer
gelingen, aber noch einen Elfmeter, den sollte
er noch verwandeln dürfen. Bauer erhält
im Strafraum den Ball, will sich gerade Richtung
Tor orientieren, als ihm ein Abwehrspieler
von hinten in die Parade fährt und unseren
Goalgetter zusammenfallen läßt
wie einen Klappstuhl. Glücklicherweise
ohne Folgen. Bauer schießt selbst, flach
rechts unten, 0:5 für den KSV Hessen
Kassel in der 75. Minute.
Bevor Markolf den Schlußpunkt
mit seinem 0:6 setzt, vergibt der offensivfreudige
Gaede erneut knapp freistehend vor dem Tor.
Der Linienrichter hatte zwar beim 0:6 von
Markolf in der 82. Minute die Fahne gehoben,
aber der Schiedsrichter ließ das Tor,
trotz energischer Proteste der Nordshäuser
Bank, dennoch gelten.
Die Zuschauer sahen eine
einseitige, aber unterhaltsame Pokalpartie.
Die Nordshäuser zeigten zwar einige Male
recht viel versprechende Ansätze ihre
Angriffsbemühungen betreffend, kamen
aber selten in die Nähe unseres Tores.
Zum Abschluß, man möge es mir verzeihen,
komme ich nicht umhin, der Nordshäuser
Bratwurst das Prädikat "besonders
lecker" zu verleihen.
Eckart Lukarsch, 11.07.2009,
KSV Hessen Kassel Presse-Team
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