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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

KSV will variabler werden

Kassel. Ein Stürmer oder zwei Stürmer? Dies war wohl die am heftigsten diskutierte Frage beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel in der vergangenen Saison. Für Mirko Dickhaut lautete die Antwort oft sogar: drei Stürmer. Der Trainer konterte damit die Kritiker, die das meist gespielte 4-3-2-1-System als zu defensiv ansahen.

Spätestens mit der Verpflichtung des drittligaerfahrenen Stürmers Tobias Damm stellen sich viele Löwen-Anhänger die System-Frage erneut. Dickhaut will sie nicht beantworten, bevor er sein neues Team im Training hat. Er tut es indirekt aber doch, indem er ankündigt: „Wir wollen variabler werden.“

Wechsel möglich

Das heißt: Der KSV will sich nicht mehr so festlegen, im Zweifel auch zwischen unterschiedlichen Systemen wechseln. Darauf sind auch die Personalplanungen ausgerichtet. „In den vergangen beiden Jahren haben wir uns auf die taktische Ausrichtung festgelegt und das Personal danach ausgesucht“, erklärt der Trainer, „diesmal läuft das anders.“

Dickhaut und Thorsten Schönewolf haben bei der Suche nach neuem Personal darauf geachtet, viele Spieler zu bekommen, die auf unterschiedlichen Positionen eingesetzt werden können. Damm etwa in der Spitze ebenso wie auf dem Flügel. Andreas Mayer kann im Mittelfeld den Zehner geben, aber auch den Sechser, Kai Koitka pendelt zwischen Spitze, Flügel und der Zehn. „Wir wollen nicht mehr so leicht ausrechenbar sein“, erläutert Dickhaut. Von seinen Spielern wird er deshalb deutlich mehr Flexibilität fordern: „Im Zweifel müssen wir unsere taktische Ausrichtung auch mitten im Spiel ändern können.“

Drei Systeme im Training

Im Training werden so wohl vor allem drei Systeme durchgespielt. Neben dem bisherigen 4-2-3-1 auch zwei Varian-ten des 4-4-2. Zum einen die mit einer sogenannten „flachen vier“ im Mittelfeld. Das Spieler-Quartett fungiert dann auf einer Höhe - ohne echten Spielmacher und echten Sechser. Variante zwei sieht eine Mittelfeldraute vor - mit einem Zehner und einem Sechser und zwei leicht nach innen gezogenen Flügelspielern.

Vor allem die Erfahrungen der Rückrunde haben Dickhaut veranlasst, neu zu denken. Als da phasenweise auf 4-4-2 umgestellt wurde, passte das Personal nicht mehr richtig. „Wir mussten unseren Spielmacher Kevin Wölk als Notlösung auf die Außenbahn stellen“, erklärt der Trainer. Zudem hatten sich zu viele Gegner auf das Flügelspiel des KSV eingestellt. Das soll diemal anders werden. Nur eines wird sich nicht ändern: „Mit Libero spielen wir sicher nicht“, meint Dickhaut lachend.

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 18.06.2010)