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KSV
will variabler werden
Kassel. Ein
Stürmer oder zwei Stürmer? Dies
war wohl die am heftigsten diskutierte Frage
beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen
Kassel in der vergangenen Saison. Für
Mirko Dickhaut lautete die Antwort oft sogar:
drei Stürmer. Der Trainer konterte damit
die Kritiker, die das meist gespielte 4-3-2-1-System
als zu defensiv ansahen.
Spätestens
mit der Verpflichtung des drittligaerfahrenen
Stürmers Tobias Damm stellen sich viele
Löwen-Anhänger die System-Frage
erneut. Dickhaut will sie nicht beantworten,
bevor er sein neues Team im Training hat.
Er tut es indirekt aber doch, indem er ankündigt:
„Wir wollen variabler werden.“
Wechsel
möglich
Das heißt:
Der KSV will sich nicht mehr so festlegen,
im Zweifel auch zwischen unterschiedlichen
Systemen wechseln. Darauf sind auch die Personalplanungen
ausgerichtet. „In den vergangen beiden
Jahren haben wir uns auf die taktische Ausrichtung
festgelegt und das Personal danach ausgesucht“,
erklärt der Trainer, „diesmal läuft
das anders.“
Dickhaut
und Thorsten Schönewolf haben bei der
Suche nach neuem Personal darauf geachtet,
viele Spieler zu bekommen, die auf unterschiedlichen
Positionen eingesetzt werden können.
Damm etwa in der Spitze ebenso wie auf dem
Flügel. Andreas Mayer kann im Mittelfeld
den Zehner geben, aber auch den Sechser, Kai
Koitka pendelt zwischen Spitze, Flügel
und der Zehn. „Wir wollen nicht mehr
so leicht ausrechenbar sein“, erläutert
Dickhaut. Von seinen Spielern wird er deshalb
deutlich mehr Flexibilität fordern: „Im
Zweifel müssen wir unsere taktische Ausrichtung
auch mitten im Spiel ändern können.“
Drei Systeme
im Training
Im Training
werden so wohl vor allem drei Systeme durchgespielt.
Neben dem bisherigen 4-2-3-1 auch zwei Varian-ten
des 4-4-2. Zum einen die mit einer sogenannten
„flachen vier“ im Mittelfeld.
Das Spieler-Quartett fungiert dann auf einer
Höhe - ohne echten Spielmacher und echten
Sechser. Variante zwei sieht eine Mittelfeldraute
vor - mit einem Zehner und einem Sechser und
zwei leicht nach innen gezogenen Flügelspielern.
Vor allem
die Erfahrungen der Rückrunde haben Dickhaut
veranlasst, neu zu denken. Als da phasenweise
auf 4-4-2 umgestellt wurde, passte das Personal
nicht mehr richtig. „Wir mussten unseren
Spielmacher Kevin Wölk als Notlösung
auf die Außenbahn stellen“, erklärt
der Trainer. Zudem hatten sich zu viele Gegner
auf das Flügelspiel des KSV eingestellt.
Das soll diemal anders werden. Nur eines wird
sich nicht ändern: „Mit Libero
spielen wir sicher nicht“, meint Dickhaut
lachend.
Von Frank
Ziemke (HNA-Sportredaktion, 18.06.2010)
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