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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Fronten verhärten sich

Kassel. Jens Rose und seine Mitstreiter lassen nicht locker. In den Bemühungen, Einfluss auf eine Neugestaltung der Fußball-Regionalliga zu nehmen, kommt eine selbst einberufene Arbeitsgruppe mit Vertretern mehrerer Klubs am Mittwoch in Darmstadt zum zweiten Mal zusammen.

Der Vorstands-Vorsitzende des KSV Hessen Kassel hatte mit seinem Vorschlag für eine Liga der Traditionsvereine den Stein ins Rollen gebracht.

Die damals als Denkanstoß gedachte Idee ist mittlerweile stark verändert, aber um einiges konkreter geworden. „Wir werden beim Deutschen Fußball-Bund einen Vorschlag für die Neugestaltung der Vierten Liga einreichen. Beim ersten Versuch sind wir nicht gefragt worden. Nun wollen wir aktiv mitgestalten“, sagt Rose.

Die Zahl der Mitstreiter ist deutlich gestiegen. 24 Klubs aus den drei Staffeln haben ihre Unterstützung zugesichert. Preußen Münster im Westen ist ebenso dabei wie Darmstadt 98 und Waldhof Mannheim oder der Ost-Klub FC Chemnitz. Sie alle stehen vor allem hinter dem Anliegen, der Flut von Reservemannschaften der Profivereine Herr zu werden. „Es ist einfach kein gerechter Wettbewerb“, sagt Rose, „anders als wir müssen sich die Reserven ja nicht einmal lizenzieren.“

Eigene Reserveliga?

Der Vorschlag, der dem DFB wahrscheinlich vorgestellt werden soll, sieht die Bildung einer Nord- und einer Südgruppe vor. Dazu käme eine eigene Reserve-Runde. Auf- und Abstieg sollen getrennt voneinander geregelt werden. Das heißt: Die schlechteste zweite Mannschaft der Dritten Liga steigt ab, der beste Reserve-Viertligist auf. So soll auch gesichert werden, dass die Anzahl der Reserven in der Dritten Liga nicht über vier steigt. Rose hofft, dass der DFB, dessen Bundestag im Oktober über eine Reform entscheidet, die Meinung der Regionalligisten nicht ignorieren wird: „Wenn 24 Vereine unzufrieden sind, dann muss der DFB doch zuhören.“

Allerdings: Rolf Hocke aus Wabern, Vize-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, dämpft die Erwartungen. Eine eigene Liga für die Reserveteams hält er für illusorisch, denn: Auch die Deutsche Fußball-Liga hat bei der Umgestaltung der Regionalligen ein Wörtchen mitzureden – und damit auch die mächtigen Bundesligisten. Die aber wollen gerade, dass ihre zweiten Mannschaften, die mit jungen Spielern unter 23 Jahren bestückt sind, gegen erfahrene Teams gefordert werden. Hocke bringt aber eine Herabsetzung der Altersgrenze für Spieler der Reserveteams ins Gespräch.

Vom Tisch indes ist laut Hocke die Idee, die Anzahl der Regionalligen auf sechs zu erhöhen. Dies hatte die Kommission, die sich über eine Reform der Regionalliga Gedanken macht, zuletzt angedacht. Während der WM wird sich das DFB-Präsidium auf einer Sitzung des Themas annehmen. In Pretoria dabei sein wird dann auch Präsident Theo Zwanziger.

Von Frank Ziemke und Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 07.06.2010)