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Bauer:
„Viel Aufwand, wenig Ertrag"
Kassel. Saisonende
in Weiden. Mit der Partie bei der Spielvereinigung
(14 Uhr) schließt Fußball-Regionalligist
KSV Hessen Kassel am Samstag eine nicht gerade
gelungene Spielzeit ab. Ein kurzes Fazit im
Gespräch mit Stürmer Thorsten Bauer.
Ein Spiel
noch gegen Weiden, dann ist die Saison vorbei.
Froh darüber?
Bauer: Gottseidank
kann ich nur sagen. Wer kann schon nach dieser
Katastrophen-Saison nicht froh sein, wenn
sie endlich vorbei ist.
Vieles ist
nicht gut gelaufen. Nicht beim KSV, auch nicht
für den Torjäger. Woran lag es?
Bauer: Dieses
Jahr haben wir alles mitgenommen, was wir
zuletzt nicht hatten. Verletzungen, schwächere
Leistungen von eigentlichen Leistungsträgern,
Sperren, Fehlentscheidungen. Wirklich alles.
Und an mir sieht man das ganz deutlich. Die
Trefferquote und die Art Fußballzuspielen,
da passte nichts. Ich war ja kein Vollstrecker
mehr, sondern Vorbereiter. Das war überwiegend
Arbeit. Deshalb stehe ich für die Mannschaft:
Viel Aufwand, wenig Ertrag.
Hat Sie
überrascht, wie alles gekommen ist? Schließlich
schien das funktionierende Team des Vorjahres
noch verstärkt worden zu sein.
Bauer: Qualitativ
hatten wir uns definitiv verstärkt. Deshalb
war die Hoffnung da, den Lauf der Vorsaison
fortsetzen zu können. Uns war aber auch
bewusst, dass wir im Vorjahr am Limit oder
sogar darüber gespielt haben. Deshalb
wussten wir: Es kann auch schwer werden. Aber
so schwer ...
Waren es
eventuell die verschossenen Elfmeter, mit
denen alles anfing?
Bauer: Im
Nachhinein waren es tatsächlich vielleicht
die Elfmeter. Da ist eine kleine Unsicherheit
reingekommen, weil etwas nicht mehr geklappt
hat, das sonst selbstverständlich war.
Das hat sich bei mir dann wie ein Roter Faden
durch die ganze Saison gezogen.
Am Sonntag
geht es zum Trost auf den Ballermann. Feiern
Sie mit?
Bauer: Nein,
ich fahre nicht mit. Das ist nicht so meine
Welt. Aber vor allem gibt es einen privaten
Grund: Ich heirate in der Sommerpause meine
Freundin Susann.
Vor was
macht man sich mehr Gedanken? Vor dem nächsten
Elfmeter oder vor dem Ja-Wort?
Bauer: Mehr
Gedanken oder mehr Zweifel kommen mir definitiv
beim nächsten Elfmeter. Beim Ja-Wort
bin ich mir absolut sicher.
Heiratet
ein Fußballgott eigentlich kirchlich?
Bauer: Natürlich
heiraten wir kirchlich. Das ist von mir gewollt.
Das gehört dazu.
Wohin führt
die Hochtzeitsreise? Doch noch Ballermann,
oder gleich wieder ins Trainingslager?
Bauer: Ballermann
ist ja wie gesagt nichts für mich. Und
das Trainingslager beginnt zum Glück
erst, wenn die Hochtszeitreise beendet ist.
Das Ziel der Reise möchte ich lieber
für mich behalten. Aber der Strand dürfte
schöner sein, als am Ballermann.
Und in der
kommenden Saison läuft es für den
Ehemann Bauer auch auf dem Platz wieder besser?
Bauer: Dann
hat er zumindest den Kopf wieder restlos frei
für Fußball.
Von Frank
Ziemke (HNA-Sportredaktion, 28.05.2010)
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