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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Bauer: „Viel Aufwand, wenig Ertrag"

Kassel. Saisonende in Weiden. Mit der Partie bei der Spielvereinigung (14 Uhr) schließt Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel am Samstag eine nicht gerade gelungene Spielzeit ab. Ein kurzes Fazit im Gespräch mit Stürmer Thorsten Bauer.

Ein Spiel noch gegen Weiden, dann ist die Saison vorbei. Froh darüber?

Bauer: Gottseidank kann ich nur sagen. Wer kann schon nach dieser Katastrophen-Saison nicht froh sein, wenn sie endlich vorbei ist.

Vieles ist nicht gut gelaufen. Nicht beim KSV, auch nicht für den Torjäger. Woran lag es?

Bauer: Dieses Jahr haben wir alles mitgenommen, was wir zuletzt nicht hatten. Verletzungen, schwächere Leistungen von eigentlichen Leistungsträgern, Sperren, Fehlentscheidungen. Wirklich alles. Und an mir sieht man das ganz deutlich. Die Trefferquote und die Art Fußballzuspielen, da passte nichts. Ich war ja kein Vollstrecker mehr, sondern Vorbereiter. Das war überwiegend Arbeit. Deshalb stehe ich für die Mannschaft: Viel Aufwand, wenig Ertrag.

Hat Sie überrascht, wie alles gekommen ist? Schließlich schien das funktionierende Team des Vorjahres noch verstärkt worden zu sein.

Bauer: Qualitativ hatten wir uns definitiv verstärkt. Deshalb war die Hoffnung da, den Lauf der Vorsaison fortsetzen zu können. Uns war aber auch bewusst, dass wir im Vorjahr am Limit oder sogar darüber gespielt haben. Deshalb wussten wir: Es kann auch schwer werden. Aber so schwer ...

Waren es eventuell die verschossenen Elfmeter, mit denen alles anfing?

Bauer: Im Nachhinein waren es tatsächlich vielleicht die Elfmeter. Da ist eine kleine Unsicherheit reingekommen, weil etwas nicht mehr geklappt hat, das sonst selbstverständlich war. Das hat sich bei mir dann wie ein Roter Faden durch die ganze Saison gezogen.

Am Sonntag geht es zum Trost auf den Ballermann. Feiern Sie mit?

Bauer: Nein, ich fahre nicht mit. Das ist nicht so meine Welt. Aber vor allem gibt es einen privaten Grund: Ich heirate in der Sommerpause meine Freundin Susann.

Vor was macht man sich mehr Gedanken? Vor dem nächsten Elfmeter oder vor dem Ja-Wort?

Bauer: Mehr Gedanken oder mehr Zweifel kommen mir definitiv beim nächsten Elfmeter. Beim Ja-Wort bin ich mir absolut sicher.

Heiratet ein Fußballgott eigentlich kirchlich?

Bauer: Natürlich heiraten wir kirchlich. Das ist von mir gewollt. Das gehört dazu.

Wohin führt die Hochtzeitsreise? Doch noch Ballermann, oder gleich wieder ins Trainingslager?

Bauer: Ballermann ist ja wie gesagt nichts für mich. Und das Trainingslager beginnt zum Glück erst, wenn die Hochtszeitreise beendet ist. Das Ziel der Reise möchte ich lieber für mich behalten. Aber der Strand dürfte schöner sein, als am Ballermann.

Und in der kommenden Saison läuft es für den Ehemann Bauer auch auf dem Platz wieder besser?

Bauer: Dann hat er zumindest den Kopf wieder restlos frei für Fußball.

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 28.05.2010)