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Rose
gibt die Verantwortung ab
Kassel. Die
Erklärung von Aufsichtsratsmitglied Christian
Kropf fiel fast beiläufig. Die Mitgliederversammlung
beim KSV Hessen Kassel bog bereits auf die
Zielgerade ein, da verkündete Kropf:
„Wir werden zum 1. Juli einen neuen
Vorstand berufen. Und wir werden bis zum Jahresende
einen hauptamtlichen Geschäftsführer
bestellen.“
Das heißt
nichts anderes, als dass die Löwen den
nächsten Schritt zur Professionalisierung
gehen. Bewerber gibt es bereits. Die ausgewählte
Person wird sich zunächst ehrenamtlich
einarbeiten und später aus dem Etat heraus
bezahlt. Das alles hat aber noch eine weitere
Folge, die vielen der 147 Anwesenden zunächst
gar nicht klar wurde: Vereinsboss Jens Rose
wird die Geschicke des Klubs in naher Zukunft
nicht mehr hauptverantwortlich führen.
„Ja,
das heißt dann, dass ich einige Schritte
zurücktrete”, bestätigte Rose
nach der Versammlung, „das Sagen wird
der neue Mann haben. Dafür wird er bezahlt.“
Ist das vielleicht sogar das Ende der Ära
Rose beim KSV? „Das nicht. Aber sie
verändert sich stark“, lautet die
Antwort. Ganz zurückziehen will sich
der Gleisbau-Unternehmer, der seit dem Neubeginn
vor zwölf Jahren dabei ist, nicht. Dafür
liegen ihm die Löwen viel zu sehr am
Herzen. „Ich werde dabeibleiben. Ob
im Vorstand oder im Aufsichtsrat, das wird
sich zeigen“, erklärte er.
Die Umstrukturierung
bezeichnet Rose als unumgänglich. „Ehrenamtlich
ist diese Arbeit kaum noch zu bewältigen.
Schließlich hat man auch noch einen
Beruf und eine Familie. Das wird jeder verstehen”,
sagt er. Und: „Die Grenzen des Wachstums
sind erreicht. Wir müssen jetzt die nächsten
Schritte gehen.”
Er selbst
möchte sich in Zukunft vor allem um die
Schritte kümmern, die bereits eingeleitet
sind: die Baumaßnahmen rund um den Verein.
Haupttribüne, Kunstrasenplatz, Vereinsheim
- Dinge, die Rose am Herzen liegen. „In
drei Jahren ist hier in der Infrastruktur
mehr passiert als in 50 Jahren davor“,
sagt er bei der Versammlung unter dem Beifall
der Mitglieder.
Vorsichtig
wirtschaften, diese Maxime Roses wird der
Klub auch in der kommenden Saison gehen. Auch
der Aufsichtsrat will das so. „Wir sollen
weniger ausgeben, aber mehr erreichen”,
erklärt Rose den Mitgliedern. Der KSV
hat ein Minus aus dem Geschäftsjahr 2009
auszugleichen. Rund 250 000 Verlust wurden
da gemacht. Entstanden sind die durch weggefallene
Einnahmen. Rückgang der Zuschauerzahlen,
der Abriss der Haupttribüne und die wegfallende
Sponsorenprämie, weil Platz zwei nicht
erreicht wurde, lauten die Gründe.
Für
die kommende Saison kalkulieren die Löwen
deshalb vorsichtig mit einem Etat von zwei
Millionen Euro. Reicht das dann für eine
Mannschaft, die den Aufstieg schaffen kann?
Rose macht den KSV-Fans Mut: „Der Markt
ist voll, hier kommt die Krise uns entgegen.“
Denn keine Frage: Er will in die Dritte Liga.
Ob als Boss oder in der zweiten Reihe spielt
für Jens Rose dabei keine Rolle.
Von Frank
Ziemke (HNA-Sportredaktion, 28.05.2010)
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