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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Keiner so konstant wie Stadel

Kassel. Das letzte Heimspiel ist gespielt, die Saison fast beendet. Fußball-Regionalligist hat sein Ziel, den Aufstieg in die Dritte Liga, deutlich verpasst. Beim Personal steht deshalb ein deutlicher Umbruch bevor. Wir bewerten die Spieler in einer - vor dem letzten Spieltag nicht ganz vollständigen - Saison-Einzelkritik. Wer hat sein Soll erfüllt? Wer kann mehr? Und vor allem: Wer sollte bleiben?

DENNIS LAMCZYK (24 Spiele/ 0 Tore)
Lange Zeit als Torhüter Nummer eins unumstritten - und das zu Recht. Stark auf der Linie, immer präsent. Dann kam die Zehenverletzung, eine längere Pause als geplant und plötzlich war Lamczyk einer der Verlierer dieser Saison. Eine Zukunft in Kassel scheint unwahrscheinlich.

TOBIAS WOLF (9/0)
Rückte durch Lamczyks Verletzung in den Blickpunkt und nutze seine Chance. Wirkte überraschend abgeklärt. Bärenstark seine Spieleröffnung in Abschlägen und Abwürfen. So schnell, wie er in den Blickpunkt geriet, ist er aber auch schon weg, Wolf wechselt nach Offenbach.

SEBASTIAN GUNDELACH (30/2)
Starke Saison des rechten Außenverteidigers, nicht nur wegen seiner gefährlichen langen Einwürfe. Gundelach zeigte meist Zweikampfstärke und Einsatzwillen. Sollte deshalb ein Löwe bleiben.

MENTOR LATIFI (23/2)
Was für ein Auf und Ab. Der Innenverteidiger war mal solide, dann ein Unsicherheitsfaktor und - vor allem in den letzten Wochen - auch richtig stark. Seine Kopfballstärke spricht für, seine Schwäche im Aufbau gegen ihn. Chancen, zu bleiben stehen 50:50.

MARCEL STADEL (32/4)
Keiner war in dieser Saison so konstant wie Stadel. Stark im Stellungsspiel wie im Zweikampf. Und wenn er sich nach vorne einschaltet, dann wird es oft gefährlich. Kein Wunder, dass Stadel aufsteigt: Er wechselt nach Offenbach, was dem KSV richtig weh tut.

MICHAEL ZEPEK (16/1)
Einer der großen Pechvögel. Wegen einer Knieverletzung nur 16 Einsätze, die aber allesamt sehr solide waren. Zepek hat noch einen Vertrag.

FLORIAN HEUSSNER (27/0)
Der stets für seine überragende Fitness gelobte Außenverteidiger machte noch nicht den Sprung, den man sich von ihm erhofft hatte. Wirkte einfach noch nicht stabil genug. Hat aber noch Potenzial, einen Vertrag und eine weitere Chance verdient.

STEFAN MARKOLF (16/0)
Der Neuzugang war häufig verletzt, was aber nicht über eine enttäuschende Saison hinwegtäuschen kann. Von einem Spieler seiner Qualität und seiner Vita wird einfach mehr erwartet als solide Auftritte in der Defensive. Zukunft: Eher ungewiss.

CHRISTOPH KEIM (13/1)
Noch ein dauerverletzter Pechvogel. Der Allrounder kam nur auf 13 Einsätze. Hat noch einen Vertrag, aber ob er in der ersten Mannschaft noch eine Rolle spielen kann?

ENRICO GAEDE (31/10)
Zehn Tore als defensiver Mittelfeldspieler. Das sagt eigentlich alles über den Kapitän. Gaede ist trotz einiger schwächerer Auftritt in der Hinrunde die Schaltstation schlechthin im KSV-Spiel. Unverzichtbar. Deshalb bleibt er auch für drei weitere Jahre.

MARKUS UNGER (21/5)
Ein überwiegend gelungener Kurzauftritt. Sein Wechsel nach Braunschweig ist ein Verlust, denn Unger war trotz kleiner Verletzungen neben Gaede ein zusätzlicher Stabilisations-Faktor.

HAREZ HABIB (28/0)
In seinem zweiten Jahr beim KSV eher ein Rückschritt. Habibs Schwächen im Defensiv-Zweikampf sind bekannt. Seine Stärken in der Offensive aber, die ließ er viel zu oft vermissen. Blieb ohne Tor. Hat noch einen Vertrag.

SEBASTIAN BUSCH (4/0)
Kam kaum noch zum Zug. Hat noch einen Vertrag über zwei Jahre, spielt in den Planungen für die Erste aber keine Rolle mehr. Die Frage ist, ob „Buschi“ in der Reserve bleibt oder wechselt.

RENÉ OCHS (33/3)
Der Flügelflitzer war nicht mehr so effektiv wie im Vorjahr. Er hatte es aber auch schwerer. Wurde vom Gegner meist gedoppelt und erhielt vom anderen Flügel wenig Unterstützung. Trotzdem: Ochs bleibt ein Unruheherd. Vertrag zu Recht verlängert.

KEVIN WÖLK (31/11)
Der Spielmacher glänzte mit traumhaften Freistoß-Toren und tollen Zuspielen. Schaffte diesmal mehr Gelbe Karten (12) als Tore (11). Auch wenn er in einigen Phasen des Spiels mal ganz untertaucht: Wölk ist der kreative Spieler schlechthin beim KSV. Sollte deshalb möglichst bleiben.

DENNIS TORNIEPORTH (26/2)
Blieb ganz weit hinter den Erwartungen zurück. Anfangs galt noch die Verletzung aus der Schlussphase der Vorsaison als Ursache. Kämpfte sich nicht energisch aus dem Tief. Muss deshalb zurecht gehen.

DANIJEL GATARIC (11/0)
Kam als günstiger Neuzugang in der Winterpause. Die guten Eindrücke im Trainingslager konnte er im Spiel aber selten bestätigen. Fraglich, ob er noch eine Chance kriegt.

THORSTEN BAUER (31/9)
Nein, das war nicht die Saison des Torjägers. Verschossene Elfmeter, vergebene Chancen. Litt aber auch unter mangelnder Unterstützung von den Außen. Und: Bauer erwies sich als perfekter Team-Spieler, der stets kämpfte und Lücken für die Mitspieler riss. Hat noch zwei Jahre Vertrag.

THOMAS BRECHLER (26/8)
Der Mann für die Joker-Tore. Neuzugang Brechler sicherte dem KSV manchen Punkt. Auch wenn ihm spielerisch noch einiges fehlt eine starke erste Saison. Eine zweite sollte folgen.

AUSSERDEM EINGESETZT
Pascal Formann (2/0), Dennis Joedecke (4/0), Philipp Bruns (2/0), Moritz Murawski (1/0), Manuel Pforr (3/0), Mario Kilian (1/0), Daniel Spieth (1/0). Joedecke, Pforr und Kilian besitzen einen Vertrag für die nächste Saison, Spieth wechselte im Winter nach Vellmar.

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 26.05.2010)