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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Weiter Weg bis zur Reform

Kassel. In die Diskussion um die Neugestaltung der Fußball-Regionalligen kommt Bewegung – der Weg zu einer Lösung, mit der alle Beteiligten leben können, ist aber noch weit. Hermann Korfmacher, im Deutschen Fußball-Verband für den Amateurfußball zuständig, trat am Dienstag mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit, aus bisher drei Staffeln sechs zu machen (wir berichteten). Begründung: So werde die Anzahl der Reserve-Teams verteilt auf drei bis vier pro Gruppe. Die regionale Begrenzung soll zu zu einer Kostenreduzierung führen.

Knackpunkt Aufstieg
Verwunderlich an dem Vorschlag: Die Meister der einzelnen Gruppen müssten noch die drei Aufsteiger ausspielen. Gerade die mangelnde sportliche Perspektive war einer der Hauptkritikpunkte, mit denen auch Jens Rose, Präsident des KSV Hessen Kassel, öffentlich eine Reform der gerade einmal zwei Jahre alten Regionalliga gefordert hatte.

Bisher brachte Platz eins den Aufstieg, schon Platz zwei war sportlich nichts mehr wert. Durch den neuen Vorschlag würde nicht einmal mehr Platz eins sicher den Aufstieg bedeuten. Rolf Hocke, DFB-Vizepräsident aus Wabern, relativiert die Sache allerdings. „Das ist nur ein erstes Denkmodell“, sagt der Nordhesse, „das jetzt schon zu beurteilen, wäre viel zu früh.“ Hocke erklärt: „Die Auf- und Abstiegsfrage ist sicher einer der Knackpunkte. Das ist noch längst nicht zu Ende gedacht.“

Rose für Reduzierung

Der Verband plane auch, so Hocke, den Traditionsvereinen den Wettbewerb zu erleichtern. Neben der Kostenreduzierung werde über Änderungen bei den Reserven der Profiklubs nachgedacht. So könnte es sein, dass die Altersbegrenzung zukünftig von U 23 auf U 21 herabgesetzt werde. Zudem soll die Anzahl der Spieler reduziert werden. „Es gab ja Teams, die haben bis zu 30 Spieler eingesetzt“, so Hocke.

Für Jens Rose gehen die Vorschläge in die völlig falsche Richtung. Zusammen mit anderen Vertretern der Liga wird der KSV-Boss dem Verband einen eigenen Vorschlag unterbreiten. Der wird in die gegenteilige Richtung gehen und sieht eine Reduzierung der Staffeln vor. Und vor allem: eine eigene Staffel für die Reserveteams. Hier aber liegt der Streitpunkt. „Die Profivereine werden energisch dagegen sein“, weiß Rose. Wie gesagt: Der Weg zur Reform der kranken Regionalliga ist weit.

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 12.05.2010)