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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Ziel heißt Rang zwei

Kassel. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel empfängt heute Abend im heimischen Auestadion die Reserve des 1. FC Nürnberg. Anpfiff ist um 19 Uhr. Es darf spekuliert werden, wie viele Zuschauer kommen, eine Wette aber wird jeder gewinnen: dass es nicht so viele sein werden wie fast genau vor einem Jahr bei eben dieser Begegnung.

11 000 Zuschauer kamen am 1. Mai 2009. Und wenn KSV-Trainer Mirko Dickhaut darauf angesprochen wird, dann kommt er fast ins Schwärmen: „Es war der abolute Höhepunkt.“ Mit einem 1:0-Sieg verteidigten die Löwen damals den ersten Tabellenplatz; ein heißer Endspurt stand mit dem Fernduell gegen Heidenheim bevor, die dritte Liga war so nah.

Vergangenheit. Heute spielen die Löwen immer noch in der Regionalliga. Und schon vor der Partie gegen Nürnberg geht es nicht mehr wie damals um den einzigen Aufstiegsplatz, sondern lediglich um Rang zwei, den Dickhaut als Ziel ausgerufen hat. Insofern arbeitet der KSV fleißig am Titel Vize-Kassel und muss sich dann nur noch entscheiden, ob er sich Schalke oder Leverkusen als Vorbild genommen hat.

Da der zweite Platz aber auch noch finanziell von Bedeutung ist, weil der Verein für dessen Erreichen weiteres Sponsorengeld kassiert, ist der Ehrgeiz ausgeprägt – was Folgen hat für die Zusammenstellung der ersten Elf. So wird Dickhaut zunächst darauf verzichten, Perspektivspieler im normalen Ligabetrieb zu testen. Das heißt: Dennis Joedicke und Manuel Pforr werden zunächst auf der Bank sitzen. Auflaufen wird aller Wahrscheinlichkeit nach das Team, das in Freiburg ein 1:1 erreichte.

Mit einem Sieg nun gegen Nürnberg käme Kassel dem zweiten Platz wieder ein Stückchen näher. Dass dieser noch nicht einmal die Chance bietet, über eine Relegation die dritte Liga zu erreichen, findet Dickhaut bedauerlich. Womöglich kommt es bald zu einer Änderung: Beim Deutschen Fußball-Bund macht sich eine Arbeitsgruppe Gedanken über eine Reform der Regionalliga. Dass auch dem Zweiten die Möglichkeit gegeben wird, aufzusteigen, würde das Risiko minimieren, dass es kommt wie in dieser Saison: dass es für die meisten Vereine schon sehr früh um nichts mehr geht. Kaum auszudenken, wie viele Zuschauen heute Abend kämen, würde der KSV noch um einen Relegationsplatz kämpfen.

Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 04.05.2010)