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Ziel
heißt Rang zwei
Kassel. Fußball-Regionalligist
KSV Hessen Kassel empfängt heute Abend
im heimischen Auestadion die Reserve des 1.
FC Nürnberg. Anpfiff ist um 19 Uhr. Es
darf spekuliert werden, wie viele Zuschauer
kommen, eine Wette aber wird jeder gewinnen:
dass es nicht so viele sein werden wie fast
genau vor einem Jahr bei eben dieser Begegnung.
11 000 Zuschauer
kamen am 1. Mai 2009. Und wenn KSV-Trainer
Mirko Dickhaut darauf angesprochen wird, dann
kommt er fast ins Schwärmen: „Es
war der abolute Höhepunkt.“ Mit
einem 1:0-Sieg verteidigten die Löwen
damals den ersten Tabellenplatz; ein heißer
Endspurt stand mit dem Fernduell gegen Heidenheim
bevor, die dritte Liga war so nah.
Vergangenheit.
Heute spielen die Löwen immer noch in
der Regionalliga. Und schon vor der Partie
gegen Nürnberg geht es nicht mehr wie
damals um den einzigen Aufstiegsplatz, sondern
lediglich um Rang zwei, den Dickhaut als Ziel
ausgerufen hat. Insofern arbeitet der KSV
fleißig am Titel Vize-Kassel und muss
sich dann nur noch entscheiden, ob er sich
Schalke oder Leverkusen als Vorbild genommen
hat.
Da der zweite
Platz aber auch noch finanziell von Bedeutung
ist, weil der Verein für dessen Erreichen
weiteres Sponsorengeld kassiert, ist der Ehrgeiz
ausgeprägt – was Folgen hat für
die Zusammenstellung der ersten Elf. So wird
Dickhaut zunächst darauf verzichten,
Perspektivspieler im normalen Ligabetrieb
zu testen. Das heißt: Dennis Joedicke
und Manuel Pforr werden zunächst auf
der Bank sitzen. Auflaufen wird aller Wahrscheinlichkeit
nach das Team, das in Freiburg ein 1:1 erreichte.
Mit einem
Sieg nun gegen Nürnberg käme Kassel
dem zweiten Platz wieder ein Stückchen
näher. Dass dieser noch nicht einmal
die Chance bietet, über eine Relegation
die dritte Liga zu erreichen, findet Dickhaut
bedauerlich. Womöglich kommt es bald
zu einer Änderung: Beim Deutschen Fußball-Bund
macht sich eine Arbeitsgruppe Gedanken über
eine Reform der Regionalliga. Dass auch dem
Zweiten die Möglichkeit gegeben wird,
aufzusteigen, würde das Risiko minimieren,
dass es kommt wie in dieser Saison: dass es
für die meisten Vereine schon sehr früh
um nichts mehr geht. Kaum auszudenken, wie
viele Zuschauen heute Abend kämen, würde
der KSV noch um einen Relegationsplatz kämpfen.
Von Florian
Hagemann (HNA-Sportredaktion, 04.05.2010)
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