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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Tornieporth muss gehen

Kassel. Die Nachricht überrascht nicht: Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel wird den Vertrag mit Dennis Tornieporth nicht verlängern. Das teilte Trainer Mirko Dickhaut gestern mit. Der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler muss sich damit nach zwei Jahren bei den Löwen einen neuen Verein suchen.

Das ist das Ergebnis der zuletzt nur noch mäßigen Leistungen Tornieporths. Sie gipfelten in der Roten Karte am Samstag gegen die zweite Mannschaft des SC Freiburg. Tornieporth war in der 77. Minute eingewechselt worden – und wurde in der Nachspielzeit nach einem sehr harten Einsteigen des Feldes verwiesen.

Damit verlässt einer den KSV, der noch in der vergangenen Saison für den neuen, den erfrischenden Fußball der Löwen stand und sich nach seiner Ankunft aus Emden sehr schnell in die Herzen der Fans spielte. Dennis Tornieporth auf der einen Seite und René Ochs auf der anderen Seite sorgten für viel Wirbel und Gefahr beim Gegner. Der Mann aus dem Norden war gesetzt – und eigentlich nicht wegzudenken aus dem Team, das am Ende knapp den Aufstieg verfehlte.

Doch dann folgte Tornieporths persönlicher Leidensweg: Er verletzte sich am drittletzten Spieltag der vergangenen Saison beim 3:4 gegen die Reserve von 1860 München am Knie. Die Vorbereitung auf die neue Serie konnte er nicht beschwerdefrei absolvieren. Trainer Dickhaut führt dies heute als Hauptgrund dafür an, warum Tornieporth in dieser Saison nicht wirklich in Schwung gekommen ist. „Er hat nie so richtig die Kurve bekommen“, sagt Dickhaut.

Aus dem Stammspieler wurde ein Wackelkandidat, aus dem Wirbelwind ein laues Lüftchen. Nur noch selten zeigte er, zu was er fähig ist – wie etwa beim 5:2-Erfolg zuhause gegen Pfullendorf oder beim 3:1 gegen Weiden. Doch gute Leistungen blieben die Ausnahme. Auch neben dem Platz ließ er es an Souveränität vermissen: Interviewanfragen blockte er zuletzt stets ab.

Wieder in den Norden?

Wohin sein Weg führen wird, ist unklar – womöglich wieder in den Norden. Dort kennt er viele Vereine: Er stand schon bei Holstein Kiel unter Vertrag, bei St. Pauli, Magdeburg und bei Emden. Ob er zuvor noch einmal für den KSV aufläuft, hängt auch von der Länge der Sperre ab, die der Platzverweis in Freiburg nach sich zieht.

So oder so: Tornieporth ist der erste KSV-Spieler, der definitiv keine Zukunft hat bei den Löwen. Interessant ist, wie unterschiedlich die Entwicklungen laufen: Mentor Latifi, ebenfalls ein Wackelkandidat, darf sich nach zuletzt guten Leistungen wieder Hoffnung machen auf eine Vertragsverlängerung.

• Bereits morgen bestreitet der KSV sein Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg II. Anpfiff im Auestadion: 19 Uhr.

Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 03.05.2010)