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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Lieber nicht nachdenken

Kassel. Eine Lösung des Problems wäre natürlich, gar nicht mehr in Führung zu gehen. Aber das kann es ja auch nicht sein, wenn der Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel morgen im Auestadion gegen Eintracht Bamberg antritt (Anpfiff: 14 Uhr).

Das Problem ist: Die Löwen verspielen in dieser Saison ganz gerne mal einen Vorsprung. Sechsmal schon ist das in 23 Spielen vorgekommen – zuletzt in den Partien zuhause gegen die Reserve von 1860 München und auswärts bei Eintracht Frankfurt II, wo das Problem sogar zweimal hallo sagte: Nach dem 1:0 kassierte der KSV das 1:1, nach dem 2:1 das 2:2.

„Punkte, die fehlen“

Statt einen Sieg zu feiern, muss sich der KSV jeweils mit einem Punkt begnügen, was sehr ärgerlich ist, wie René Ochs festgestellt hat. „Es sind die Punkte, die uns fehlen“, sagt der Mittelfeldspieler. Seine Rechnung geht so: Hätte der KSV diese sechs Partien gewonnen, hätte er jetzt zwölf Zähler mehr auf dem Konto. Genau das ist der Abstand auf Spitzenreiter Aalen.

Wie aber ist dieses Problem in den Griff zu bekommen? Ochs sagt: „Wir müssen uns in den entscheidenden Phasen besser organisieren – dann, wenn wir selbst einen Angriff abgeschlossen haben.“ Heißt: In der Rückwärtsbewegung muss sich besser abgesprochen werden. „Wir müssen dann mehr miteinander reden und noch konzentrierter zu Werke gehen.“

Dass der KSV in solchen Phasen generell zu ängstlich agiert, kann Ochs nicht ausmachen: „Gerade auch beim 1:1 gegen 1860 haben wir weiter nach vorn gespielt und nur versäumt, das zweite Tor zu machen.“ Gegen Frankfurt unter der Woche habe sein Team den ersten Vorsprung zwar selbst aus der Hand gegeben. „Nach dem 2:1 haben wir dann aber weiter Fußball gespielt.“ Und trotzdem nicht gewonnen.

Das zerrt an den Nerven. Da kommt es Ochs ganz gelegen, dass es in den nächsten Wochen Schlag auf Schlag geht. Viel Zeit zum Nachdenken über vergebene Möglichkeiten bleibt da nicht. „Vielleicht ist das auch besser so“, sagt der 26-Jährige, der ohnehin nur ein Ziel hat: „Immer das nächste Spiel zu gewinnen.“

Revanche für das 1:3

Gegen Bamberg wäre ein Erfolg zugleich die Revanche für die Niederlage im Hinspiel – die erste Schlappe des KSV in dieser Saison. Beim 1:3 bot die Mannschaft von Trainer Mirko Dickhaut eine der schlechtesten Leistungen in dieser Serie, erinnert sich Ochs.

Er selbst ist einer der wenigen etatmäßigen Außenspieler, die einsatzbereit sind. Dennis Tornieporth, wie Ochs Mittelfeldspieler, ist nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt, Außenverteidiger Stefan Markolf weiter verletzt. Immerhin trainiert Sebastian Gundelach wieder mit und wird wohl spielen können. Das bedeutet: Danijel Gataric, der Gundelachs Position in der Abwehr übernommen hatte, kann Tornieporths Posten im Mittelfeld einnehmen. Für den ebenfalls gesperrten Markus Unger könnte Harez Habib ins Team rücken.

Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 08.04.2010)