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Lieber
nicht nachdenken
Kassel. Eine
Lösung des Problems wäre natürlich,
gar nicht mehr in Führung zu gehen. Aber
das kann es ja auch nicht sein, wenn der Fußball-Regionalligist
KSV Hessen Kassel morgen im Auestadion gegen
Eintracht Bamberg antritt (Anpfiff: 14 Uhr).
Das Problem ist: Die Löwen
verspielen in dieser Saison ganz gerne mal
einen Vorsprung. Sechsmal schon ist das in
23 Spielen vorgekommen – zuletzt in
den Partien zuhause gegen die Reserve von
1860 München und auswärts bei Eintracht
Frankfurt II, wo das Problem sogar zweimal
hallo sagte: Nach dem 1:0 kassierte der KSV
das 1:1, nach dem 2:1 das 2:2.
„Punkte, die fehlen“
Statt einen Sieg zu feiern,
muss sich der KSV jeweils mit einem Punkt
begnügen, was sehr ärgerlich ist,
wie René Ochs festgestellt hat. „Es
sind die Punkte, die uns fehlen“, sagt
der Mittelfeldspieler. Seine Rechnung geht
so: Hätte der KSV diese sechs Partien
gewonnen, hätte er jetzt zwölf Zähler
mehr auf dem Konto. Genau das ist der Abstand
auf Spitzenreiter Aalen.
Wie aber ist dieses Problem
in den Griff zu bekommen? Ochs sagt: „Wir
müssen uns in den entscheidenden Phasen
besser organisieren – dann, wenn wir
selbst einen Angriff abgeschlossen haben.“
Heißt: In der Rückwärtsbewegung
muss sich besser abgesprochen werden. „Wir
müssen dann mehr miteinander reden und
noch konzentrierter zu Werke gehen.“
Dass der KSV in solchen
Phasen generell zu ängstlich agiert,
kann Ochs nicht ausmachen: „Gerade auch
beim 1:1 gegen 1860 haben wir weiter nach
vorn gespielt und nur versäumt, das zweite
Tor zu machen.“ Gegen Frankfurt unter
der Woche habe sein Team den ersten Vorsprung
zwar selbst aus der Hand gegeben. „Nach
dem 2:1 haben wir dann aber weiter Fußball
gespielt.“ Und trotzdem nicht gewonnen.
Das zerrt an den Nerven.
Da kommt es Ochs ganz gelegen, dass es in
den nächsten Wochen Schlag auf Schlag
geht. Viel Zeit zum Nachdenken über vergebene
Möglichkeiten bleibt da nicht. „Vielleicht
ist das auch besser so“, sagt der 26-Jährige,
der ohnehin nur ein Ziel hat: „Immer
das nächste Spiel zu gewinnen.“
Revanche für das 1:3
Gegen Bamberg wäre
ein Erfolg zugleich die Revanche für
die Niederlage im Hinspiel – die erste
Schlappe des KSV in dieser Saison. Beim 1:3
bot die Mannschaft von Trainer Mirko Dickhaut
eine der schlechtesten Leistungen in dieser
Serie, erinnert sich Ochs.
Er selbst ist einer der
wenigen etatmäßigen Außenspieler,
die einsatzbereit sind. Dennis Tornieporth,
wie Ochs Mittelfeldspieler, ist nach seiner
fünften Gelben Karte gesperrt, Außenverteidiger
Stefan Markolf weiter verletzt. Immerhin trainiert
Sebastian Gundelach wieder mit und wird wohl
spielen können. Das bedeutet: Danijel
Gataric, der Gundelachs Position in der Abwehr
übernommen hatte, kann Tornieporths Posten
im Mittelfeld einnehmen. Für den ebenfalls
gesperrten Markus Unger könnte Harez
Habib ins Team rücken.
Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion,
08.04.2010) |