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Staubsauger
mit Tordrang
Kassel. Es
war sein bisher stärkster Auftritt im
Trikot des Fußball-Regionalligisten
KSV Hessen Kassel. Beim 5:1-Sieg gegen die
SpVgg Greuther Fürth II gelangen Markus
Unger zwei Tore.
Einmal traf
er mit dem Fuß, einmal mit dem Kopf.
Nicht schlecht für einen Spieler, zu
dessen wichtigsten Aufgaben das Toreschießen
nicht einmal gehört.
Unger ist
der zweite Staubsauger im Mittelfeld. Zusammen
mit Enrico Gaede teilt er sich die Defensivaufgaben
im Zentrum vor der Abwehr. Gegen Fürth
aber wurde deutlich, dass beide sich darauf
bei Weitem nicht beschränken: Im Wechsel
schaltete sich das Duo immer wieder in die
Offensive ein und brachte es, da auch Gaede
traf, auf drei Tore.
„Ja,
das ist richtig gut gelaufen“, freute
Unger sich dann auch über den gelungenen
Start ins neue Jahr. Der kommt nicht von ungefähr.
Als der 28-Jährige kurz nach dem Saisonstart
aus Emden zu den Löwen wechselte, da
hatte er die Vorbereitung auf die Saison verpasst.
Beim ersten
Heimspiel im KSV-Dress zog Unger sich dann
in der Partie gegen Pfullendorf gleich eine
Verletzung zu. Es war also in den ersten Monaten
nicht immer leicht, richtig Tritt zu fassen
für den Osthessen in Nordhessen.
Unger lebt
in Fulda, pendelt zumeist mit dem ICE hin
und her. Trotzdem ist er mittlerweile richtig
angekommen in Kassel. Erst recht, nachdem
er die Vorbereitungszeit im Winter komplett
absolvieren konnte.
„Das
war für ihn ganz wichtig“, sagt
Trainer Mirko Dickhaut, „Markus benötigt
für sein Spiel gute Fitnessgrundlagen.
Die hat er jetzt. Er ist in so einer Form
ganz wichtig für uns.“ Vor allem
auch nachdem mit Christoph Keim und Sebastian
Busch zwei Akteure für die Position verletzt
ausfallen.
Neben seinen
Toren leistete Unger gegen Fürth ein
großes Laufpensum, war ständig
anspielbar. Einzig seine Zuspiele in die Spitze
waren ab und an etwas ungenau. Den guten Gesamteindruck
trübte das aber nicht. Unger war zu Recht
zufrieden: „Man weiß nach so einer
langen Pause natürlich nicht, wo man
steht. Aber wir haben das Zeichen gesetzt,
das wir setzen wollten.“
Und so soll
es weitergehen. Am besten schon am Mittwoch.
Das Pokalderby in Darmstadt (19 Uhr, Böllenfalltor)
ist für Unger weit mehr als eine Pflichtaufgabe.
Nicht nur weil es gegen den hessischen Rivalen
geht. „Es sind nur noch wenige Schritte
bis in die Endrunde. Es wäre toll, wenn
der KSV sich endlich mal wieder auf dieser
Ebene präsentieren könnte“,
sagt Unger. Damit spricht er den Löwen-Fans
aus der Seele. Markus Unger ist wirklich angekommen
in Kassel.
Von Frank
Ziemke (HNA-Sportredaktion, 15.03.2010)
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