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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Staubsauger mit Tordrang

Kassel. Es war sein bisher stärkster Auftritt im Trikot des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Beim 5:1-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth II gelangen Markus Unger zwei Tore.

Einmal traf er mit dem Fuß, einmal mit dem Kopf. Nicht schlecht für einen Spieler, zu dessen wichtigsten Aufgaben das Toreschießen nicht einmal gehört.

Unger ist der zweite Staubsauger im Mittelfeld. Zusammen mit Enrico Gaede teilt er sich die Defensivaufgaben im Zentrum vor der Abwehr. Gegen Fürth aber wurde deutlich, dass beide sich darauf bei Weitem nicht beschränken: Im Wechsel schaltete sich das Duo immer wieder in die Offensive ein und brachte es, da auch Gaede traf, auf drei Tore.

„Ja, das ist richtig gut gelaufen“, freute Unger sich dann auch über den gelungenen Start ins neue Jahr. Der kommt nicht von ungefähr. Als der 28-Jährige kurz nach dem Saisonstart aus Emden zu den Löwen wechselte, da hatte er die Vorbereitung auf die Saison verpasst.

Beim ersten Heimspiel im KSV-Dress zog Unger sich dann in der Partie gegen Pfullendorf gleich eine Verletzung zu. Es war also in den ersten Monaten nicht immer leicht, richtig Tritt zu fassen für den Osthessen in Nordhessen.

Unger lebt in Fulda, pendelt zumeist mit dem ICE hin und her. Trotzdem ist er mittlerweile richtig angekommen in Kassel. Erst recht, nachdem er die Vorbereitungszeit im Winter komplett absolvieren konnte.

„Das war für ihn ganz wichtig“, sagt Trainer Mirko Dickhaut, „Markus benötigt für sein Spiel gute Fitnessgrundlagen. Die hat er jetzt. Er ist in so einer Form ganz wichtig für uns.“ Vor allem auch nachdem mit Christoph Keim und Sebastian Busch zwei Akteure für die Position verletzt ausfallen.

Neben seinen Toren leistete Unger gegen Fürth ein großes Laufpensum, war ständig anspielbar. Einzig seine Zuspiele in die Spitze waren ab und an etwas ungenau. Den guten Gesamteindruck trübte das aber nicht. Unger war zu Recht zufrieden: „Man weiß nach so einer langen Pause natürlich nicht, wo man steht. Aber wir haben das Zeichen gesetzt, das wir setzen wollten.“

Und so soll es weitergehen. Am besten schon am Mittwoch. Das Pokalderby in Darmstadt (19 Uhr, Böllenfalltor) ist für Unger weit mehr als eine Pflichtaufgabe. Nicht nur weil es gegen den hessischen Rivalen geht. „Es sind nur noch wenige Schritte bis in die Endrunde. Es wäre toll, wenn der KSV sich endlich mal wieder auf dieser Ebene präsentieren könnte“, sagt Unger. Damit spricht er den Löwen-Fans aus der Seele. Markus Unger ist wirklich angekommen in Kassel.

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 15.03.2010)