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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Der Kämpfer fängt von vorne an

Kassel. Seine Frau Stefanie kennt das schon. Zehn Jahre ist sie mit KSV-Verteidiger Michael Zepek zusammen. Zehn Jahre, in denen der 29-jährige Profifußballer durch Verletzungen immer wieder zurückgeworfen wurde. „Jetzt muss sie mich halt wieder einige Wochen durch die Gegend chauffieren“, meint der Kasseler Routinier gefasst. Eine Knorpelverletzung im Sprunggelenk setzt ihn für mindestens acht Wochen außer Gefecht.

Eine lange Zeit, in der er eigentlich mit dem Tabellenvierten der Regionalliga Süd zum Sturm auf die Tabellenspitze ansetzen wollte. Daraus wird jetzt nichts.

Im Trainingslager im türkischen Belek machten sich beim Testspiel gegen Hertha BSC II erste Beschwerden bemerkbar. Zurück in Kassel war nach einem Hallentraining endgültig Schluss. Stechende Schmerzen im Fußgelenk. Eine Kernspintomographie brachte Klarheit. Festgestellt wurde ein Knorpelschaden, der in seiner Schwere laut Klubarzt Dr. Marco Spielmann einem Knochenbruch gleichkommt.

„Das kommt jetzt ein bissle ungelegen, besonders weil ich wie alle Spieler richtig heiß auf die Rückserie war“, sagt der gebürtige Heilbronner. Dabei weiß der 1,85 Meter große Verteidiger (16 Saisonspiele/ein Tor) genauso wie die KSV-Verantwortlichen, dass „ein bissle ungelegen“ doch reichlich untertrieben ist. So meint KSV-Präsident Jens Rose, dass Zepeks Verletzung umso bitterer sei, da er sich im Laufe der Hinserie zu einer wichtigen Stütze der Mannschaft entwickelt habe: „Es war toll zu sehen, wie sich Michael nach einem Jahr ohne Spielpraxis herangekämpft hat und immer sicherer wurde. Das hat ihm unheimlich Auftrieb gegeben.“

Zepek selbst sieht es genauso: „Ich war endlich körperlich gut drauf und konnte der Mannschaft richtig helfen. Doch Jammern nützt doch nichts. Wichtig ist jetzt, trotz der bevorstehenden langen Wettkampfpause die eigene Motivation immer aufrecht zu erhalten.“

Damit kennt sich Michael Zepek aus, denn Rückschläge hat es reichlich gegeben. Drei Operationen an der Leiste, ein Muskelbündelriss, ein Knochenödem im Mittelfuß - das alles steckte er bereits vor seiner Kasseler Zeit weg. Genauso wie den daraus resultierenden Karriereknick, der ihn von der Ersatzbank im Champions-League-Finale 2002 mit Bayer Leverkusen bis in die vierte Liga führte.

Dass ihm in den kommenden Wochen förmlich die Decke auf den Kopf fallen könnte, glaubt Zepek nicht: „Ich werde während meiner Reha in Baunatal ein straffes Programm von mehreren Stunden am Tag haben. Da besteht keine Gefahr.“ Er wird also das x-te Mal von vorn beginnen, um gegen Saisonende vielleicht doch noch am großen Ziel mitarbeiten zu können – dem Aufstieg in Liga drei.

Von Manuel Brandenstein (HNA-Sportredaktion, 17.02.2010)