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Der
Kämpfer fängt von vorne an
Kassel. Seine
Frau Stefanie kennt das schon. Zehn Jahre
ist sie mit KSV-Verteidiger Michael Zepek
zusammen. Zehn Jahre, in denen der 29-jährige
Profifußballer durch Verletzungen immer
wieder zurückgeworfen wurde. „Jetzt
muss sie mich halt wieder einige Wochen durch
die Gegend chauffieren“, meint der Kasseler
Routinier gefasst. Eine Knorpelverletzung
im Sprunggelenk setzt ihn für mindestens
acht Wochen außer Gefecht.
Eine lange Zeit, in der er
eigentlich mit dem Tabellenvierten der Regionalliga
Süd zum Sturm auf die Tabellenspitze
ansetzen wollte. Daraus wird jetzt nichts.
Im Trainingslager im türkischen
Belek machten sich beim Testspiel gegen Hertha
BSC II erste Beschwerden bemerkbar. Zurück
in Kassel war nach einem Hallentraining endgültig
Schluss. Stechende Schmerzen im Fußgelenk.
Eine Kernspintomographie brachte Klarheit.
Festgestellt wurde ein Knorpelschaden, der
in seiner Schwere laut Klubarzt Dr. Marco
Spielmann einem Knochenbruch gleichkommt.
„Das kommt jetzt ein
bissle ungelegen, besonders weil ich wie alle
Spieler richtig heiß auf die Rückserie
war“, sagt der gebürtige Heilbronner.
Dabei weiß der 1,85 Meter große
Verteidiger (16 Saisonspiele/ein Tor) genauso
wie die KSV-Verantwortlichen, dass „ein
bissle ungelegen“ doch reichlich untertrieben
ist. So meint KSV-Präsident Jens Rose,
dass Zepeks Verletzung umso bitterer sei,
da er sich im Laufe der Hinserie zu einer
wichtigen Stütze der Mannschaft entwickelt
habe: „Es war toll zu sehen, wie sich
Michael nach einem Jahr ohne Spielpraxis herangekämpft
hat und immer sicherer wurde. Das hat ihm
unheimlich Auftrieb gegeben.“
Zepek selbst sieht es genauso:
„Ich war endlich körperlich gut
drauf und konnte der Mannschaft richtig helfen.
Doch Jammern nützt doch nichts. Wichtig
ist jetzt, trotz der bevorstehenden langen
Wettkampfpause die eigene Motivation immer
aufrecht zu erhalten.“
Damit kennt sich Michael
Zepek aus, denn Rückschläge hat
es reichlich gegeben. Drei Operationen an
der Leiste, ein Muskelbündelriss, ein
Knochenödem im Mittelfuß - das
alles steckte er bereits vor seiner Kasseler
Zeit weg. Genauso wie den daraus resultierenden
Karriereknick, der ihn von der Ersatzbank
im Champions-League-Finale 2002 mit Bayer
Leverkusen bis in die vierte Liga führte.
Dass ihm in den kommenden
Wochen förmlich die Decke auf den Kopf
fallen könnte, glaubt Zepek nicht: „Ich
werde während meiner Reha in Baunatal
ein straffes Programm von mehreren Stunden
am Tag haben. Da besteht keine Gefahr.“
Er wird also das x-te Mal von vorn beginnen,
um gegen Saisonende vielleicht doch noch am
großen Ziel mitarbeiten zu können
– dem Aufstieg in Liga drei.
Von Manuel Brandenstein (HNA-Sportredaktion,
17.02.2010) |