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Löwen
trotzen Schnee und Kälte
Kassel. „Treffen
am B-Platz hinter der Klubgaststätte“
– Steht dieser Satz auf dem Trainingsplan
der Regionalliga-Fußballer des KSV Hessen
Kassel, weiß derzeit jeder, was ihn
erwartet.
Vom eigentlichen Platz ist
aufgrund einer dicken Schneeschicht nur etwas
zu erahnen. Statt der Stollen- werden Joggingschuhe
geschnürt. Angeführt von Konditionstrainer
Dominik Suslik geht es für die Löwen
in die Aue.
Thorsten Bauer scheint den
anhaltenden Kampf gegen die winterliche Szenerie
nur mit einer Portion Sarkasmus zu ertragen.
„Die Trainingsbedingungen sind nicht
schlecht, wir haben halt keine“, meint
der Torjäger augenzwinkernd, und Kapitän
Enrico Gaede fügt hinzu: „Allmählich
nervt die ganze Sache!“
Am Samstag sollten die Löwen
eigentlich die Saison wieder aufnehmen. Zwei
Heimspiele stehen an. Zunächst gegen
1860 München II, eine Woche später
gegen Ulm. Derzeit aber kann sich niemand
vorstellen, dass es überhaupt dazu kommen
wird. Der Platz im Auestadion ist von einer
Schnee- und Eisschicht bedeckt.
Gerhard Griesing, stellvertretender
Leiter des Kasseler Sportamtes, will zwar
der Platzbegehung am Donnerstag nicht vorgreifen,
doch sieht er für das Spiel wenig Chancen:
„Wir hoffen eher darauf, dass gegen
Ulm wieder gespielt werden kann.“ Damit
wenigstens die Partie gegen die Spatzen über
die Bühne gehen kann, hat Griesing ein
halbes Dutzend Arbeiter mit der Räumung
des Spielfeldes beauftragt. Der Schnee werde
bis heute Abend zum Großteil abgetragen,
damit das Feld nach der erwarteten Erwärmung
schneller wieder bespielbar ist.
„Wir haben seit der
Rückkehr aus dem Trainingslager in Belek
kein einziges Mal auf einem Fußballplatz
trainieren können“, klagt Mirko
Dickhaut. Auch der eigentlich als Trainingsgelände
vorgesehene Kunstrasenplatz in der Nordstadt
ist wegen einer Eisschicht nicht bespielbar.
So bleiben Kickerhalle, Wellnessressort und
eben die Karlsaue.
Welche Folgen hat das für
die Vorbereitung? Sind die Auswirkungen des
Türkei-Aufenthaltes so wirkungslos verpufft?
„Das sicher nicht“, sagt Dickhaut,
„aber fußballerisch können
wir nicht fortführen, was wir da begonnen
haben.“ Der Trainer würde gerne
Standardsituationen einüben, bestimmte
spielerische Abläufe. Dazu aber reicht
der Platz in der Kickerhalle nicht aus.
Anders ist es mit der Ausdauer.
„Die Grundlagen sind gelegt, und wir
können daran weiterarbeiten“, erklärt
Dickhaut. Zuständig ist hier vor allem
Fitnesstrainer Dominik Suslik. Er führte
das Team gestern an der Fulda entlang in die
Nähe der Orangerie. Dort hat er ein vom
Schnee befreites Steigungsstück ausfindig
gemacht, auf dem die Kicker Sprintübungen
absolvieren. Danach ging es zu einer ebenfalls
geräumten Treppe hinauf zum Regierungspräsidium.
In diesem Winter sind von Dominik Suslik eben
auch Pfadfinder-Qualitäten gefragt. „Die
Möglichkeiten sind zwar eingeschränkt,
aber es werden alle Spieler fit“, meint
er.
Mirko Dickhaut bleibt zumindest
ein Trost: „Wir wollen nicht groß
klagen. Es wird den meisten anderen Klubs
nicht besser gehen als uns.“
Von Frank Ziemke und Manuel
Brandenstein (HNA-Sportredaktion, 16.02.2010) |