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Zwei
Neue und ein Rücktritt
Kassel. Das
Personal ist neu, die Ziele sind hoch, den
ersten Ärger gibt es aber auch schon:
In der Jugendabteilung des Fußball-Regionalligisten
KSV Hessen Kassel findet ein großer
Umbruch statt, sorgt für Hoffnungen,
aber auch für Unruhe. Der Mann, der im
Mittelpunkt dieser Aktivitäten steckt,
heißt Gerhard Klapp. Der Kosmetik-Unternehmer
aus Lichtenau ist als Sponsor bei den Löwen
eingestiegen - mit einer Summe, die nicht
genannt wird, sich wohl im sechsstelligen
Bereich bewegt.
Klapp unterstützt
damit aber nicht die erste Mannschaft. Er
gibt sein Geld für den Unterbau. Angefangen
bei der U-23-Reserve bis zur Jugendabteilung
und zu den Frauen. Doch nicht nur das: Klapp
will und wird auch mitreden. „Ich bin
alleiniges Arbeiten als Firmenchef gewohnt.
Ich möchte auch hier die Dinge in der
Hand haben“, sagt er. So wird beim KSV
für den neuen Großsponsor eine
neue Funktion eingeführt. Arbeitstitel:
Vorsitzender des Amateurbereichs. „Das
ist vom Vorstand so beschlossen“, bestätigt
Klub-Chef Jens Rose. „Veränderungen
müssen sein. Wir wollen schließlich
Stück für Stück voran kommen.
Natürlich werde ich aber genau schauen,
wie die Sache funktioniert“, sagt er.
In den vergangenen
Jahren war Klapp beim FV Lichtenau aktiv.
Der A-Jugend des Klubs gelang der Aufstieg
in die Hessenliga. Nach einigen Differenzen
- „zu viele wollten mitreden“
so Klapp - wechselt der 62-Jährige nun
zu den Löwen. „Seit 20 Jahren”,
so Klapp, „kann ich nicht verstehen,
dass es mit der KSV-Jugend nicht vorangeht.”
Deshalb setzt er hohe Ziele. Die Reserve soll
den Aufstieg schaffen, die Frauen irgendwann
in der 2. Bundesliga spielen. Die Jugend will
er auf eine breitere und erfolgreichere Basis
stellen. Dazu gehört die Gründung
einer zweiten A- und B-Jugend-Mannschaft.
Mirko Dickhaut,
Trainer der ersten Mannschaft, unterstützt
Klapps Pläne. „Wir müssen
eine bessere Verzahnung der Abteilungen hinbekommen“,
sagt er. Taktisch sollen sämtliche Teams
ähnlich ausgerichtet sein. „Wir
können den Jugendlichen die Chance bieten,
in der ranghöchsten Mannschaft der Region
zu spielen“, sagt Klapp.
Der Mann,
der das Konzept künftig als Jugendkoordinator
umsetzen soll, heißt Wolfgang Zientek.
An dieser Personalie scheiden sich die Geister.
Zientek betrieb bereits beim KSV Baunatal
sowie in Lichtenau erfolgreiche Nachwuchsarbeit.
Seine sportliche Qualifikation gilt als tadellos.
„Die Sozialkompetenz in der Jugendarbeit
spreche ich ihm aber ab”, sagt Karl-Heinz
Arrich. Der bisherige Jugendleiter hat deshalb
sein Amt niedergelelegt. Nach „zehn
Jahren und drei Stunden täglich“,
ist ihm das hörbar schwergefallen. Um
Abstand zu gewinnen, hat er sich in einen
Kurzurlaub verabschiedet. Schmutzige Wäsche
möchte er nicht waschen: „Dem KSV
und vor allem Jens Rose bin ich nicht böse.“
Neben Arrich
wird auch der derzeitige hauptamtliche Jugend-Koordinator
Jörg Ehrlich nach Ablauf seines Vertrages
im Sommer aus dem Amt scheiden, das dann Zientek
übernimmt. Und was sagt Klapp über
den Vorwurf „fehlende Sozialkompetenz“
seines ersten Mannes? „Er ist ein großartiger
Fachmann. Das ist das Wichtigste“, so
Klapp über den früheren Zweitligaspieler.
Dass es Probleme gab, räumt er ein: „Die
lagen im privaten Bereich und sind ausgeräumt.
Er hat diese Chance verdient.“ So sieht
es auch Mirko Dickhaut, für den Zientek
in dieser Saison als Scout tätig ist:
„Mir gegenüber hat er sich tadellos
verhalten. Und er besitzt einen großen
Fußballsachverstand. Davon kann die
Jugend nur profitieren.“
Von Frank
Ziemke (HNA-Sportredaktion, 29.01.2010)
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