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Es
ist noch Luft nach oben
Kassel. Mit
drei Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze
hat Fußball-Regionalligist KSV Hessen
Kassel die Winterpause angetreten - und somit
das Ziel noch nicht aus den Augen verloren.
Der Aufstieg in die dritte
Liga ist nach wie vor möglich - auch
bei Berücksichtigung, dass der Tabellenzweite
Aalen nicht nur drei Punkte mehr auf dem Konto,
sondern auch ein Spiel weniger absolviert
hat. Ein Blick zurück auf die ersten
18 Saisonspiele des KSV.
WAS GUT LIEF
Die Abwehr hat sich nach
anfänglichen Schwierigkeiten und fünf
Gegentoren in den ersten beiden Partien stabilisiert.
Torhüter Dennis Lamczyk gehört zu
den besten Keepern, Marcel Stadel zu den talentiertesten
Innenverteidigern in der Regionalliga. Er
ist zu einem souveränen Abwehrchef gereift.
An seiner Seite hat sich der enorm zweikampfstarke
Neuzugang Michael Zepek etabliert. In der
Mitte lassen sie kaum etwas anbrennen.
Der KSV hat in 18 Spielen
nur zweimal verloren. Das ist ein Spitzenwert.
Er hat damit bewiesen, dass er fähig
ist, in nahezu jedem Spiel zu punkten. Auch
bei den Niederlagen zuhause gegen Aalen und
in Bamberg war ein Punkt drin.
Die Ersatzbank ist stärker
besetzt als noch in der vergangenen Saison.
Am deutlichsten zeigt sich das im Angriff:
Dort ersetzte Neuzugang Thomas Brechler aus
dem zweiten Team des VfL Wolfsburg Lukas Lenz
als Ersatz für den gesetzten Stürmer
Thorsten Bauer. Während Lenz bei seinen
Kurzeinsätzen kaum Wirkung entfaltete,
schoss Brechler bisher fünf Tore, er
sorgt für mächtig Druck und eine
Diskussion, ob der KSV nicht generell mit
zwei Spitzen spielen sollte.
Der KSV zeigte Kampfgeist,
selbst als es nicht rund lief: So fiel gegen
die zweite Mannschaft des SC Freiburg in der
Schlussminute noch das 1:1. Letztlich fand
der KSV über den Kampf auch wieder den
Weg aus der Krise und zurück zu alter
Stärke.
WAS NICHT GUT LIEF
Die Außen machen nicht
mehr so viel Druck wie noch in der vergangenen
Saison. Vor allem Dennis Tornieporth war nicht
mehr so schwungvoll - was auch daran liegt,
dass er in der Vorbereitung wegen einer Verletzung
kaum trainieren konnte. Was sich zudem bemerkbar
machte: Die Gegner haben sich mittlerweile
auf das Spiel des KSV eingestellt. Mit dem
erfrischenden Auftreten über die Flügel
können die Löwen keinen mehr überraschen
- zumal auch von den Außenverteidigern
nach vorn zu wenig kommt.
Mittlerweile haben die Stuttgarter
Kickers die Löwen zwar abgelöst
als Unentschieden-Könige der Liga. Allerdings:
Acht Unentschieden sind letztlich ein paar
zu viel. Vor allem unter der Berücksichtigung,
dass in jenen Spielen der KSV oft noch eine
Führung spät aus der Hand gab: Viermal
war das der Fall.
Keine Frage, Thorsten Bauer
hat seine Fans all die Jahre verwöhnt
mit Toren. Da fällt es dann erst recht
auf, wenn er mal nicht trifft. Nach dem 5:2
am sechsten Spieltag gegen Pfullendorf ist
der 32 Jahre alte Stürmer ohne Torerfolg.
Er rackert, er ackert, aber es fehlt vor allem
eines: das Glück im Abschluss.
Den KSV umgab in den ersten
18 Saisonspielen der Elfmeterfluch: Fünf
Strafstöße bekam er, nur zweimal
nutzte ihm das. Thorsten Bauer verschoss zwei
Elfmeter, Harez Habib einen. Jetzt schießt
Kapitän Enrico Gaede - und trifft wie
beim 3:2 in Darmstadt.
WAS HOFFNUNG MACHT
Thorsten Bauer ist nach seiner
Verletzung auf dem Weg der Besserung und zeigte
in der zweiten Halbzeit gegen Darmstadt schon
wieder, wie wertvoll er ist. Und nach der
Winterpause wird das auch wieder mit dem Toreschießen
klappen. Bestimmt.
Nach einer Krise mit fünf
Spielen in Folge ohne Sieg ist der KSV wieder
in der Spur. Die Serie mit drei Siegen hintereinander
kurz vor der Winterpause war das richtige
Signal an die Liga: Mit den Löwen ist
wieder zu rechnen!
Der KSV hat es nicht mit
einer übermächtigen Konkurrenz zu
tun. Auch Aalen nahm sich zwischendurch eine
Auszeit, gewann drei Spiele in Folge nicht,
Freiburg II schwächelte vor der Winterpause.
So verkürzte sich der Abstand des KSV
auf die Tabellenspitze von neun Punkten auf
drei Zähler.
In der Aufstiegssaison 2005/2006
betrug der Rückstand des damaligen Oberligisten
KSV zeitweise zwölf Punkte auf Tabellenführer
FSV Frankfurt. Aufgestiegen ist? Der KSV.
Denn, wie sagte es Trainer Matthias Hamann
damals: "Es ist nicht wichtig, wer als
Erster losläuft, sondern wer als Erster
ankommt."
Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion,
22.12.2009) |