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Tritt
nach dem Spiel: Zepek droht Ärger
Kassel. Der
3:2-Sieg im Hessenderby der Fußball-Regionalliga
bei Darmstadt 98 hat für den KSV Hessen
Kassel ein Nachspiel. Der Verein und auch
sein Spieler Michael Zepek sind vom Kontrollausschuss
des Deutschen Fußball-Bundes DFB zu
Stellungnahmen aufgefordert worden.
Es geht um das Abbrennen
von Feuerwerkskörpern im Fanblock. Und
es geht um einen Tritt, den Zepek einem Kameramann
versetzt haben soll. Es sind die unübersichtlichen
Szenen nach dem Abpfiff, um die es geht. Als
die KSV-Spieler vor dem Block ihrer Fans jubeln.
Als Darmstädter Ultras auf den Rasen
laufen und von der Polizei zurückgedrängt
werden. Inmitten dieses Getümmels geriet
Zepek, mit einem Kameramann aneinander. Am
Dienstag berichtet die Zeitung Darmstädter
Echo über den Vorfall, der zugleich zu
einem Lehrstück über die Möglichkeiten
im Internet-Zeitalter wird.
In dem Bericht wird geschildert,
dass zunächst ein Kasseler Spieler oder
Betreuer mit dem Kameramann diskutiere, und
dass kurz darauf Zepek hinzustürme und
zutreten würde. Die Videokamera wird
dabei beschädigt. Als Beweis dient ein
Video aus dem Internet-Video-Portal "YouTube".
Ironie der Geschichte: Dieses Video, vermutlich
mit dem Handy aufgenommen, wurde ausgerechnet
von einem Kasseler Fan hochgeladen.
In der Tat ist Zepeks Tritt
gegen den Kameramann, der direkt hinter einem
Polizisten steht, deutlich zu sehen. Genauso
wie die fliegende Kamera. Der Abwehrspieler
wollte sich am Mittwoch nicht zu dem Vorfall
äußern solange die Anhörung
durch den DFB noch keine Entscheidung gebracht
hat. Er sagt aber: "Es gibt eine Vorgeschichte.
Und die kann ich mit Fotos belegen. Die haben
2:3 verloren. Da war viel Frust mit im Spiel."
Der Kameramann ist für das Lilien-TV
der 98er tätig.
Als Reaktion auf die Vorwürfe
aus Darmstadt hat ein Kasseler Fan ein weiteres
Video auf "YouTube" eingestellt.
In dem Artikel über Zepek wird auch behauptet,
Kassels Spieler hätten auf dem Weg zu
den Fans eine Werbebande umgetreten. Das zweite
Video zeigt deutlich, dass genau das Gegenteil
der Fall ist. Zu sehen ist, dass zwei Kasseler,
vermutlich Sebastian Gundelach und Sebastian
Busch, die angeblich umgetretene Bande höchst
behutsam hinlegen, damit eine Lücke für
die Spieler entsteht.
Kicks gegen Banden soll es,
das bestätigen KSV-Akteure, zwar gegeben
haben. Dies aber keineswegs so, dass Banden
Schaden davon getragen haben könnten
oder sie gar umgestürzt seien. Auf dem
gleichen Video ist auch der Kameramann zu
sehen, wie er Zepek von einer Bande wegzuziehen
versucht. Außerdem ist aus KSV-Kreisen
zu hören, der Mann sei gegen einen anderen
Spieler handgreiflich geworden.
Egal wie: Zepeks Tritt ist
dokumentiert. Deshalb ermittelt nun der DFB,
wie dessen Mitarbeiter Bastian Haslinger bestätigt.
Grundlage ist allerdings nicht der Bericht
des Schiedsrichters, sondern eine Anzeige,
die nicht vom Betroffenen eingereicht wurde.
Je nach Beweislage droht Zepek eine Sperre.
Zudem dürfte auf die
Löwen eine Geldstrafe zukommen, weil
im KSV-Fanblock während der Partie zweimal
bengalische Feuer abgebrannt wurden. KSV-Vorstand
Albrecht Striegel: "Wir sind dazu um
eine Stellungnahme gebeten worden." Er
rechne mit einer Geldstrafe. Striegel findet
allerdings: "Alle Fans sind doch kontrolliert
worden. Ich weiß nicht, warum wir als
Verein da noch verantwortlich sein sollen."
Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion,
16.12.2009) |