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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Tritt nach dem Spiel: Zepek droht Ärger

Kassel. Der 3:2-Sieg im Hessenderby der Fußball-Regionalliga bei Darmstadt 98 hat für den KSV Hessen Kassel ein Nachspiel. Der Verein und auch sein Spieler Michael Zepek sind vom Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes DFB zu Stellungnahmen aufgefordert worden.

Es geht um das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im Fanblock. Und es geht um einen Tritt, den Zepek einem Kameramann versetzt haben soll. Es sind die unübersichtlichen Szenen nach dem Abpfiff, um die es geht. Als die KSV-Spieler vor dem Block ihrer Fans jubeln. Als Darmstädter Ultras auf den Rasen laufen und von der Polizei zurückgedrängt werden. Inmitten dieses Getümmels geriet Zepek, mit einem Kameramann aneinander. Am Dienstag berichtet die Zeitung Darmstädter Echo über den Vorfall, der zugleich zu einem Lehrstück über die Möglichkeiten im Internet-Zeitalter wird.

In dem Bericht wird geschildert, dass zunächst ein Kasseler Spieler oder Betreuer mit dem Kameramann diskutiere, und dass kurz darauf Zepek hinzustürme und zutreten würde. Die Videokamera wird dabei beschädigt. Als Beweis dient ein Video aus dem Internet-Video-Portal "YouTube". Ironie der Geschichte: Dieses Video, vermutlich mit dem Handy aufgenommen, wurde ausgerechnet von einem Kasseler Fan hochgeladen.

In der Tat ist Zepeks Tritt gegen den Kameramann, der direkt hinter einem Polizisten steht, deutlich zu sehen. Genauso wie die fliegende Kamera. Der Abwehrspieler wollte sich am Mittwoch nicht zu dem Vorfall äußern solange die Anhörung durch den DFB noch keine Entscheidung gebracht hat. Er sagt aber: "Es gibt eine Vorgeschichte. Und die kann ich mit Fotos belegen. Die haben 2:3 verloren. Da war viel Frust mit im Spiel." Der Kameramann ist für das Lilien-TV der 98er tätig.

Als Reaktion auf die Vorwürfe aus Darmstadt hat ein Kasseler Fan ein weiteres Video auf "YouTube" eingestellt. In dem Artikel über Zepek wird auch behauptet, Kassels Spieler hätten auf dem Weg zu den Fans eine Werbebande umgetreten. Das zweite Video zeigt deutlich, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Zu sehen ist, dass zwei Kasseler, vermutlich Sebastian Gundelach und Sebastian Busch, die angeblich umgetretene Bande höchst behutsam hinlegen, damit eine Lücke für die Spieler entsteht.

Kicks gegen Banden soll es, das bestätigen KSV-Akteure, zwar gegeben haben. Dies aber keineswegs so, dass Banden Schaden davon getragen haben könnten oder sie gar umgestürzt seien. Auf dem gleichen Video ist auch der Kameramann zu sehen, wie er Zepek von einer Bande wegzuziehen versucht. Außerdem ist aus KSV-Kreisen zu hören, der Mann sei gegen einen anderen Spieler handgreiflich geworden.

Egal wie: Zepeks Tritt ist dokumentiert. Deshalb ermittelt nun der DFB, wie dessen Mitarbeiter Bastian Haslinger bestätigt. Grundlage ist allerdings nicht der Bericht des Schiedsrichters, sondern eine Anzeige, die nicht vom Betroffenen eingereicht wurde. Je nach Beweislage droht Zepek eine Sperre.

Zudem dürfte auf die Löwen eine Geldstrafe zukommen, weil im KSV-Fanblock während der Partie zweimal bengalische Feuer abgebrannt wurden. KSV-Vorstand Albrecht Striegel: "Wir sind dazu um eine Stellungnahme gebeten worden." Er rechne mit einer Geldstrafe. Striegel findet allerdings: "Alle Fans sind doch kontrolliert worden. Ich weiß nicht, warum wir als Verein da noch verantwortlich sein sollen."

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 16.12.2009)