|
Christoph
Keim - der Mann für alle Fälle
Kassel/Darmstadt.
Wer sich Christoph Keims Spiel-Statistik der
laufenden Saison anschaut, der muss erst einmal
den Überblick bekommen. Es fällt
auf, dass es drunter und drüber geht:
Mal wird Christoph Keim ausgewechselt, mal
eingewechselt, mal spielt er gar nicht, mal
über 90 Minuten, mal Innenverteidiger,
mal Außenverteidiger, mal Sechser, mal
Stürmer für die letzten Minuten.
Es grenzt an ein Wunder,
dass Christoph Keim bei so viel Verwirrung
immer noch einen sehr aufgeräumten Eindruck
macht und sogar noch weiß, wo das gegnerische
Tor steht.
Gegen Darmstadt am Samstag
hatte er sich sogar so schnell einen Überblick
verschafft, dass er zehn Sekunden nach seiner
Einwechslung den entscheidenden Treffer zum
3:2 erzielte. Es war im 13. Einsatz sein erstes
Saisontor - und so ein bisschen Entschädigung
für all den Frust, der sich zuletzt angestaut
hat.
Keim ist nämlich so
etwas wie das Opfer seiner Vielseitigkeit.
Trainer Mirko Dickhaut kann ihn bringen, wann
immer er will, und hinstellen, wo er ihn gerade
braucht. Das heißt im Umkehrschluss
aber auch: Keim hat keinen festen Platz. Als
Innenverteidiger sind Michael Zepek und Marcel
Stadel gesetzt, als Außenverteidiger
Sebastian Gundelach und wahlweise Stefan Markolf
oder Florian Heussner, auf der Doppelsechs
Enrico Gaede und Markus Unger, und im Sturm
Thorsten Bauer oder Thomas Brechler. Für
alle ist Keim eine gute Alternative, aber
eben nur eine Alternative.
Er selbst sagt, dass er schon
frustriert sei, wenn er nicht spielt. Aber:
"Ich gebe immer Gas. Und wenn ich reinkomme,
gebe ich alles für die Mannschaft."
Sein Tor gegen Darmstadt gibt ihm Auftrieb
- und ganz nebenbei weiß er auch, wie
es läuft im Fußballgeschäft:
"Das geht ganz schnell. Plötzlich
ist einer verletzt, und ich spiele wieder."
Entweder als Innenverteidiger, als Außenverteidiger,
als Sechser oder zur Not auch als Stürmer.
Nur als Torwart steht er nicht zur Verfügung.
Der KSV Hessen Kassel bestreitet
am kommenden Samstag sein letztes Spiel in
diesem Jahr. Er empfängt am 19. Spieltag
der Fußball-Regionalliga im Kasseler
Auestadion die zweite Mannschaft des TSV 1860
München. Anpfiff ist um 14 Uhr. Im Hinspiel
in München hatten die Löwen im August
ein 3:3 nach 1:3-Rückstand erreicht.
Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion,
15.12.2009) |