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Die
Darmstädter winken zurück
Noch sind
es zehn Tage bis zum Duell der beiden traditionsreichen
hessischen Teams in der Fußball-Regionalliga
Süd. Doch schon jetzt ist das Rückspiel
zwischen Darmstadt 98 und dem KSV Hessen Kassel
am 12. Dezember am Böllenfalltor in aller
Munde. Die Südhessen machen mobil und
sticheln in einer großen Plakataktion
gegen den Kontrahenten aus Nordhessen.
Die 400 Poster, die in Darmstädter
Kneipen und Geschäften hängen, kommen
daher wie Überraschungseier: Sie liefern
nämlich gleich drei Anspielungen auf
einmal. Zu sehen sind die Darmstädter
Stürmer Elia Soriano und Ermin Melunovic,
die mit weißen Tüchern wedeln.
Mit den besten Grüßen an Löwen-Stürmer
Thorsten Bauer. Der hatte beim 2:2 im Hinspiel
nach seinem Tor zum 1:0 vor den gegnerischen
Fans mit einem weißen Taschentuch gewinkt.
Eine Geste, die für Wirbel sorgte: Die
Anhänger der Gäste im Auestadion
fühlten sich provoziert.
Grüße von den
Torschützen
Jetzt winkt Darmstadt zurück
- und nicht nur das. Überschrieben ist
das Plakat mit den Worten: "Wer zuletzt
lacht ...". Und die Südhessen lassen
keinen Zweifel daran, wer im Hinspiel nach
0:2-Rückstand zuletzt gelacht hat: Darmstadt
- nach Toren von eben den nun taschentuch-wedelnden
Elia Soriano und Ermin Melunovic.
Garniert ist das Poster mit
einem Banner und Anspielung Nummer drei: Die
"Zuschaueraktion: 6000 + X" ist
als weiterer Wink zu verstehen. Die Darmstädter
wollen am Samstag in einer Woche mehr Zuschauer
in ihrem Stadion begrüßen als die
Kasseler im Aue-stadion an jenem Samstag im
August. Darmstadts Geschäftsführer
Wolfgang Knöß nennt das ein "hohes
Ziel". Er verweist aber darauf, dass
es seinem Verein mit einer ähnlichen
Aktion im März gelungen ist, 11 000 Menschen
zu mobilisieren: Sie alle schauten sich damals
das Spiel gegen Ulm an.
Jetzt setzen die Lilien auf
die Wirkung des Winkens - und versichern:
"Die Plakataktion ist nicht bösartig
gemeint", wie Wolfgang Knöß
sagt. KSV-Präsident Jens Rose war im
Vorfeld sogar informiert worden.
Der sieht das Ganze locker
und stichelt zurück: "Vielleicht
bringen unsere Fans ja noch rote Tücher
mit, dann wäre das ganze Stadion rot-weiß."
Und damit geschmückt mit den Farben des
KSV. Rose findet die Darmstädter Werbung
für das Duell der hessischen Teams lustig
und sagt: "Weiße Tücher sind
ja ein Zeichen der Aufgabe. Demnach haben
sich die beiden auf dem Plakat schon aufgegeben."
Bauer findet es witzig
Auch Thorsten Bauer bezeichnet
die Aktion als witzig: "Sie zeigt, dass
man solch ein Derby auch mit Humor angehen
kann." Das Problem ist: Er kann darauf
zumindest auf dem Platz am 12. Dezember nicht
antworten: Nach seinen Brüchen im Gesicht
und der daher notwendigen Operation befindet
sich der 32-Jährige zwar auf dem Weg
der Besserung, ein Einsatz gegen Darmstadt
käme aber wohl noch zu früh und
gilt als nahezu ausgeschlossen - ganz zu Bauers
Leidwesen: "Wenn ich bei diesem Spiel
nicht gern dabei wäre, müsste ich
mit Fußball aufhören. Seit vier
Monaten habe ich mich darauf gefreut."
Zumal er weiß, dass er auf dem Spielfeld
am sichersten wäre. "Auf der Haupttribüne
brauche ich mich wohl nicht blicken zu lassen."
Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion,
01.12.2009) |