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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Erlösung zur Adventszeit?

In diesen Tagen sollte man sich ja gut überlegen, sein Geld im Fußball zu verwetten. Dabei gäbe es im Falle des Regionalligisten KSV Hessen Kassel einen ziemlich sicheren Tipp. Wer bei den Löwen derzeit auf ein Unentschieden setzt, der hat wohl gute Karten.

Vier der letzten fünf Spiele endeten mit einer Punkteteilung, insgesamt waren es acht von bisher 15 Saisonpartien. Es soll schon KSV-Fans geben, die derzeit täglich Stoßgebete zum Himmel schicken. "Alles, aber bitte kein Unentschieden mehr." Vor der Partie bei der Reserve des SV Wehen Wiesbaden (Samstag, 14 Uhr) würde Trainer Mirko Dickhaut solche Gebete ganz sicher unterstützen.

"Ich kann derzeit jede Woche das Gleiche sagen: Wir brauchen eine Erfolgserlebnis. Irgendwas, das den Knoten platzen lässt. Und es interessiert mich nicht, ob es am Ende ein schönes Spiel war. Hauptsache ein Sieg."

Und Hauptsache kein Unentschieden. Unentschieden bedeuten Mittelmaß - genau das, was der KSV derzeit präsentiert: Biederes Mittelmaß. Platz sieben, ganze fünf Siege, 23 Tore. Es ist einfach nicht die Saison der Löwen. Und nun fehlt auch noch der Torjäger. Weil Thorsten Bauer verletzt ist, spielt Thomas Brechler von Beginn an. Somit schrumpfen Dickhauts Offensiv-Alternativen auf der Bank. Daniel Spieth und Philipp Bruns, beide noch ohne Regionalliga-Erfahrung, aber zumindest offensiv orientiert, sind ebenfalls angeschlagen. So sitzt mit Mario Kilian zum zweiten Mal der Torjäger der Reserve auf der Bank.

Zumindest kehrt dafür der Regisseur zurück. Kevin Wölk war zuletzt beim 0:0 gegen die Stuttgarter Kickers gesperrt. Seine Ideen fehlten deutlich. Allerdings suchte auch Wölk zuletzt nach seiner Form in einer Mannschaft, die einfach nicht zur Leichtigkeit des Vorjahres zurückfindet.

Auch drei verschossene Elfmeter zeigen das deutlich. Nachdem am letzten Samstag Harez Habib scheiterte, hat Dickhaut nun den Schützen vorsorglich festgelegt: Kapitän Enrico Gaede wird das jetzt machen müssen.

Wehen Wiesbaden übrigens ist Tabellenvorletzter. Hat dreimal gewonnen. Und, was vielleicht noch wichtiger ist, nur zweimal Unentschieden gespielt. Das wird vielleicht diejenigen ein wenig verunsichern, die mit einem Wetteinsatz liebäugeln. Dickhaut denkt derweil an die beginnende Adventszeit, die seinem Team Erlösung bringen soll, denn: "Wir warten nicht auf das Christkind, sondern auf den Befreiungsschlag."

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 26.11.2009)