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Erlösung
zur Adventszeit?
In diesen
Tagen sollte man sich ja gut überlegen,
sein Geld im Fußball zu verwetten. Dabei
gäbe es im Falle des Regionalligisten
KSV Hessen Kassel einen ziemlich sicheren
Tipp. Wer bei den Löwen derzeit auf ein
Unentschieden setzt, der hat wohl gute Karten.
Vier der letzten fünf
Spiele endeten mit einer Punkteteilung, insgesamt
waren es acht von bisher 15 Saisonpartien.
Es soll schon KSV-Fans geben, die derzeit
täglich Stoßgebete zum Himmel schicken.
"Alles, aber bitte kein Unentschieden
mehr." Vor der Partie bei der Reserve
des SV Wehen Wiesbaden (Samstag, 14 Uhr) würde
Trainer Mirko Dickhaut solche Gebete ganz
sicher unterstützen.
"Ich kann derzeit jede
Woche das Gleiche sagen: Wir brauchen eine
Erfolgserlebnis. Irgendwas, das den Knoten
platzen lässt. Und es interessiert mich
nicht, ob es am Ende ein schönes Spiel
war. Hauptsache ein Sieg."
Und Hauptsache kein Unentschieden.
Unentschieden bedeuten Mittelmaß - genau
das, was der KSV derzeit präsentiert:
Biederes Mittelmaß. Platz sieben, ganze
fünf Siege, 23 Tore. Es ist einfach nicht
die Saison der Löwen. Und nun fehlt auch
noch der Torjäger. Weil Thorsten Bauer
verletzt ist, spielt Thomas Brechler von Beginn
an. Somit schrumpfen Dickhauts Offensiv-Alternativen
auf der Bank. Daniel Spieth und Philipp Bruns,
beide noch ohne Regionalliga-Erfahrung, aber
zumindest offensiv orientiert, sind ebenfalls
angeschlagen. So sitzt mit Mario Kilian zum
zweiten Mal der Torjäger der Reserve
auf der Bank.
Zumindest kehrt dafür
der Regisseur zurück. Kevin Wölk
war zuletzt beim 0:0 gegen die Stuttgarter
Kickers gesperrt. Seine Ideen fehlten deutlich.
Allerdings suchte auch Wölk zuletzt nach
seiner Form in einer Mannschaft, die einfach
nicht zur Leichtigkeit des Vorjahres zurückfindet.
Auch drei verschossene Elfmeter
zeigen das deutlich. Nachdem am letzten Samstag
Harez Habib scheiterte, hat Dickhaut nun den
Schützen vorsorglich festgelegt: Kapitän
Enrico Gaede wird das jetzt machen müssen.
Wehen Wiesbaden übrigens
ist Tabellenvorletzter. Hat dreimal gewonnen.
Und, was vielleicht noch wichtiger ist, nur
zweimal Unentschieden gespielt. Das wird vielleicht
diejenigen ein wenig verunsichern, die mit
einem Wetteinsatz liebäugeln. Dickhaut
denkt derweil an die beginnende Adventszeit,
die seinem Team Erlösung bringen soll,
denn: "Wir warten nicht auf das Christkind,
sondern auf den Befreiungsschlag."
Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion,
26.11.2009) |