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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Tolle Szenen nur bei Sonne

Bis zum dritten und letzten Spiel dieses Blitzturnieres lag die Vermutung nahe, dass es Tore und tolle Szenen nur dann zu bewundern gibt, wenn die Sonne mal reinschaut ins Auestadion.

Das Problem war nur, dass sie das bis dahin zur zweimal tat: Das erste Mal erzielte Timo Schultz vom Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli das 1:0 gegen den KSV Baunatal - und das gleich in der ersten Minute dieser Begegnung. Das zweite Mal vergab der Baunataler Maik Ciba die große Chance zum Ausgleich.

Ansonsten: wenig Sonne, wenige Lichtblicke bei diesem Blitzturnier, das auf Initiative des KSV Baunatal hin der Hessenligist gemeinsam mit dem Regionalligisten KSV Hessen Kassel austrug. Als Gast gesellte sich der FC St. Pauli dazu. Dessen Trainer Holger Stanislawski machte gleich nach der Ankunft mit dem Bus, den ein Totenkopf ziert, das, was alle machten: Er schaute gen Himmel und bezeichnete die allgemeine Lage ganz hamburgerisch als "Schietwetter". Das mag auch ein Grund gewesen sein, warum nur 350 Zuschauer ins Auestadion kamen.

Hauptsache: Keine Verletzten

Was sie sahen, war das, was Teams eben bei solchen Blitzturnieren ohne großen Wettkampfcharakter so zeigen: ein paar schöne Kombinationen - viel mehr aber auch nicht. So fiel die Wertung des Ganzen bei den Teams auch nicht gänzlich sportlich aus: St. Paulis Mittelfeldspieler Charles Takyi fand es wichtig, "dass wir an diesem eigentlich spielfreien Wochenende in Bewegung geblieben sind". Mirko Dickhaut, Trainer des KSV Hessen Kassel, war froh, "dass sich keiner verletzt hat". Nur Baunatals Trainer Carsten Lakies hatte ordentlich Spaß und freute sich, dass seine Mannschaft mithalten konnte gegen die höher gruppierten Teams. "Das Schöne ist, dass wir versucht haben, fußballerisch dagegenzuhalten."

Das gelang. Im ersten Spiel erarbeitete sich der KSV aus Baunatal sogar eine leichte Überlegenheit gegenüber dem KSV aus Kassel. Ein Tor sprang dabei nicht heraus. 0:0 in diesem Spiel, das einmal 45 Minuten dauerte. Und gegen St. Pauli blieb es auch bei diesem einen Gegentor aus der ersten Minute, das Torwart Sven Kallenbach nicht nervös machte. Nach der 0:1-Niederlage sagte er: "Es war ein gutes Gefühl, gegen St. Pauli zu spielen. Das hat man nicht alle Tage."

Gundelachs tolles Tor

Das gilt auch für den KSV Hessen, der für die Szene des Tages immerhin keine Sonne benötigte: Sebastian Gundelach köpfte im abschließenden Spiel gegen St. Pauli nach einer Ecke den Ball in den Winkel des gegnerischen Tores. Wie er diesen Treffer gemacht hat, wurde er später gefragt. "Mit dem Kopf", antwortete er. Als ob es das Einfachste von der Welt wäre. Nach einem Sprungkrafttest unter der Woche hatte ihm Mirko Dickhaut gesagt, bei Standardsituationen öfter mit nach vorne zu gehen. Das hatte Erfolg.

Fast hätte der KSV Hessen dieses Blitzturnier gewonnen. Er hatte gegen St. Pauli sogar noch weitere Chancen. Aber am Ende setzte sich doch der Zweitligist durch. Kurz vor Schluss traf Max Kruse zum 1:1. Das reichte für den Gesamtsieg. Doch was zählt, sind die Ligaspiele nächste Woche.

Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 11.10.2009)