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Regionalliga Süd, Saison 2009/10
Presse

Der KSV rotiert jetzt gern

Von Christoph Keim ist bekannt, dass er viele Positionen auf dem Fußballplatz sehr gewissenhaft ausfüllen kann: Er ist manchmal Innenverteidiger, manchmal Außenverteidiger, zuletzt war er in zweiter Linie defensiver Mittelfeldspieler - wobei jetzt natürlich die Frage aufkommt, was er in erster Linie war. In erster Linie war Keim Wechselspieler.

Wie kaum ein anderer beim KSV Hessen Kassel verkörpert der 28-Jährige die neue Idee des Fußball-Regionalligisten: die Idee der Rotation. Trainer Mirko Dickhaut baut Spiel für Spiel eine neue Elf zusammen - angepasst an System und Taktik des jeweiligen Gegners und an die Form der eigenen Spieler.

So kommt es, dass Christoph Keim in den bisherigen sechs Saisonspielen zweimal von Beginn an dabei war, zweimal eingewechselt worden ist und zweimal über 90 Minuten auf der Ersatzbank saß. Er selbst findet die Situation zwar nicht toll, weil er - ganz Fußballer - immer spielen will, zeigt aber zugleich Verständnis für des Trainers neue Lust an der Rotation: "Wir sind froh, dass wir so einen großen Konkurrenzkampf haben und so ausgeglichen besetzt sind. In der vergangenen Saison hat uns gerade diese Breite im Kader für den ganz großen Coup gefehlt."

Es gibt nicht nur feste Plätze

In der Tat hat Dickhaut nun mehr Möglichkeiten - und er hat schon angedeutet, wie er mit diesen umgehen will: Auf der einen Seite baut er auf ein Gerüst und eine feste Hierarchie im Team, auf der anderen Seite ist es ihm wichtig, dass möglichst alle Spielpraxis bekommen. So gibt es Positionen, die neben der des Torhüters fest vergeben sind: Kapitän Enrico Gaede zum Beispiel hat seinen Stammplatz als defensiver Mittelfeldspieler ebenso sicher wie Stürmer Thorsten Bauer. Daneben aber gibt es Positionen, die immer wieder neu besetzt werden und für die sich eine ganze Reihe an Spielern Partie für Partie bewirbt.

Ganz oben auf dem Stellenmarkt stehen die Außenpositionen in der Vierer-Abwehrkette und der Platz neben Gaede im defensiven Mittelfeld. Hier wird Dickhauts neue Welt der Möglichkeiten ganz offensichtlich: Ist mit einem spielstarken Gegner zu rechnen, kann er mit Christoph Keim einen defensivstarken Spieler oder mit Sebastian Busch einen "Zerstörer" in die Mannschaft rotieren. Schätzt er den Kontrahenten eher als offensivschwach ein, kann er den kreativeren Harez Habib bringen - oder Markus Unger.

Unger macht Druck

Der Neuzugang belebt auch die Konkurrenz auf Positionen, die Dickhaut in der vergangenen Saison fest einer Person zugeordnet hat: Der als vielseitig gepriesene Unger könnte nämlich auch Spielmacher Kevin Wölk ersetzen - oder einen der Außen: René Ochs oder Dennis Tornieporth. So entsteht zwangsläufig auch im Training ein härterer Druck auf jeden.

Mirko Dickhaut kann das nur Recht sein, er muss nur darauf achten, dass sich keiner ausgegrenzt fühlt und jeder sicher ist, "Mitglied der Mannschaft zu sein". In diesem Sinne nimmt Dickhaut auch seine Wechsel vor: Als am Sonntag beim 5:2 gegen Pfullendorf Lust-Fußball angesagt war, brachte er nach der Pause nicht etwa noch einen weiteren Offensivspieler wie Thomas Brechler, sondern Innenverteidiger Mentor Latifi, um ihm zu zeigen, dass er dazugehört und um Frust bei ihm zu verhindern. Dass es zu Verstimmungen kommt, glaubt Dickhaut nicht: "Der Charakter der Truppe ist so gut, dass jeder dem anderen einen Einsatz gönnt." Keim bestätigt das: "Wir sind uns einig, dass wir nur so unser Ziel erreichen." Und das heißt Aufstieg in Liga drei.

Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 09.09.2009)

Nur Lamczyk und Ochs immer auf dem Platz

In den bisherigen sechs Saisonspielen hat Trainer Mirko Dickhaut 19 Spieler eingesetzt. Sechs davon spielten in allen sechs Partien von Anfang an: Torwart Dennis Lamczyk, Innenverteidiger Marcel Stadel, die Mittelfeldspieler Dennis Tornieporth, René Ochs und Enrico Gaede sowie Stürmer Thorsten Bauer. Nur Lamczyk und Ochs verpassten bisher keine einzige Saisonminute auf dem Platz. Ansonsten wechselt Trainer Mirko Dickhaut fleißig durch: 15 Spieler kommen bisher auf drei oder mehr Einsätze. Nur Philipp Bruns, Thomas Brechler und Mario Kilian sowie Neuzugang Markus Unger blieben bisher unter dieser Marke.

Von Florian Hagemann (HNA-Sportredaktion, 09.09.2009)