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Regionalliga Süd, Saison 2008/09
Presse

Die Löwen sind guter Dinge

Soviel Harmonie war selten. Dabei hätte durchaus Verwirrung herrschen können bei der Mitgliederversammlung des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Grund: Ein Formfehler bei der Einladung zur Vorjahres-Versammlung, der alle damaligen Beschlüsse und Wahlen nicht wirksam machte.

Es gab also Erklärungsbedarf für die 108 Mitglieder, die in den Bürgersaal des Rathauses kamen. Mehr aber auch nicht. Fortan wurde durchgewinkt, was durchzuwinken war. Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrat, Neuwahlen von Aufsichts- und Ältestenrat, geringfügige Änderung in der Satzung - alles kein Problem.

Spendenkonto

Einmal allerdings scheiterte der Vorstand dann doch mit einem Antrag. Und das einstimmig! Allerdings: das Scheitern war gewollt. Die im Vorjahr beschlossene Auflösung des Spendenkontos "Vereinsheim" stand schließlich unter einem neuen Stern. Kurz zuvor hatte Vorstands-Chef Jens Rose unter dem Beifall der Mitglieder den Bau eines Kunstrasenplatzes sowie den Plan, ein neues Klubhaus zu bauen, verkündet. "Der Verein bracht ein neues Zuhause", rief Rose den KSVern zu. Mithilfe ist dafür gefragt, und natürlich Geld. Der Antrag, das Spendenkonto zu schließen, musste dementsprechend abgelehnt werden.

Rose verkündete auch, dass beim DFB die Unterlagen für die kommende Saison sowohl in der Regionalliga als auch in der dritten Liga eingereicht worden. Er stellte klar: "Natürlich möchten wir gerne aufsteigen. Aber wir werden stabil weiter machen, wenn es nicht klappen sollte." Das für die Finanzen zuständige Vorstandsmitglied Klaus Schüttler erläuterte später gegenüber unserer Zeitung die Zahlen. Danach planen die Löwen mit einem ausgeglichenen Haushalt von knapp zwei Millionen Euro für die Viertklassigkeit.

Vorsichtig kalkuliert

In der dritten Liga würde der Etat ordentlich steigen - auf rund 3,4 Millionen. "Wir haben dabei aber vorsichtig kalkuliert", sagt Schüttler. So wurde bei den zu erwartenden Sponsoren-Einnahmen kaum draufgesattelt. Der Anstieg der Fernsehgelder auf 850 000 Euro und deutlich höhere Einnahmen aus dem Spielbetrieb sollen für den Etatsprung sorgen. Die Kasseler kalkulieren mit einem Zuschauerschnitt von 6000 - in der Regionalliga wären es nur 2300. Die Vorarbeiten also sind erledigt, es fehlt der sportliche Schritt. "Aber da", so meinte Rose augenzwinkernd in Richtung der komplett anwesenden Mannschaft, "fehlt uns ja nur ein kleiner Schritt. Wir müssen nur noch einen Platz höher klettern."

Die KSV-Gremien:

Vorstand: Jens Rose (Vorsitzender), Carsten Bätzold, Klaus Schüttler, Albrecht Striegel.

Aufsichtsrat: Dr. Frank Walter, Dirk Lassen, Jochen Gabriel, Matthias Hartmann, Christian Kropf, Thomas Sigi

Ältestenrat: Werner Haßenpflug (Vorsitzender), Helmut Wimmer, Oliver Zehe.

Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 24.03.2009)