Die Löwen
sind guter Dinge
Soviel Harmonie war selten.
Dabei hätte durchaus Verwirrung herrschen
können bei der Mitgliederversammlung
des Fußball-Regionalligisten KSV
Hessen Kassel. Grund: Ein Formfehler bei
der Einladung zur Vorjahres-Versammlung,
der alle damaligen Beschlüsse und
Wahlen nicht wirksam machte.
Es gab also Erklärungsbedarf für
die 108 Mitglieder, die in den Bürgersaal
des Rathauses kamen. Mehr aber auch nicht.
Fortan wurde durchgewinkt, was durchzuwinken
war. Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrat,
Neuwahlen von Aufsichts- und Ältestenrat,
geringfügige Änderung in der
Satzung - alles kein Problem.
Spendenkonto
Einmal allerdings scheiterte der Vorstand
dann doch mit einem Antrag. Und das einstimmig!
Allerdings: das Scheitern war gewollt.
Die im Vorjahr beschlossene Auflösung
des Spendenkontos "Vereinsheim"
stand schließlich unter einem neuen
Stern. Kurz zuvor hatte Vorstands-Chef
Jens Rose unter dem Beifall der Mitglieder
den Bau eines Kunstrasenplatzes sowie
den Plan, ein neues Klubhaus zu bauen,
verkündet. "Der Verein bracht
ein neues Zuhause", rief Rose den
KSVern zu. Mithilfe ist dafür gefragt,
und natürlich Geld. Der Antrag, das
Spendenkonto zu schließen, musste
dementsprechend abgelehnt werden.
Rose verkündete auch, dass beim
DFB die Unterlagen für die kommende
Saison sowohl in der Regionalliga als
auch in der dritten Liga eingereicht worden.
Er stellte klar: "Natürlich
möchten wir gerne aufsteigen. Aber
wir werden stabil weiter machen, wenn
es nicht klappen sollte." Das für
die Finanzen zuständige Vorstandsmitglied
Klaus Schüttler erläuterte später
gegenüber unserer Zeitung die Zahlen.
Danach planen die Löwen mit einem
ausgeglichenen Haushalt von knapp zwei
Millionen Euro für die Viertklassigkeit.
Vorsichtig kalkuliert
In der dritten Liga würde der Etat
ordentlich steigen - auf rund 3,4 Millionen.
"Wir haben dabei aber vorsichtig
kalkuliert", sagt Schüttler.
So wurde bei den zu erwartenden Sponsoren-Einnahmen
kaum draufgesattelt. Der Anstieg der Fernsehgelder
auf 850 000 Euro und deutlich höhere
Einnahmen aus dem Spielbetrieb sollen
für den Etatsprung sorgen. Die Kasseler
kalkulieren mit einem Zuschauerschnitt
von 6000 - in der Regionalliga wären
es nur 2300. Die Vorarbeiten also sind
erledigt, es fehlt der sportliche Schritt.
"Aber da", so meinte Rose augenzwinkernd
in Richtung der komplett anwesenden Mannschaft,
"fehlt uns ja nur ein kleiner Schritt.
Wir müssen nur noch einen Platz höher
klettern."
Die KSV-Gremien:
Vorstand: Jens Rose (Vorsitzender), Carsten
Bätzold, Klaus Schüttler, Albrecht
Striegel.
Aufsichtsrat: Dr. Frank Walter, Dirk
Lassen, Jochen Gabriel, Matthias Hartmann,
Christian Kropf, Thomas Sigi
Ältestenrat: Werner Haßenpflug
(Vorsitzender), Helmut Wimmer, Oliver
Zehe.
Von Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion,
24.03.2009)