Die Tribüne
wird fallen
Jetzt ist es amtlich:
Die Haupttribüne des Kasseler Auestadions
wird abgerissen. Das hat der Magistrat
entschieden, der Beschluss wurde gestern
Abend bekannt gegeben.
Ein aktuelles Baugutachten zum Zustand
der maroden Tribüne aus den 50er-Jahren
ließ den Verantwortlichen im Rathaus
keine andere Wahl. Eine Sanierung der
alten Haupttribüne wäre mit
Sicherheitsrisiken verbunden und im Vergleich
zu einem Neubau unwirtschaftlich. Kassels
Oberbürgermeister Bertram Hilgen
(SPD) und Stadtbaurat Norbert Witte (CDU)
sind sich deshalb einig: „Aus diesem
Grund ist der Abriss der Tribüne
und ihr anschließender Neubau unausweichlich."
Ursprünglich war geplant, die Haupttribüne
des Anfang der 1950er-Jahre erbauten Stadions
zu sanieren. Bei diesen Arbeiten, die
seit einigen Wochen laufen, wurden jedoch
immer mehr Schäden an der Bausubstanz
festgestellt. Die Stadt hatte deshalb
vor zwei Wochen einen Baustopp verhängt
und das Gutachten in Auftrag gegeben,
dessen Ergebnisse jetzt das Aus für
das Gebäude an der Westseite des
Stadions bedeuten.
Hans-Joachim Neukäter, Leiter des
städtischen Hochbauamtes, hatte vor
zwei Wochen gesagt, der beim Bau des Stadions
eingesetzte Beton sei weniger fest als
gedacht, außerdem seien bei den
Untersuchungen Verarbeitungsmängel
festgestellt worden.
Wann mit dem Abriss des denkmalgeschützten
Bauwerks begonnen wird, ist noch unklar.
Unklar ist auch, wie teuer Abriss und
Neubau der Haupttribüne sein werden
- Zahlen lagen gestern noch nicht vor.
Um handlungsfähig zu bleiben, müssten
jetzt kurzfristig die Neubaukosten geschätzt
und die haushaltsmäßigen Voraussetzungen
für einen Neubau geschaffen werden,
so der Oberbürgermeister. Das soll
bereits am kommenden Montag, 30. März,
in den Sitzungen von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung
geschehen. Denn die Zeit drängt:
Nicht nur der KSV Hessen trägt seine
Heimspiele im Stadion aus. Im Juli 2010
sollen dort die Deutschen Leichtathletikmeisterschaften
veranstaltet werden. Zwei Monate vorher
muss das Stadion fertig sein.
In der Jahreshauptversammlung des KSV
mit 108 Mitgliedern gestern Abend im Rathaus
wurde die Abrissentscheidung mit tosendem
Beifall aufgenommen. Der Verein setzt
jetzt auf einen raschen Neubau. Das Askina-Leichtathletikfest
wird wegen der Bauarbeiten in diesem Jahr
schon nach Baunatal verlegt.
Von Jörg Steinbach und Uli Hagemeier
(HNA-Sportredaktion, 24.03.2009)
Clubhaus, Hartplatz für
den KSV
Bei der ordentlichen Mitgliederversammlung
des KSV Hessen im Bürgersaal des
Kasseler Rathauses überbrachte Präsident
Jens Rose zwei frohe Botschaften. In der
Nähe des G-Platzes an der Damaschkestraße
entstehen ein Hartplatz und ein neues
Clubhaus. Während die Kosten für
den Fußballplatz von der Stadt Kassel
übernommen werden, finanziert der
KSV das Clubhaus selbst.
Zudem hatte es bei den Wahlen zum Aufsichtsrat
zwei Veränderungen gegeben. Die beiden
neuen Aufsichtsratsmitglieder heißen
Dirk Lassen und Dr. Frank Walter. Lassen
(Beck-Mineralöl GmbH) und Walter
(Walter-Fenster) wurden als Nachfolger
von Holger Brück und Holger Günther
gewählt.
Brück und Günther hatten aus
persönlichen Gründen auf eine
Wiederwahl verzichtet. Jochen Gabriel,
Matthias Hartmann, Christian Kropf und
Thomas Sigi gehören dem Aufsichtsrat
weiterhin an.
Die Wahl war nötig geworden, weil
der KSV im vergangenen Jahr seine ordentliche
Mitgliederversammlung nicht fristgerecht
in einer Anzeige bekannt gegeben hatte.
Dadurch war die damalige Wahl offiziell
nicht wirksam.
frz (HNA-Sportredaktion, 24.03.2009)