Ein
Unentschieden zu Ollis Abschied
Am Ende lag
Wehmut über dem Kasseler Auestadion.
Zum letzten Mal in dieser Saison lief die
Mannschaft zu den Fans, zum letzten Mal gab
es die Humba. Zum letzten Mal hütete
Olli Adler das Tor. Zum letzten Mal trugen
einige Spieler das Trikot mit dem Löwen.
Nächste Woche beginnen die Vertragsgespräche.
Ausser Thorsten Bauer und Thorsten Schönewolf
gibt es keinen, der bereits einen Kontrakt
für die kommende Spielzeit hat.
Doch zunächst die Fakten.
Nach dem 1:1-Unentschieden verbesserte sich
der KSV Hessen auf Platz 14. Die Löwen
beenden die Saison mit 51:57 Toren und 38
Punkten. Zum ersehnten zehnten Platz fehlten
am Ende 7 Punkte. Den Stuttgarter Kickers
reichten 45 Zähler zum doch-noch-Sprung
in die neue 3. Liga. Nach dem Spiel wurde
bei vielen Fans fleissig gerechnet. Fünf
Zähler mehr gegen Oggersheim, drei gegen
die jungen Karlsruher und, und, und.... Eine
müssige Diskussion. Letztlich bleibt
festzuhalten, dass 14 Unentschieden bei der
Drei-Punkte-Regelung am Ende doch wohl etwas
viel sind. Die Mannschaft lebte nicht von
der spieltechnischen Klasse sondern von Kraft
und Teamgeist. So lange beides vorhanden war
lebte die Hoffung von der dritten Liga.
Auch gegen Wacker Burghausen
hätte es einen Dreier geben können.
Gab es aber nicht. Dafür zum achten Mal
in dieser Saison ein 1:1. Sicherlich war der
Gegner, der schon fest in Liga 3 war, nicht
mehr gallig. "Es war schwer sich zu motivieren",
gab Trainer Peter Assion nach dem Spiel zu.
Dennoch sahen die 2.500 Zuschauer ein munteres
Spielchen. "In der ersten Halbzeit war
es offen und ausgeglichen", sagte später
KSV-Manager Marc Arnold. Dennoch führten
die Gäste mit 1:0. Sekunden nachdem Thorsten
Bauer die wohl größte Chance des
gesamten Spiels hatte, knipste Florian Galuschka
auf der Gegenseite das Tor für die Gäste.
Vier Minuten vor der Halbzeit schien sich
das Spiel munter in die Negativ-Bilanz der
letzten Wochen einzureihen. Denn schon zuvor
gab es ausreichend Möglichkeiten für
die Löwen. Obwohl Thorsten Bauer diesmal
einzige Spitze spielte, hatte der neue Torschützenkönig
der Regionalliga Süd einige gute Bälle
auf dem Schlappen. Doch Pech und ein fleissiger
Torwart Benjamin Gommert verhinderten die
Löwen-Führung. Auf der anderen Seite
vergab der spätere Torschütze Galuschka
schon nach 17 Minuten das 1:0 für Burghausen.
Es spricht für die Mannschaft,
dass sie in der 2. Halbzeit doch nochmal zurück
kam. "Nach den enttäuschenden letzten
Wochen hat sich das Team am Riemen gerissen",
freute sich Manager Marc Arnold. Sehenswerte
Angriffe, immer wieder vom fleissigen Möller
eingeleitet, brachten Burghausen ein ums andere
Mal in Gefahr. Das Tor machte dann ein Verteidiger.
Nach einem Eckball köpfte Tobias Willer
das verdiente 1:1 in der 58. Minute.
Zu diesem Zeitpunkt lief
ein Mann bereits seine Ehrenrunde, der in
den letzten drei Jahren den KSV Hessen massgeblich
mit geprägt hatte. Torwart-Ikone Oliver
Adler verliess in der 56. Minute für
immer seinen Kasten. Danach spielten sich
dann denkwürdige Szenen im Auestadion
ab. Alle zehn Feldspieler der Löwen eilten
zum in schwarz gekleideten Ex-Oberhausener
und umarmten ihn. Die Spieler von Wacker Burghausen
machten es nach. Umarmungen und Shake-Hands
vom Gegner. "Wenn ein so verdienter Sportsmann
aufhört, ist es selbstverständlich,
ihm alles gute zu wünschen", sagte
Burghausens Trainer Adrion bei der Pressekonferenz.
Und noch ein anderer Löwe
wurde geehrt. Thorsten Bauer wurde mit 19
Treffern Torschützenkönig der Regionalliga
Süd. Aus den Händen von Club-Chef
Jens Rose gab es dafür einen Rot-Weißen
Blumenstrauß.
Die Saison 2007/08 ist nun
Vergangenheit. Genauso wie die zwei Jahre
in der drittklassigen Regionalliga. Der Verein
erlebte tolle Siege und schmerzhafte Niederlagen.
Den Klassenerhalt drei Runden vor Schluss
in der letzten Saison. Die Gänsehaut
gegen Bayern München im vollen Auestadion
unter Flutlicht. Nun folgt eine neue Epoche
für den KSV Hessen. Die Weichen werden
in den nächsten Tagen gestellt. Und mit
den gestellten Weichen wird auch die Wehmut
vertrieben.
Oliver Zehe (31.05.2008) |