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<<< 28. Spieltag
Regionalliga Süd 2007/08, 29. Spieltag

KSV Hessen Kassel - FC Bayern München II

2:3 (1:1)

Freitag, 02.05.2008 - 20:15 Uhr
Auestadion Kassel

KSV Hessen Kassel
FC Bayern München II
Thomas Kraft
Stefano Celozzi
Georg Niedermeier
Thomas Linke
Timo Heinze
Stephan Fürstner
Mehmet Ekici (56. Vitus Nagorny)
Christian Saba
Matthias Schwarz (82. Michael Kokocinski)
Daniel Sikorski
Deniz Yilmaz (87. Tom Schütz)
Trainer: Hermann Gerland
Spielstatistik
Tore: 0:1 Schwarz (18.), 1:1 Bauer (26., Foulelfmeter), 1:2 Sikorski (50., Foulelfmeter), 1:3 Schwarz (67.), 2:3 Schönewolf (88.) - Gelbe Karte: keine - Kraft - Schiedsrichter: Matthias Anklam (Buchholz i.d. Nordheide) - Zuschauer: 17.200
Spielbericht

Ein Rückschlag am Festtag

Der Rahmen war bereitet für ein ganz großes Fest. Die Fanmassen kamen, das Licht ging an - doch ausgerechnet bei der Flutlichtpremiere im Auestadion erlebte Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel eine sportliche Pleite. Vor 17.200 Zuschauern verlor die Mannschaft von Matthias Hamann 2:3 (1:1) gegen Bayern München II.

Schlimmer noch als der verdorbene Festtag: Im Kampf um die Dritte Liga bedeutete die erste Niederlage nach fünf Spielen einen empfindlichen Rückschlag.

Schon das Unentschieden zur Pause war etwas glücklich für den KSV. Während erstmals La ola über fast komplett besetzte Ränge schwappte, liefen die Gastgeber auf dem Rasen ihren Gegenspielern allzu oft hinterher. Obwohl für den verletzt fehlenden Denis Berger mit Jan Fießer ein dritter defensiver Mittelfeldmann aufgeboten war, entwickelten die Bayern von Beginn an Druck. Vor allem der überragende Matthias Schwarz stellte die Löwen vor Probleme, wenn er vom linken Flügel in die Zentrale drängte. Eine dieser Situationen war es dann auch, die zum 0:1 führte. Schwarz zog von der linken Seite Richtung Strafraum, und weil niemand da war, der sich ihm störend in den Weg stellte, schoss er aus fast 25 Metern. Obwohl der Ball auf nassem Rasen aufsetzte, sah auch Torhüter Adler bei seinem vergeblichen Rettungsversuch nicht gut aus.

Nach 18 Minuten war das ein echter Schock, aber auch logische Folge einer ganzen Reihe von kleinen Fehlern im KSV-Spiel. Dem fehlten ohne Berger auch die Überraschungsmomente. Das umjubelte 1:1 aber, das ließ trotzdem nicht lange auf sich warten. Nach einem Pass von Jan Fießer stand Andreas Haas im Strafraum plötzlich völlig frei, versuchte, Thomas Kraft zu umspielen und wurde vom Bayern-Torhüter von den Beinen geholt. Und natürlich konnte es nur einen geben, der das erste Tor in der Kasseler Flutlichtära erzielt: Thorsten Bauer verwandelte den fälligen Elfmeter sicher und weiß jetzt, wie sich Torjubel aus 17 000 Kehlen anhört.

Weiteren Jubel gab es dann aber nur bei der Bekanntgabe der Zuschauerzahl. Denn während der KSV das Gästetor allein bei einem Kopfball von Bauer (45.) ernsthaft gefährdete, verhinderte Oliver Adler auf der anderen Seite einen Rückstand mit zwei fantastischen Paraden. In der 27. Minute boxte er einen weiteren Distanzschuss von Schwarz über die Latte. Und zwei Minuten später brachte Kassels Torwart-Oldie auch gegen den frei zum Schuss kommenden Sikorski die Finger noch an das Leder und lenkte es unter die Latte.

Doch die Gästeführung war nur aufgeschoben. Denn die zweite Halbzeit begann mit dem zweiten Schock. Fießer schlug am Ball vorbei, Gölbasi wusste sich nur mit einem Foul zu helfen - und so hatten auch die Bayern ihren Elfmeter. Daniel Sikorski ließ sich die Chance nicht entgehen, nach 50 Minuten liefen die Löwen wieder einem Rückstand hinterher. Sie taten das überaus einfallslos. Ein Schuss von Jan Fießer (57.), der knapp am Tor vorbeiging, war lange Zeit die einzige Chance. Und als Matthias Schwarz seinen nächsten großen Auftritt hatte, war die Partie entschieden. An der Strafraumgrenze angespielt, tanzte der beste Akteure auf dem Platz die KSV-Abwehr aus und drosch das Leder in die Maschen.

Was folgte, war lange ein planloses Anrennen - und trotzdem noch eine dramatische Schlussphase. Denn als Thorsten Schönewolf nach einer Schmidt-Ecke per Kopfball (87.) der Anschlusstreffer gelang, keimte kurz noch einmal Hoffnung auf. Doch obwohl auch Torhüter Adler nach vorn drang, wollte der Ausgleich nicht mehr fallen. Die Flutlichtpremiere blieb sportlich verpatzt.

Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 03.05.2008)