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Hessenpokal 2007/08, Achtelfinale

SV Bernbach - KSV Hessen Kassel

4:3 nach Elfmeterschießen (1:1)

Samstag, 23.02.2008 - 14:30 Uhr
Sportplatz an der Birkenhainer Straße

SV Bernbach
KSV Hessen Kassel
Christian Kühn
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Trainer: Marco Roth und Dennis Rieth
Spielstatistik
Tore: 0:1 Bayrak (46.), 1:1 Holzmann (72., Foulelfmeter) - Elfmeterschießen: 2:1 Holzmann, 2:2 Bauer, Westenberger schießt vorbei, 2:3 Willers, 3:3 Nais, Berger schießt drüber, 4:3 Wegmann, Keim scheitert an Torwart Kühn, Franz scheitert an Torwart Lamczyk, Lamczyk scheitert an Torwart Kühn - Gelb-Rote Karte: Gölbasi (62., Hand-/Foulspie) - Rote Karte: Zinke (71., Notbremse) - Schiedsrichter: Manfred Antoni (Wiesbaden) - Zuschauer: 400
Spielbericht

Pech und Unvermögen

Frust, nichts als Frust. Auch 24 Stunden nach dem Pokaldebakel beim Landesligisten SV Bernbach (3:4 nach Elfmeterschießen) waren die Löwen gestern vor allem eins: tief deprimiert. Wie, um alles in der Welt, ist es möglich, dass der hoch ambitionierte Regionalligist KSV Hessen Kassel von einem abstiegsbedrohten Fünftligisten aus dem Wettbewerb gekegelt wird? Und, zweite Frage, wie kann die Mannschaft in den verbleibenden sechs Tagen bis zum Start in die Restserie bei 1860 München II in Form gebracht werden?

Ursachenforschung. Thorsten Bauer meint, die Mannschaft habe nicht annähernd das abgerufen, was sie eigentlich könne. Warum dies so gewesen sei? „Uns hat es an der Einstellung gefehlt." Schließt sich der Torjäger da mit ein? Klar, er könne sich grundsätzlich nicht ausnehmen. Drei bis vier Chancen habe er vergeben. „Teils Pech, teils Unvermögen." Die größte übrigens fünf Minuten vor Schluss. Einen Kopfball aus fünf Metern setzte er übers Tor. Die Sonne habe ihn geblendet. Er wisse, was er falsch gemacht habe. Vorwürfe mache er im Übrigen niemanden. Bauer: „Ich fresse den Frust in mich rein."

Auch Trainer Matthias Hamann ist bedient, spricht von Kopfsache, Überheblichkeit und einer Verkettung von Fehlern. Dazu gehörten auch die Platzverweise, die seiner Ansicht nach beide in Ordnung waren. Konzentration und der Wille, unbedingt alles geben zu wollen, hätten gefehlt. Ein Beispiel: Der Platzverweis von Gölbasi. Weil der - so Hamann - auf lässige Art einen Ball ablaufen wollte, sei er erst in die Situation mit dem Foulspiel gekommen. Erst, als nur noch neun KSV-er auf dem Platz standen, habe man gut gespielt.

Mangelnde Konzentration

Wie geht's jetzt weiter? Hamann kündigte gestern an, heute vor der versammelten Truppe Klartext reden zu wollen. Vor allem gelte es, das Thema mangelnde Konzentration anzusprechen. Außerdem werde er seinen Spielern nochmal verdeutlichen, dass sie in jedem Pflichtspiel 100 Prozent zu geben hätten. Bauer spricht von einem Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit. „Wir haben jetzt noch einige Tage, um alle Fehler auszumerzen. Wir müssen jetzt konstruktiv miteinander reden." Aber reicht das alles aus? Der 30-Jährige gibt sich optimistisch: „Wir haben schon des Öfteren in Vorbereitungsphasen schlecht ausgesehen, um dann doch zu überraschen."

Den Löwen entgeht übrigens auch viel Geld: Nur vier Siege gegen allesamt unterklassige Gegner, und sie hätten die DFB-Hauptrunde erreicht gehabt. Dafür hätte der Klub ein Antrittsgeld in Höhe von 50 000 Euro erhalten, und außerdem - gesichert - zuhause einen Bundesligisten empfangen können. Von dem Geldsegen hätten auch die Spieler in Form von Geldprämien profitiert.

Uli Brehme (HNA-Sportredaktion, 25. Februar 2008)