Tore:
0:1 Bayrak (46.), 1:1 Holzmann (72., Foulelfmeter)
- Elfmeterschießen:
2:1 Holzmann, 2:2 Bauer, Westenberger schießt
vorbei, 2:3 Willers, 3:3 Nais, Berger schießt
drüber, 4:3 Wegmann, Keim scheitert an
Torwart Kühn, Franz scheitert an Torwart
Lamczyk, Lamczyk scheitert an Torwart Kühn
- Gelb-Rote Karte: Gölbasi
(62., Hand-/Foulspie) - Rote Karte:
Zinke (71., Notbremse) - Schiedsrichter:
Manfred Antoni (Wiesbaden) - Zuschauer:
400 |
Pech
und Unvermögen
Frust, nichts
als Frust. Auch 24 Stunden nach dem Pokaldebakel
beim Landesligisten SV Bernbach (3:4 nach
Elfmeterschießen) waren die Löwen
gestern vor allem eins: tief deprimiert. Wie,
um alles in der Welt, ist es möglich,
dass der hoch ambitionierte Regionalligist
KSV Hessen Kassel von einem abstiegsbedrohten
Fünftligisten aus dem Wettbewerb gekegelt
wird? Und, zweite Frage, wie kann die Mannschaft
in den verbleibenden sechs Tagen bis zum Start
in die Restserie bei 1860 München II
in Form gebracht werden?
Ursachenforschung. Thorsten
Bauer meint, die Mannschaft habe nicht annähernd
das abgerufen, was sie eigentlich könne.
Warum dies so gewesen sei? „Uns hat
es an der Einstellung gefehlt." Schließt
sich der Torjäger da mit ein? Klar, er
könne sich grundsätzlich nicht ausnehmen.
Drei bis vier Chancen habe er vergeben. „Teils
Pech, teils Unvermögen." Die größte
übrigens fünf Minuten vor Schluss.
Einen Kopfball aus fünf Metern setzte
er übers Tor. Die Sonne habe ihn geblendet.
Er wisse, was er falsch gemacht habe. Vorwürfe
mache er im Übrigen niemanden. Bauer:
„Ich fresse den Frust in mich rein."
Auch Trainer Matthias Hamann
ist bedient, spricht von Kopfsache, Überheblichkeit
und einer Verkettung von Fehlern. Dazu gehörten
auch die Platzverweise, die seiner Ansicht
nach beide in Ordnung waren. Konzentration
und der Wille, unbedingt alles geben zu wollen,
hätten gefehlt. Ein Beispiel: Der Platzverweis
von Gölbasi. Weil der - so Hamann - auf
lässige Art einen Ball ablaufen wollte,
sei er erst in die Situation mit dem Foulspiel
gekommen. Erst, als nur noch neun KSV-er auf
dem Platz standen, habe man gut gespielt.
Mangelnde Konzentration
Wie geht's jetzt weiter?
Hamann kündigte gestern an, heute vor
der versammelten Truppe Klartext reden zu
wollen. Vor allem gelte es, das Thema mangelnde
Konzentration anzusprechen. Außerdem
werde er seinen Spielern nochmal verdeutlichen,
dass sie in jedem Pflichtspiel 100 Prozent
zu geben hätten. Bauer spricht von einem
Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit. „Wir
haben jetzt noch einige Tage, um alle Fehler
auszumerzen. Wir müssen jetzt konstruktiv
miteinander reden." Aber reicht das alles
aus? Der 30-Jährige gibt sich optimistisch:
„Wir haben schon des Öfteren in
Vorbereitungsphasen schlecht ausgesehen, um
dann doch zu überraschen."
Den Löwen entgeht übrigens
auch viel Geld: Nur vier Siege gegen allesamt
unterklassige Gegner, und sie hätten
die DFB-Hauptrunde erreicht gehabt. Dafür
hätte der Klub ein Antrittsgeld in Höhe
von 50 000 Euro erhalten, und außerdem
- gesichert - zuhause einen Bundesligisten
empfangen können. Von dem Geldsegen hätten
auch die Spieler in Form von Geldprämien
profitiert.
Uli Brehme
(HNA-Sportredaktion, 25. Februar 2008) |