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Regionalliga Süd, Saison 2007/08
Presse

Mehmet Göker: Es reicht

Die Bombe ist gestern Abend beim Tagesordnungspunkt „Aussprache"geplatzt: Der designierte neue Vorsitzende Mehmet Göker trat während der Jahreshauptversammlung des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen ans Rednerpult, stellte sich kurz vor, und verkündete dann, er stehe für ein Amt beim KSV nicht mehr zur Verfügung. Zur Begründung erklärte er, dass er seit Wochen zunehmend übel beschimpft werde, und dass diese Tiraden nun auch seine Familie erreicht hätten.

Hakenkreuzschmierereien

So habe seine Mutter in dieser Woche zwei üble Briefe mit Hakenkreuzschmierereien erhalten. Göker: „Das reicht. Ich habe mich deswegen dazu entschieden, für kein Amt beim KSV mehr zur Verfügung zu stehen." Die amtierende KSV-Spitze hatte der Versicherungsunternehmer erst kurz vor Beginn der Sitzung von seinem Schritt unterrichtet.

Weiter Sponsor

Göker hatte vor gut einer Woche mitgeteilt, die Löwen im Fall seiner Ernennung künftig mit einer Million Euro zu unterstützen. Das Geld kann der KSV nunmehr abschreiben.

Göker sagte allerdings, dass er weiterhin Sponsor bleibe. Und zwar mit einer sechsstelligen Summe. Im zurückliegenden Jahr hatte er dem Verein 300 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Wie geht es jetzt weiter? Klar ist, dass der amtierende Chef Jens Rose im Amt bleibt. Eigentlich wollte der 43-jährige Unternehmer in den Aufsichtsrat wechseln. Davon nahm er gestern Abend kurzfristig Abstand. Gegenüber unserer Zeitung meinte Rose, er habe mit allem gerechnet, aber nicht mit dem, was dann tatsächlich passierte. Zugleich bestätigte er, dass Göker Sponsor bleibt. Dies sei vertraglich so geregelt. Ebenso sei klar, dass - wie bereits verabredet - Mirko Dickhaut Trainer der Regionalliga-Mannschaft bleibt. Göker hatte vor, ihn durch den zurzeit arbeitslosen ehemaligen Coach der Frankfurter Eintracht, Horst Ehrmanntraut, zu ersetzen.

Und was ist mit dem von Göker ins Gespräch gebrachten neuen Manager Rüdiger Lamm? Rose: „Das ist nicht vorstellbar."

Nach dem Knall präsentierte Versammlungsleiter Jochem Weikert den 180 Mitgliedern Plan B zur Wahl des Aufsichtsrates.

Ihm gehören künftig der 39-jährige Geschäftsführer der Firma Trillhof, Matthias Hartmann, sowie die bisherigen Vorstandsmitglieder Holger Günter (63) und Jochen Gabriel an.

Hinzu kommen Christian Kropf, der schon vorher Mitglied war, und Holger Brück (60), der eigentlich aufhören wollte. Bereits während des Wochenendes habe er es sich aus Gründen der Kontinuität aber anders überlegt, sagte er.

In den Vorstand soll außerdem der Kasseler Anwalt Albrecht Striegel (38) rücken. Er wird durch den Aufsichtsrat ernannt.

Uli Brehme (HNA-Sportredaktion, 17.06.2008)