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Regionalliga Süd, Saison 2007/08
Presse

KSV plant Turmbau für die Jugend

Der Aufstieg in die Dritte Liga und damit die Rückkehr in den Profifußball hängt für den KSV Hessen Kassel noch an einem seidenen Faden. Doch unabhängig von der sportlichen Entwicklung in den kommenden Wochen treibt der heimische Fußball-Regionalligist seine Zukunftsplanungen voran - und stellte am Mittwoch Pläne für ein Jugendleistungszentrum vor.

In unmittelbarer Nähe der Sportanlagen am Auestadion soll in den Giesewiesen der "Nordhessentower" entstehen. "Wir wollen eine Begegnungs- und Ausbildungsstätte für Jugendliche und haben im letzten Dreivierteljahr dieses Projekt entwickelt", sagt der KSV- Vorsitzende Jens Rose.

In Zusammenarbeit mit dem Stadtplaner und Architekten Remo Malnar aus Hohenstein (Taunus) entstanden Pläne für einen Gebäudekomplex, in dem in Zukunft 21 Internatsschüler und insgesamt 50 bis 60 Jugendliche aus der Region gezielt gefördert werden sollten. Wenn es nach Rose geht, nicht nur im Bereich des Fußballs.

"Unsere Wunschvorstellung ist, dass hier alle drei großen Sportarten der Region ein Zuhause finden", erklärt Rose. Oberbürgermeister Bertram Hilgen, den Eishockeyspielern der Kassel Huskies und den Handballern der MT Melsungen wurden die Pläne deshalb bereits vorgestellt. "Die Türen für unsere Nachbarn stehen offen", sagt Rose.

Der zweiteilige Gebäudekomplex sieht dann auch Örtlichkeiten für alle drei Klubs vor. Im Tower - dem Turm - ist Platz für drei Geschäftsstellen. Im Erdgeschoss soll es einen Fanartikel-Shop geben, in der vorragenden Etage darüber das Ausbildungszentrum, im obersten Stockwerk zudem Gastronomie.

Der flachgestreckte zweite Teil besteht aus 21 Apartments und Trainingsräumen. Die Kosten belaufen sich auf 7 bis 8 Millionen Euro. Und wie soll die Finanzierung funktionieren? Rose setzt auf Unterstützung der Stadt bei der Grundstückssuche sowie auf finanzielle Zuschüsse des Landes. Außerdem steht eine finanzielle Unterstützung in noch nicht feststehender Höhe durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Raum.

Der DFB nämlich wird auch seinen Drittligisten ein Nachwuchskonzept in die Lizenzierungsunterlagen schreiben. "Wir sind also gezwungen, etwas zu tun, und wollen deshalb frühzeitig aktiv werden", sagt Jens Rose. Und: "Der DFB kann aber nicht nur fordern, er muss auch fördern." Gespräche dazu laufen bereits.

Wichtiger Punkt in den KSV-Planungen ist zudem die Zusammenarbeit mit der Universität Kassel. Universitätsprofessor Dr. Rolf-Dieter Postlep hat bereits sein Interesse zur Zusammenarbeit, etwa im Bereich der Leistungsdiagnostik, signalisiert.

Wann es losgehen könnte mit der Umsetzung der großen Pläne? Gespräche zwischen Stadt und Verein laufen, bisher aber noch ohne konkretes Ergebnis. Unabhängig davon steht für Rose aber fest: "Bisher haben uns die Talente verlassen und sind mit 35 zurückgekehrt. Das muss sich ändern. Die Region hat genügend Potenzial."

Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 07.05.2008)