KSV plant Turmbau
für die Jugend
Der Aufstieg in die Dritte
Liga und damit die Rückkehr in den
Profifußball hängt für
den KSV Hessen Kassel noch an einem seidenen
Faden. Doch unabhängig von der sportlichen
Entwicklung in den kommenden Wochen treibt
der heimische Fußball-Regionalligist
seine Zukunftsplanungen voran - und stellte
am Mittwoch Pläne für ein Jugendleistungszentrum
vor.
In unmittelbarer Nähe
der Sportanlagen am Auestadion soll in
den Giesewiesen der "Nordhessentower"
entstehen. "Wir wollen eine Begegnungs-
und Ausbildungsstätte für Jugendliche
und haben im letzten Dreivierteljahr dieses
Projekt entwickelt", sagt der KSV-
Vorsitzende Jens Rose.
In Zusammenarbeit mit dem Stadtplaner
und Architekten Remo Malnar aus Hohenstein
(Taunus) entstanden Pläne für
einen Gebäudekomplex, in dem in Zukunft
21 Internatsschüler und insgesamt
50 bis 60 Jugendliche aus der Region gezielt
gefördert werden sollten. Wenn es
nach Rose geht, nicht nur im Bereich des
Fußballs.
"Unsere Wunschvorstellung ist, dass
hier alle drei großen Sportarten
der Region ein Zuhause finden", erklärt
Rose. Oberbürgermeister Bertram Hilgen,
den Eishockeyspielern der Kassel Huskies
und den Handballern der MT Melsungen wurden
die Pläne deshalb bereits vorgestellt.
"Die Türen für unsere Nachbarn
stehen offen", sagt Rose.
Der zweiteilige Gebäudekomplex sieht
dann auch Örtlichkeiten für
alle drei Klubs vor. Im Tower - dem Turm
- ist Platz für drei Geschäftsstellen.
Im Erdgeschoss soll es einen Fanartikel-Shop
geben, in der vorragenden Etage darüber
das Ausbildungszentrum, im obersten Stockwerk
zudem Gastronomie.
Der flachgestreckte zweite Teil besteht
aus 21 Apartments und Trainingsräumen.
Die Kosten belaufen sich auf 7 bis 8 Millionen
Euro. Und wie soll die Finanzierung funktionieren?
Rose setzt auf Unterstützung der
Stadt bei der Grundstückssuche sowie
auf finanzielle Zuschüsse des Landes.
Außerdem steht eine finanzielle
Unterstützung in noch nicht feststehender
Höhe durch den Deutschen Fußball-Bund
(DFB) im Raum.
Der DFB nämlich wird auch seinen
Drittligisten ein Nachwuchskonzept in
die Lizenzierungsunterlagen schreiben.
"Wir sind also gezwungen, etwas zu
tun, und wollen deshalb frühzeitig
aktiv werden", sagt Jens Rose. Und:
"Der DFB kann aber nicht nur fordern,
er muss auch fördern." Gespräche
dazu laufen bereits.
Wichtiger Punkt in den KSV-Planungen
ist zudem die Zusammenarbeit mit der Universität
Kassel. Universitätsprofessor Dr.
Rolf-Dieter Postlep hat bereits sein Interesse
zur Zusammenarbeit, etwa im Bereich der
Leistungsdiagnostik, signalisiert.
Wann es losgehen könnte mit der
Umsetzung der großen Pläne?
Gespräche zwischen Stadt und Verein
laufen, bisher aber noch ohne konkretes
Ergebnis. Unabhängig davon steht
für Rose aber fest: "Bisher
haben uns die Talente verlassen und sind
mit 35 zurückgekehrt. Das muss sich
ändern. Die Region hat genügend
Potenzial."
Frank Ziemke (HNA-Sportredaktion, 07.05.2008)