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Regionalliga Süd, Saison 2007/08
Presse

Er hat Morlock gestoppt

Wenn's im eigenen Strafraum lichterloh brannte, war er oft Retter in höchster Not. "Ein beinharter Abwehrrecke, der so manchem prominenten Gegenspieler das Leben zur Hölle machte," urteilt zum Beispiel sein ehemaliger Fußballkumpel Günter Schilling über Erich Knothe, der zu den bekanntesten Spielern des KSV Hessen in den vierziger und fünfziger Jahren gehörte. Erich Knothe, schon zu Lebzeiten eine nordhessische Fußball-Legende, ist am vergangenen Samstag nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren gestorben. Er hinterlässt seine Ehefrau.

Erich Knothe, der schon bei Gründung des KSV Hessen (1946/47) das Löwen-Trikot trug, absolvierte 536 Spiele für die Mannschaft, der er bis 1960 die Treue hielt. Als zuverlässiger Abwehrspieler legte er zur Glanzzeit des frühen KSV in der Oberliga (war damals die höchste deutsche Fußball-Klasse) u.a. auch die Weltmeister von 1954, Max Morlock (Nürnberg) und Karl Mai (Fürth), an die Kette.

Seine höchste Aufmerksamkeit galt der Sicherung des eigenen Kastens. Als er dann doch einmal einen Treffer erzielte, wurde das Tor wegen angeblicher Abseitsstellung seines Mitspielers Günter Siebert nicht gegeben. Am nächsten Tag stand in der Zeitung, dass "ein derart gellendes Pfeifkonzert ob des annullierten Tores einsetzte, dass die uralten Eichen in der Aue zu zittern anfingen."

Seinen größten Erfolg feierte Knothe am 5. Mai 1953 mit dem Aufstieg in die Oberliga. Die Elf, die mit dem 2:0-Sieg gegen den FC Freiburg den Traum wahr machte: Rolf Zimmer - Knothe, Hosung - Hutfles, Fritz Zimmer, Windisch - Bründl, Metzner, Daubert, Hellwig, Karl Schmidt.

Erich Knothe machte sich nicht nur auf dem Fußballfeld einen Namen, sondern auch als Buchautor. Er schrieb beispielsweise über seine Erlebnisse in Afrika, wo er viele Jahre für seinen Arbeitgeber Henschel tätig und Trainer u.a. in Johannesburg, und Accra war.

Als seine erste Frau 1984 an Multipler Sklerose erkrankte, engagierte sich Erich Knothe im DSMG-Landesverband und wurde Leiter der neugegründeten Selbsthilfegruppe Kassel. Für seinen Einsatz in der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft erhielt er vom Bundespräsidenten die Medaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Die Trauerfeier findet am kommenden Mittwoch, 7. Mai (13 Uhr), in der Kapelle des Friedhofs Niedervellmar statt.

Günter Grabs (HNA-Sportredaktion, 29.04.2008)